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Planspiel „Konflikte um Land“ verfügbar

Das Planspiel wurde von der GLOCON-Gruppe entwickelt.

Das Planspiel wurde von der GLOCON-Gruppe entwickelt.

In einem fiktiven Staat wird ein Palmölprojekt geplant - lokalen Kleinbauern droht der Verlust ihres Landes. Dies ist das Setting eines neuen Planspiels, das helfen soll, globale Konfliktdynamiken zu verstehen.

News vom 06.08.2018

Das Planspiel „Konflikte um Land“ wurde von der BMBF-Nachwuchsgruppe GLOCON („Global Change – Local Conflicts?“) an der Freien Universität Berlin konzipiert, die zu Konflikten um Land und Rohstoffe in Lateinamerika und Subsahara-Afrika forscht. Zielgruppe sind Studierende der Politik-, Sozial- und Regionalwissenschaften, sowie der Geografie.

Gegenstand des Spiels ist der Konflikt um ein geplantes Palmölprojekt eines multinationalen Unternehmens. Das Unternehmen möchte auf einem Gebiet, das bislang von Klein­bauern und -bäuerinnen genutzt wurde, Ölpalmen anbauen und für den internationalen Markt produzieren. Die Kleinbauern und -bäue­rinnen betreiben jedoch Subsistenzlandwirtschaft und produzieren Nahrungsmittel für den lokalen Markt. Ihnen droht der Verlust ihres Landes. Einige der Anwohner*innen sollen zudem umgesiedelt werden. Die Betroffenen wehren sich gegen das geplante Palmölprojekt. Im Zen­trum des Konflikts steht die Frage, wie und von wem das Land zu­künftig genutzt werden soll.

Globale Prozesse wie steigende Rohstoffpreise, die Suche nach alternativen Energiequellen und die Finanz- und Wirtschaftskrise haben die Nachfrage nach Land durch große Investor*innen erhöht. Dies führte vielerorts auf der Welt zu Konflikten um die Art der Landnutzung, den Besitz von und um den Zugang zu Land und Rohstoffen. Oft stehen sich multinational agierende Unternehmen, die das Land pachten oder kaufen möchten, und die dort lebende Bevölkerung gegenüber, während Politiker*innen (auf bundesstaatlicher und lokaler Ebene) entscheiden müssen, ob sie Investor*innen oder die eigene Bevölkerung unterstützen. In diesen Konflikten bilden sich unterschiedliche Allianzen, bspw. zwischen internationalen NGOs und lokalen Bauernvereinigungen. Konflikte können jedoch je nach Ort verschiedene Dynamiken und Abläufe entwickeln. Akteursgruppen nehmen je nach Konflikt unterschiedliche Positionen ein und handeln nicht einheitlich. Ziel des Planspiels ist es, den Studierenden ein besseres Verständnis von Konflikten um Land zu ermöglichen, Argumente verschiedener Akteure sowie Machtverhältnisse und damit verbundene Ungleichheiten besser zu verstehen.

Die Spielenden schlüpfen in die Rollen verschiedener Kleinbauern und NGO’s, sowie der CIA, der Regierung des fiktiven Staates und des noch unentschlossenen lokalen Bürgermeisters, der die möglichen positiven Folgen des Palmölprojekts – Wachstum und Arbeitsplätze – nicht übersieht. Außerdem mischen Journalisten zweier großer Zeitungen mit. Die Vertreter der Blätter „Global Enterprises“ und „People’s Observer“ kommentieren das Geschehen aus ihren ganz eigenen Blickwinkeln im Kurznachrichtenstil. Über einen Beamer werden die Darstellungen, oftmals Verzerrungen der Situation, live für alle Streitparteien sichtbar.

Das Planspiel ist als Open Educational Ressource (OER) unter der Creative Commons Lizenz CC BY-SA 4.0 Lizenz hier veröffentlicht.

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