„Mein Wort an die Menschen“ – Engagement gegen den Atomkrieg

Noch bis 20. Dezember: Ausstellung über Albert Schweitzer in der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin

06.12.2019

Die Ausstellung „Dr. Albert Schweitzer: ‚Mein Wort an die Menschen’. Engagement gegen den Atomkrieg“ ist noch bis zum 20. Dezember im Foyer der Universitätsbibliothek der Freien Universität zu sehen.

Die Ausstellung „Dr. Albert Schweitzer: ‚Mein Wort an die Menschen’. Engagement gegen den Atomkrieg“ ist noch bis zum 20. Dezember im Foyer der Universitätsbibliothek der Freien Universität zu sehen.
Bildquelle: Marina Kosmalla

Er war Arzt, Philosoph, Theologe, Musiker und Musikwissenschaftler: Albert Schweitzer (1875-1965) gehört zu den bedeutendsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. In Lambarene im zentralafrikanischen Gabun baute er ein Krankenhaus auf, das bis heute besteht. Er engagierte sich für die atomare Abrüstung, für Frieden und prägte durch seine wegweisende Ethik den Begriff der „Ehrfurcht vor dem Leben“. 1954 nahm er den Friedensnobelpreis für das Jahr 1952 entgegen. Denken und Wirken des berühmten Mediziners präsentiert die Ausstellung „Dr. Albert Schweitzer: ‚Mein Wort an die Menschen’. Engagement gegen den Atomkrieg“, die noch bis zum 20. Dezember im Foyer der Universitätsbibliothek (UB) der Freien Universität zu sehen ist.

„Das Problem des Friedens in der heutigen Welt“

„Die Theorie, man könnte den Frieden dadurch erhalten, dass man den Gegner durch atomare Aufrüstung abschreckt, kann für die heutige Zeit mit ihrer so gesteigerten Kriegsgefahr nicht mehr in Betracht gezogen werden“, sagte Albert Schweizer 1957 in einer Sendung auf Radio Oslo. „Das Ziel, auf das von jetzt bis in alle Zukunft der Blick gerichtet bleiben muss, ist, dass völkerentzweiende Fragen nicht mehr durch Kriege entschieden werden können. Die Entscheidung muss friedlich gefunden werden.“

Schweitzers erster Aufruf zur atomaren Abrüstung war mit „Appell an die Menschheit“ (1957) überschrieben. Der Appell wurde von vielen Radiostationen übernommen und in der „New York Times“ veröffentlicht. Besucherinnen und Besucher der Ausstellung können sein politisches Testament „Mein Wort an die Menschen“ aus dem Jahre 1964 im Originalton an der Multimediastation anhören und den Text mitlesen. Außerdem sind zahlreiche Informationsplakate ausgestellt, Briefe und Zitate von Albert Schweitzer sowie Fotografien, die ihn und Weggefährten zeigen, etwa die Nobelpreisträger Otto Hahn (Chemie), Werner Heisenberg (Physik), Bertrand Russell (Literatur) und Nikos Kazantzakis (Literatur). Ergänzt wird die Ausstellung durch Publikationen und Schriften Schweitzers aus dem Bestand der Bibliotheken der Freien Universität. Nach Ausstellungsende können diese Bücher wieder ausgeliehen werden – wie auch die Rede, die Schweitzer bei der Entgegennahme des Friedensnobelpreises hielt: „Das Problem des Friedens in der heutigen Welt“.

Ausstellungsreihe zu Menschenrechten

Susanne Rothe, Leiterin der Benutzungsabteilung der UB, freut sich, mit Albert Schweitzer „einen weiteren Kämpfer für Frieden, gegen Krieg und für Menschenrechte“ vorstellen zu können. „Die Ausstellung steht in einer langen Reihe von Expositionen zu Menschenrechten, die wir immer wieder hier im Foyer zeigen“, sagte sie zur Eröffnung der Ausstellung Anfang November. „Die ausgestellten Textpassagen zeigen, welche Relevanz Schweitzers Schriften heute noch haben“, ergänzte Dominique Miething, Lehrkraft für besondere Aufgaben am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft.

Ausstellungseröffnung: (v.l.) Susanne Rothe, Leiterin der Benutzungsabteilung der UB, Christian Bartolf, 1. Vorsitzender des Gandhi-Informations-Zentrums e.V., und Dominique Miething, Lehrkraft für besondere Aufgaben am Otto-Suhr-Institut.

Ausstellungseröffnung: (v.l.) Susanne Rothe, Leiterin der Benutzungsabteilung der UB, Christian Bartolf, 1. Vorsitzender des Gandhi-Informations-Zentrums e.V., und Dominique Miething, Lehrkraft für besondere Aufgaben am Otto-Suhr-Institut.
Bildquelle: Marina Kosmalla

Gemeinsam mit Christian Bartolf, erster Vorsitzender des Gandhi-Informations-Zentrums e.V., führte Miething in die Ausstellung ein und berichtete über wichtige Stationen aus Schweitzers Leben. Die beiden Politikwissenschaftler haben die unter der Schirmherrschaft der „Stiftung Deutsches Albert-Schweitzer-Zentrum Frankfurt/Main“ stehende und von dem für Bildung gemeinnützigen Verein „Gandhi-Informations-Zentrum“ konzipierte Ausstellung für die Universitätsbibliothek neugestaltet und einen Ausstellungsführer erstellt, der online zugänglich ist. Zum ersten Mal gezeigt wurde die Ausstellung vor zwei Jahren im Berliner Anti-Kriegs-Museum.

Weitere Informationen

Die Ausstellung ist noch bis zum 20. Dezember 2019 im Foyer der Universitätsbibliothek zu sehen; jeweils Montag bis Freitag von 9 bis 20 Uhr; Eintritt frei.