Schafe, Jurten und Feldlabore
Ausstellung „Berliner Tiermedizinstudenten in der Mongolei“ in der Veterinärmedizinischen Bibliothek auf dem Campus Düppel
15.05.2012
„Das sind Erlebnisse, die man im Leben nicht mehr vergisst“, sagte Professor Brunnberg, Dekan des Fachbereichs Veterinärmedizin und Leiter der Kleintierklinik der Freien Universität, in seiner Rede zur Ausstellungseröffnung. Im vergangenen Sommer waren zwölf Studierende der Veterinärmedizin in die Mongolei gereist. Dort hatte die Gruppe an einem von der DAAD/PROMOS unterstützten Austauschprogramm an der School of Veterinary Science and Biotechnology der Mongolian State University of Agriculture in Ulaanbaatar teilgenommen. In einer Ausstellung in der Veterinärmedizinischen Bibliothek in Düppel sind nun Fotos der Studienreise zu sehen.
Aufgabe der angehenden Tierärzte war es, an der Universität im mongolischen Ulaanbaatar eine parasitologische Studie zum Wurmbefall an Schafherden von Nomaden durchzuführen. Initiiert worden war das Projekt im Rahmen eines Wahlpflichtkurses von Privatdozent Peter-Henning Clausen am Institut für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin der Freien Universität. Der Tierarzt verfügt über langjährige gute Kontakte zu den mongolischen Partnern.
Daten sammeln, Land und Leute kennenlernen
„Wir waren sofort begeistert von der Idee einer praktischen Feldstudie in der Mongolei“, erzählt Timon Fischer, einer der teilnehmenden Studierenden. Die Gruppe entschied sich für eine langsame Annäherung an das unbekannte Land und reiste ab Moskau mit der Transsibirischen Eisenbahn in die Mongolei: in sechs Tagen und durch unterschiedliche Zeitzonen. Nach dem zweiwöchigen offiziellen Programm in Ulaanbaatar mit Besichtigung von Hochschule, Laboren und anderen Institutionen teilten sich die Berliner auf. Drei Teams fuhren in verschiedene Regionen der Mongolei, um dort gemeinsam mit einheimischen Veterinären parasitologische Untersuchungen bei Schafen durchzuführen. Die Studierenden konnten dabei nicht nur Daten sammeln, sondern lernten auch Land und Leute näher kennen. „Die Menschen sind sehr gastfreundlich“, sagt Studentin Charlotte Rill, „es war sehr beeindruckend, das Familienleben der Nomaden zu erleben.“
Improvisierte Labore
Die Rahmenbedingungen für die veterinärmedizinischen Probennahmen vor Ort waren manchmal abenteuerlich. Da musste schon einmal ein Labor im Auto improvisiert werden. „Wir hatten nur ein Spiegelmikroskop und haben dann das Aluteil unseres Kochers dazu verwendet, ein Licht unter dem Mikroskop zu positionieren“, erinnert sich Studentin Katleen Beierlein.
Die Fotos der Ausstellung „Berliner Tiermedizinstudenten in der Mongolei“ dokumentieren nicht nur die Feldstudien der Teams, sondern zeigen auch viele Eindrücke aus der mongolischen Steppe und dem Leben ihrer Bewohner. „Ziel der Ausstellung ist es, unser deutsch-mongolisches Projekt vorzustellen“, erläutert Timon Fischer. „Und wir wollen bei der Gelegenheit um Unterstützung werben, um den Gegenbesuch der mongolischen Studierenden finanzieren zu können.“
Berlin – Ulaanbaatar: 6000 Kilometer
Der Gegenbesuch soll im Oktober stattfinden, dann kommen zwölf mongolische Tiermedizinstudierende nach Berlin. Auch sie werden nach ihrem Aufenthalt mit vielen neuen Eindrücken und Fotos in ihre Heimat zurückkehren. Und werden vielleicht in ihrer Fakultät in Ulaanbaatar eine Ausstellung über ihre Eindrücke und Erlebnisse im mehr als 6000 Kilometer Luftlinie entfernten Berlin organisieren.
Weitere Informationen
ÖffnungszeitenDie Fotos sind bis zum 18. Juni 2012 in der Veterinärmedizinischen Bibliothek der Freien Universität zu sehen:
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