Illustration: Yves Haltner
Die politische Universität
Wie politisch dürfen Hochschulen sein – und wie politisch müssen sie vielleicht sogar werden? Zwischen parteipolitischer Neutralitätspflicht und gesellschaftlicher Verantwortung bewegt sich die Universität auf einem schmalen Grat. Welche Rechte und Pflichten haben ihre Mitglieder? Soll die Universität als Institution Haltung zeigen, Demokratie aktiv schützen, sich gegen undemokratische Positionen stellen – oder gerade nicht? Darf sie auswählen, mit wem sie spricht – oder muss sie alle Stimmen aushalten?
Diesen Fragen gehen wir nach – in einem redaktionellen Schwerpunkt und einer eigenen Podcastreihe.
„Meine und unsere Aufgabe als Hochschulleitung ist es, nicht wegzusehen, sondern uns gemeinsam in Forschung, Lehre und Transfer für eine demokratische und rechtsstaatliche Gesellschaft einzusetzen. Das ist auch mein Auftrag als demokratisch gewählter Präsident einer der großen, forschungsstarken Universitäten Deutschlands. Ich bin allen dankbar, die das ebenfalls tun.“
— Prof. Dr. Dr. h.c. Günter M. Ziegler, Präsident der Freien Universität Berlin
Podcast „Die politische Universität"
Neutralität heißt nicht Gleichgültigkeit.
Die Wissenschaft ist frei – das steht im Grundgesetz, Artikel 5, Absatz 3. Das bedeutet: Zu allem darf geforscht und gelehrt werden, auch zu politisch umstrittenen Themen und Haltungen. Aber was heißt das konkret – für die Universität als Institution, für ihre Mitglieder, für den Alltag in Forschung und Lehre? In unserer Podcastreihe sprechen wir mit Mitgliedern der Freien Universität und Expert*innen von außerhalb – für alle, die es mit uns genauer wissen wollen.
Teaser: Warum wir über die politische Universität reden müssen
Warum beschäftigen gerade wir in der Stabsstelle Kommunikation und Marketing der Freien Universität Berlin uns mit der Frage: „Wie politisch darf, muss eine Universität sein?“. Warum machen wir diesen Podcast?
Wir – das ist ein Team der Stabsstelle: Sotirios Agrofylax, Christine Boldt, Annika Middeldorf und Karin Bauer-Leppin, die die Kommunikationsabteilung leitet. In fünf Folgen haben wir mit Wissenschaftler*innen, Kommunikator*innen und Studierenden der FU gesprochen und mit Expert*innen von außerhalb. In dieser Folge fassen wir zusammen, was uns überrascht hat, was wir gelernt haben, welche Fragen offenbleiben. Und was daraus folgt.
Die politische Universität
Bildquelle: Yves Haltner
Folge 1: Zwischen Auftrag und Abwägen: Wie positioniert sich eine Universität zu politischen Fragen?
Themen, Debatten, politische Konflikte aus der Welt spiegeln sich auch auf dem Campus einer Universität. Wann kann, wann sollte sich die Universität dazu äußern? Was ist rechtlich möglich? Wer ist überhaupt: die Universität? Und was folgt daraus für die Kommunikationsseite?
Karin Bauer-Leppin im Gespräch mit Julia Wandt, Expertin für Kommunikation mit dem Schwerpunkt Hochschul- und Wissenschaftskommunikation, sowie Strategieentwicklung für wissenschaftliche Einrichtungen, und Stephan Schuck, Medien- und Urheberrechtsanwalt in der Kanzlei Redeker, Sellner, Dahs.
Folge 2: Vom Seminar ins Klassenzimmer: Wie lernen Studierende, Politik zu unterrichten?
Wie findet politische Bildung in Forschung und Lehre statt? Wie erlernen Lehramtsstudierende an der Freien Universität Berlin den Umgang mit politischen Konfliktthemen im Klassenzimmer? Wissenschaftler*innen, Studierende, Lehrer*innen: Wer darf was in welcher Rolle?
Christine Boldt im Gespräch mit den Didaktiker*innen Prof. Dr. Sabine Achour und Prof. Dr. Martin Lücke, die an der Freien Universität Berlin Lehrkräfte für die Fächer Politik und Geschichte ausbilden: über Seminardebatten in politisch bewegten Zeiten, Neutralität als Kampfbegriff, den Auftrag zur Demokratieausbildung – und was die beiden Wissenschaftler*innen von der Universitätsleitung erwarten.
Folge 3: Studentisches Engagement im Realitätscheck: Was bringt meine Stimme?
Wie wichtig ist studentisches Engagement für eine Universität? Welche Rolle spielen Studierende in den universitären Gremien? Wann sollte sich nach ihrer Einschätzung die Universität politisch äußern, und wann wäre Zurückhaltung angebracht?
Sotirios Agrofylax spricht in dieser Folge mit den Studierenden Antonia Luigs und Florian Bonkowski. Sie sind in verschiedenen universitären Gremien aktiv und beschreiben, wie wichtig für sie eine aktive, politische Kommunikation von Seiten der Hochschulleitung ist.
Die politische Universität
Bildquelle: Yves Haltner
Folge 5: Sprechen oder schweigen? Politische Kommunikation in der Praxis
Wo verläuft die Grenze zwischen universitärer Haltungskommunikation und vermeintlichem Neutralitätsgebot? Welche Herausforderungen stecken in der politischen Arbeit, und welche Chancen liegen darin? Wie sieht gute Krisenkommunikation aus?
Sotirios Agrofylax spricht in dieser Folge mit Dr. Theresa Hein. Als Alumna der Freien Universität Berlin, promovierte Kommunikationswissenschaftlerin und selbstständige Medienunternehmerin ist sie gleichermaßen in Theorie und Praxis der politischen Kommunikation zu Hause.











