Welche Stiftung passt zu mir?

Beim WorldCafé am 30. Juli treffen Promotionsinteressierte auf Stiftungsvertreter, um sich über Förderungsmöglichkeiten zu informieren / Anmeldung bis 23. Juli möglich

19.07.2018

Bei einer öffentlichen Netzwerkveranstaltung der Friedrich Schlegel Graduiertenschule können Vertreterinnen und Vertreter von Stiftungen und Promotionsinteressierte miteinander ins Gespräch kommen.

Bei einer öffentlichen Netzwerkveranstaltung der Friedrich Schlegel Graduiertenschule können Vertreterinnen und Vertreter von Stiftungen und Promotionsinteressierte miteinander ins Gespräch kommen.
Bildquelle: Bernd Wannenmacher

Viele Studierende der Geisteswissenschaften haben den Wunsch, zu promovieren – doch wie findet man das richtige Stipendium? Um diese Frage zu beantworten, organisiert die Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien (FSGS) jährlich ein WorldCafé. Das Kommunikationskonzept aus den USA ähnelt dem Speed Dating: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer rotieren nach einem festen Zeitplan von einer Diskussionsgruppe zur nächsten. In jeder Gruppe stellen sich Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Stiftungen vor. Campus.leben hat im Vorfeld der Veranstaltung mit Linda Schmidt gesprochen, die das WorldCafé mitorganisiert hat.

Frau Schmidt, warum organisiert die FSGS eine Netzwerkveranstaltung mit Stiftungsvertretern?

Wer in den Geisteswissenschaften promovieren möchte, sucht häufig nach einer passenden Finanzierungsmöglichkeit. Neben der Möglichkeit, individuell zu promovieren, bieten strukturierte Promotionsprogramme wie das der FSGS eine attraktive Alternative, um optimal betreut zum Doktortitel zu gelangen. Deshalb laden wir jedes Jahr Vertreterinnen und Vertreter namhafter deutscher Stiftungen ein, ihre Promotionsförderprogramme vorzustellen. Die Netzwerkveranstaltung richtet sich an fortgeschrittene Masterstudierende und Promotionsinteressierte aus den Literaturwissenschaften sowie anderen geisteswissenschaftlichen Fächern, die mehr über Stiftungen und deren Förderprogramme erfahren möchten.

In diesem Jahr erwarten wir Vertreterinnen und Vertreter der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Heinrich-Böll-Stiftung, des Cusanuswerks, der Friedrich-Ebert-Stiftung, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, der Friedrich-Naumann-Stiftung, des Elsa-Neumann-Stipendiums des Landes Berlin (NaFög), der Studienstiftung des deutschen Volkes sowie des DAAD. Auch vertreten ist die Dahlem Research School, die Dachorganisation für strukturierte Promotionsprogramme der Freien Universität Berlin.

Die Stipendienlandschaft in Deutschland ist vielfältig. Die Schwierigkeit besteht deshalb darin, das richtige Stipendienangebot zu finden. Es muss zu einem selbst und zum Forschungsvorhaben passen. Im letzten Jahr waren die Anfragen zur Teilnahme am WorldCafé zahlreich und die Rückmeldungen nach der Veranstaltung durchweg positiv.

Worin sehen Sie die Vorteile des WorldCafé-Formats im Vergleich zum klassischen Get-Together?

Das Besondere am WorldCafé-Format ist, dass die Studierenden in kurzer Zeit mit vielen Stiftungen ins Gespräch kommen und gleichzeitig persönliche Fragen stellen können, die sich nicht für große Runden eignen. Die Vertreterinnen und Vertreter der Stiftungen bleiben die ganze Veranstaltung über an ihren Tischen sitzen, während die Promotionsinteressierten alle 20 Minuten den Tisch wechseln und ihre Fragen stellen.

Fragen, die häufig gestellt werden, beziehen sich zum Beispiel auf die Fördermöglichkeiten und auf das Bewerbungsverfahren für ein Stipendium, das sich von Stiftung zu Stiftung unterscheiden kann. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer interessieren sich auch für die ideelle Förderung, Berufsperspektiven und für die Netzwerke der Stiftungen.

Wir sind von dem Veranstaltungsformat überzeugt, da die individuelle Suche nach einer passenden Stiftung sehr zeitaufwendig sein kann.

Welche Vorteile außer der Finanzierung ergeben sich für Studierende durch das Promotionsstipendium einer Stiftung?

Nach dem Ende der Förderung von Graduiertenschulen im Rahmen der Exzellenzinitiative ist es nun notwendig, eine externe Finanzierung –zum Beispiel durch eine Stiftung – einzuwerben, um an einer Graduiertenschule zu promovieren. Wer ein Stipendium eingeworben hat, kann sich auf einen Promotionsplatz an der FSGS oder an einer anderen Graduiertenschule bewerben.

Die strukturierte Promotion an einer Graduiertenschule, finanziert durch ein Stiftungsstipendium, bietet Promovierenden mehrere Vorteile: Sie erhalten eine persönliche und akademische Betreuung durch die Graduiertenschule und die Stiftung. Sie kommen in Kontakt mit regionalen und überregionalen Netzwerken und werden auch ideell gefördert. Und sie können an allen Veranstaltungen wie Sommerakademien, Doktorandenforen und Stammtischen, Seminaren und Tagungen beider Institutionen teilnehmen.

Welche Fördermöglichkeiten bietet die FSGS darüber hinaus an?

Das WorldCafé ist Teil einer Workshop-Reihe, die für das FSGS-Förderformat „Projektstipendien“ konzipiert wurde. Bei den Projektstipendien handelt es sich um Anschubfinanzierungen für Masterstudierende der Literaturwissenschaften, die den Übergang zur Promotion erleichtern sollen. Zu der Workshop-Reihe gehören auch Coachings, Präsentationstrainings sowie Foren zur kritischen Diskussion über das eigene Forschungsprojekt. Während der zehnmonatigen Förderung durch die FSGS können sich die Projektstipendiaten für ein Stiftungsstipendium bewerben. Der Erfolg unserer Projektstipendiatinnen und -stipendiaten aus dem Jahr 2017 zeigt, dass Stiftungen an dem Konzept der strukturierten Promotion an einer Graduiertenschule interessiert sind. Unserer Promovierenden, die erfolgreich eine externe Finanzierung eingeworben haben und im kommenden Wintersemester mit der Arbeit an ihrer Dissertation beginnen, werden zum Beispiel von der Heinrich-Böll-Stiftung, dem DAAD, der Stiftung der Deutschen Wirtschaft und durch das Elsa-Neumann-Stipendium des Landes Berlin gefördert.

Die Fragen stellte Peter Schraeder.

Weitere Informationen

WorldCafé – Wege in die Promotion