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Frauenförderung

Frauenförderung

Frauenförderung
Bildquelle: © Kasto / stock.adobe.com 

Frauenförderung wird an der Freien Universität zweigleisig praktiziert: individuell und strukturell. Frauenförderprofessuren, Mentoring-Programme, Preise und Stipendien fördern Frauen unterschiedlicher Statusgruppen individuell in ihrer Laufbahn. Gleichzeitig zielen viele Programme auch auf strukturelle Veränderungen ab: Sie machen die Leistungen von Wissenschaftlerinnen besser sichtbar oder verändern Fachkulturen, indem sie mehr Frauen in Spitzenpositionen bringen.

Neben zentralen Maßnahmen gibt es dezentrale Förderungen, die alle zwei Jahre in den bereichsbezogenen Frauenförderplänen projektiert werden. Einige dezentrale Maßnahmen sind hier aufgeführt, weitere finden sich auf den Webseiten der dezentralen Frauenbeauftragten.

Postdoktorandinnen

W1-Programm

Um Frauen auf dem Weg zur Professur intensiv zu fördern, richtete die Freie Universität im Rahmen des Berliner Chancengleichheitsprogramms im Jahr 2007 das W1-Programm ein. Die Fachbereiche und Zentralinstitute können im Rahmen einer Ausschreibung die Zuweisung einer Stelle beantragen. Mit dem Antrag verpflichtet sich der Bereich zu einer Kofinanzierung von ca. 50 % der Kosten sowie einer angemessenen Ausstattung; die Integration in einen drittmittelfinanzierten Forschungszusammenhang ist wünschenswert. Darüber hinaus muss der Nachweis mindestens einer herausragend qualifizierten Bewerberin gebracht werden.

Die Empfehlung auf Zuweisung einer Stelle erfolgt durch die Kommission zur Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen; die Entscheidung obliegt dem Präsidium. Nach Zuweisung der Stelle an den Bereich erfolgt ein reguläres Berufungsverfahren. Aktuell sind 52 Frauen durch das Programm gefördert worden bzw. werden gefördert. Die nächste Ausschreibung ist 2021 zu erwarten.

W2-auf-Zeit-Programm

Mit dem 2008 etablierten W2-auf-Zeit-Programm beabsichtigt die Freie Universität, Wissenschaftlerinnen eine günstigere Ausgangsposition für die Bewerbung um Lebenszeitprofessuren zu verschaffen und so strukturelle Nachteile im Wissenschaftssystem zu kompensieren. Das Programm wird aus dem Haushalt der Freien Universität zentral finanziert. Die Fachbereiche und Zentralinstitute können die Zuweisung einer Stelle im Rahmen einer Ausschreibung beantragen. Mit dem Antrag verpflichtet sich der Bereich zu einer angemessenen Ausstattung; die Integration in einen drittmittelfinanzierten Forschungszusammenhang ist wünschenswert. Darüber hinaus muss der Nachweis mindestens einer herausragend qualifizierten Bewerberin gebracht werden.

Die Empfehlung auf Zuweisung einer Stelle erfolgt durch die Kommission zur Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen; die Entscheidung obliegt dem Präsidium. Nach Zuweisung der Stelle an den Bereich erfolgt ein reguläres Berufungsverfahren. Aktuell sind 45 Frauen gefördert worden bzw. werden gefördert.

ProFiL

Mit dem hochschulübergreifenden ProFiL-Programm fördern die Freie Universität Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin sowie die Technische Universität Berlin gemeinsam Wissenschaftlerinnen auf dem Weg zur Professur. ProFiL bietet Professionalisierung für Frauen in Forschung und Lehre: Mentoring – Training – Networking. Ein Jahr lang unterstützt das Programm seine Teilnehmerinnen bei der weiteren Planung und Entwicklung ihrer Karriere und bereitet sie auf künftige Führungs- und Managementaufgaben vor. In jedem Programmdurchgang stehen zwölf Plätze für Wissenschaftlerinnen der Freien Universität zur Verfügung. Im Rahmen der Berlin University Alliance wird das Programm um eine englischsprachigen Förderlinie erweitert werden.

