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Blühender Campus

Um das Thema Biodiversität neben Forschung und Lehre auch stärker in den Fokus der universitären Nachhaltigkeitsstrategie zu rücken, haben wir uns zu einer Fachbereichs- und Einrichtungsübergreifenden Initiative zusammengeschlossen. Unter dem Titel „Blühender Campus“ wollen wir Projekte und Akteure zusammenführen, die sich zum Ziel gesetzt haben, die biologische Vielfalt auf dem Campus zu fördern.

Kleine Geschichte des Blühenden Campus

Im Mai 2019 startete ein campusweites Projekt, das durch zwei Masterarbeiten im Bereich Biodiversitätsforschung begleitet wurde. Zehn Flächen wurden dafür von der Universität bereitgestellt, diese werden nur noch 1-2-mal im Jahr gemäht. Die faunistischen Daten von 2019 zeigen eine mehr als 10-fache Zunahme an Insekten auf diesen naturnah gepflegten Flächen, von den als bedroht eingestuften Arten wurden fast alle auf den Projektflächen gefunden. 2020 kamen weitere Flächen im Bereich der Van't-Hoff-Straße hinzu, im Sommer außerdem die "Blätterlaube", ein Gemeinschaftsgartenprojekt in Zusammenarbeit mit Unigardening@SustainIt!. Seit Anfang 2020 wird das Projekt durch eine Masterarbeit auch sozialwissenschaftlich begleitet, Forschungsthema ist hier die Mensch-Natur-Interaktion aus ethnographischer Perspektive. Ab 2021 werden auch auf dem Geo-Campus Lankwitz, sowie auf dem veterinärmedizinischen Campus Düppel große Bereiche nur noch 1-3 mal im Jahr gemäht. Auf den gesamten Flächen der FU Berlin wird deutlich weniger (4-5 statt vorher bis zu 9 mal) gemäht.

Tagfaltermonitoring

Seit Frühjahr 2020 gibt es auf den Flächen des Blühenden Campus in Dahlem auch ein Tagfalter-Monitoring. Unser Tagfaltermonitoring findet von April bis Oktober fast wöchentlich statt, und kann nach Anfrage begleitet werden, schreibt uns dazu einfach eine Mail. Mehr zur Methode Tagfalter-Monitoring findet ihr hier!

Naturkundliche Führungen

Auch 2021 bieten wir wieder naturkundliche Führungen über den Campus an. Es gelten die entsprechenden Corona-Regeln des Landes Berlin.Termine folgen.

Mach mit beim Monitoring unserer Flächen in Dahlem

iNaturalist ist eine Plattform, auf der jeder seine Naturbeobachtung teilen kann und Hilfestellung bei der Bestimmung von Pflanzen und Tieren bekommt. Insbesondere Pflanzen können oft automatisch bestimmt werden, bei Tieren hilft eine große online-Community dabei, die Funde soweit möglich zu bestimmen. Für unser Flächen in Dahlem haben wir ein eigenes Projekt angelegt.

Sobald ihr im definierten Bereich rund um die Veggie-Mensa eine Beobachtung meldet, wird diese automatisch von unserem Projekt erfasst. Also einfach Fotos machen und online melden, oder noch einfacher per App.

Eigene Ideen zu Biodiversität auf dem Campus? Lust mitzumachen? Schreibt uns!

Falls ihr eigene Ideen umsetzen oder uns in bereits bestehenden Projekten untersützen wollt, könnt ihr zu unseren regelmäßigen Vernetzungstreffen im Garten am Kino Capitol (Thielallee 36) in Dahlem kommen. Für Infos zu aktuellen Projekten und Treffen könnt ihr euch in die Mailingliste eintragen oder ihr schaut mal bei Twitter oder Instagram vorbei!

Hintergrund

Der Verlust an biologischer Vielfalt hat in den letzten Jahrzehnten eine bedrohliche Geschwindigkeit erreicht. Insbesondere das Insektensterben steht seit der Veröffentlichung der Krefeld-Studie aus dem Jahr 2017 im Fokus der Öffentlichkeit. Darin wurde der Verlust von ca. 3/4 der Fluginsektenbiomasse innerhalb von drei Jahrzehnten dokumentiert. Weitere Studien zeigen ähnliche Verluste über alle taxonomischen Gruppen hinweg. Das Massensterben betrifft also bei Weitem nicht mehr nur seltene Arten und exotische Wildtiere, sondern auch ehemals weit verbreitete Arten, ein Phänomen, das man Defaunisierung nennt. Ein weiteres Ergebnis der Krefeld-Studie ist, dass selbst die Schutzgebiete diesen Verlust nicht aufhalten konnten, im Gegenteil, waren die Untersuchungsgebiete selbst größtenteils Schutzgebiete. Dies bedeutet, dass vereinzelte und verinselte Schmutzmaßnahmen den Verlust biologischer Vielfalt keinesfalls stoppen können, es braucht also größere systemische Veränderungen. Der Blühende Campus ist unsere Antwort auf diese immens wichtige und offene Frage: Schaffen wir es unsere Existenz auf Grundlage der Natur mit unseren Lebensweisen in Einklang zu bringen?

Die Biodiversitätskrise hat schwerwiegende Folgen auf die Funktion und Stabilität unserer Ökosysteme und wird mittlerweile oft als „Zwilling“ der Klimakrise bezeichnet. Beide ökologischen Krisen können nicht mehr separat gedacht werden. Der Klimawandel wird das Artensterben weiter beschleunigen, gleichzeitig sind intakte Ökosysteme widerstandsfähiger gegenüber klimatischen Veränderungen. „The diversity of nature maintains humanity’s ability to choose alternatives in the face of an uncertain future”; bringt es der im Sommer 2019 veröffentlichte Bericht des IPBES (International Panel for Biodiversity and Ecosystem Services) auf den Punkt. Und das gilt ganz besonders für den Lebensraum, der am dichtesten von Menschen besiedelt ist: urbane Ökosysteme.

Für eine nachhaltige Stadtentwicklung im Sinne der Sustainable Development Goals (SDGs) ist der Erhalt und die Förderung von Biodiversität integraler Bestandteil. Vor allem der Verlust geeigneter Habitate macht vielen Arten zu schaffen, daher können und müssen städtische Lebensräume hier eine wichtige Ausgleichsfunktion erfüllen. Habitate in der Freien Landschaft werden durch menschliche Aktivitäten zurückgedrängt. Flächenversiegelung, einseitige Landwirtschaft (Monokulturen) und eine übertriebene Ordnung und Pflege vieler Flächen zählen zu den Haupttreibern des Biotopverlustes. Genau hier setzt die Initiative Blühender Campus an der Freien Universität Berlin an.

Kontakt

E-Mail: bluehender-campus@nachhaltigkeit.fu-berlin.de

Mailingliste: bluehender-campus

Twitter: campusnatur_fu

Instagram: campusnatur_fu

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