Fonds für Nachwuchswissenschaftlerinnen in Laborfächern

Dieses Pilotprogramm unterstützt die kontinuierliche wissenschaftliche Partizipation von Nachwuchswissenschaftlerinnen während Schwangerschaft und Stillzeit sowie deren beruflichen Wiedereinstieg nach Mutterschutz und Elternzeit. Es richtet sich an Nachwuchswissenschaftlerinnen in den Fachbereichen Biologie, Pharmazie, Chemie und Physik – wissenschaftliche Mitarbeiterinnen, (Post-)Doktorandinnen, Juniorprofessorinnen und befristet beschäftigte W2-Professorinnen. Ein Fonds bietet ihnen Sach- und Personalmittel für eine bedarfsorientierte Unterstützung, z.B. für studentische Hilfskräfte oder für die Aufstockung von Mitarbeiter*innen. Bei der Antragsstellung unterstützen die dezentralen Frauenbeauftragten der jeweiligen Fachbereiche sowie die Referentin der Vizepräsidentin mit Zuständigkeit Gleichstellung (Antragsformular deutsch /englisch).

Promovendinnen

DREAM

Das DREAM Mentoring – kurz für Dahlem Research Mentoring – unterstützt weibliche Promovierende beim Übergang in eine akademische oder nicht-akademische Karriere. Es kombiniert One-to-One Mentoring mit einem speziell zugeschnittenen Qualifizierungs- und Vernetzungsprogramm für die Mentees.

Hedwig-Hintze-Frauenförderpreis (Geschichts- und Kulturwissenschaften)

Der Hedwig-Hintze-Frauenförderpreis des Fachbereichs Geschichts- und Kulturwissenschaften würdigt jährlich eine Nachwuchswissenschaftlerin für ihre herausragende Dissertation. Bewerbungsberechtigt sind alle promovierten Frauen des Fachbereichs, die ihre Disputation zwischen dem 1. April des Vorjahres und dem 31. März des laufenden Jahres absolviert haben und deren Arbeit mit summa cum laude bewertet wurde. Das Preisgeld beträgt 1.000 Euro.

Doktorandinnen und Studentinnen

Der Fachbereich Erziehungswissenschaften/Psychologie vergibt jährlich den Marie-Schlei-Preis für die besten wissenschaftlichen Arbeiten von Frauen bzw. in der Frauen- und Geschlechterforschung. Ausgezeichnet werden können Master- und Staatsexamensarbeiten sowie Promotionen mit insgesamt 3.500 Euro Preisgeld. Der Preis wird in zwei Kategorien vergeben: als Frauenförderpreis für die beste wissenschaftliche Arbeit einer weiblichen Bewerberin (Kategorie A) und als Preis zur Förderung der Frauen- und Geschlechterforschung  für Bewerber*innen aller Geschlechter (Kategorie B). 

Studentinnen

Eva-Wolzendorf-Stipendium (Mathematik)

Zweimal jährlich können sich Studierende der Mathematik auf ein zweisemestriges Eva-Wolzendorf-Stipendium bewerben. Zielgruppe des zugehörigen Stipendienfonds sind leistungsstarke Masterstudierende mit deutscher Staatsangehörigkeit, die auf eine finanzielle Förderung angewiesen sind. Aus dem Fonds werden zwei Förderlinien finanziert, das Studienstipendium, das Studierende aller Geschlechter beantragen können, sowie das Stipendienprogramm Frauenförderung, das Studentinnen vorbehalten ist.

Alle Statusgruppen

Margherita-von-Brentano-Preis

Mit dem Margherita-von-Brentano-Preis werden zweijährlich herausragende Frauen bzw. Projekte ausgezeichnet, die sich um Frauenförderung oder Geschlechterforschung verdient gemacht haben. Der Preis kann an Mitglieder aller Statusgruppen vergeben werden; Anwärter*innen können vorgeschlagen werden oder sich selbst bewerben. Mit 15.000 Euro ist der Margherita-von-Brentano-Preis, den das Präsidium der Freien Universität verleiht, einer der höchstdotierten Frauenförderpreise Deutschlands. Das Preisgeld ist für eine Verwendung im Sinne des prämierten Projekts im Kontext der Freien Universität vorgesehen.