Judaistik

- Konsekutiver Masterstudiengang

Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften
Institut für Judaistik
Ansprechpartner/-in
Dr. Klaus Herrmann
Adresse
Fabeckstr. 23-25
14195 Berlin

Für den Zugang zum Masterstudiengang müssen Bewerberinnen und Bewerber die folgenden Voraussetzungen nachweisen:

  • Berufsqualifizierender deutscher oder gleichwertiger ausländischer Abschluss eines Hochschulstudiums mit einem Studienanteil von mindestens 60 Leistungspunkten in Modulen mit für Judaistik/Jüdische Studien relevanten Inhalten in Judaistik/Jüdische Studien, Antisemitismusforschung, Arabistik, Geschichtswissenschaft, Holocaust Studies, Islamwissenschaft, Osteuropastudien, Philosophie, Religionswissenschaft, Semitistik oder in vergleichbaren Fächern.
  • Nachweis von Hebräischkenntnissen im Umfang des Hebraicums, die Teil der nachzuweisenden 60 Leistungspunkte Judaistik/Jüdische Studien sein können.
  • Nachweis von Englischkenntnissen (Niveau B2 GER).

Der Studiengang ist zulassungsbeschränkt.

Bewerberinnen und Bewerber, deren Muttersprache nicht Deutsch ist und die ihren Studienabschluss an einer ausländischen Universität oder gleichgestellten Einrichtung erworben haben, müssen den Nachweis der erforderlichen Sprachkenntnisse für den Studiengang oder eines gleichwertigen Kenntnisstandes gemäß der Ordnung für die Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang ausländischer Studienbewerberinnen und -bewerber an der Freien Universität Berlin erbringen.

Weitere Informationen zu den Zugangsvoraussetzungen enthält die Satzung zur Regelung der Vergabe von Studienplätzen für den Masterstudiengang Judaistik (pdf-Datei).

Die Studierenden haben keine Teilnahmegebühren, aber allgemeine Semestergebühren und -beiträge zu tragen.

Der Masterstudiengang Judaistik bietet eine interdisziplinär ausgerichtete fachwissenschaftliche und forschungsorientierte Ausbildung, die neben dem fachspezifischen Kernbereich „Judaistik“ auch die Profilbildung in den Bereichen „Judentum und Islam“ sowie „Holocaust Studies“ anbietet, wobei die Module zu Holocaust Studies am amerikanischen Touro College Berlin studiert werden. Mit seiner Konzentration auf die Themen „Judentum und Islam“ sowie „Holocaust Studies“ besitzt dieser Master ein hohes Maß an gesellschaftlicher und politischer Relevanz, wobei diese Studieninhalte zudem eine besondere Aktualität aufweisen.

Im Kernbereich werden vertiefte Kenntnisse über die verschiedenen Ausprägungen jüdischen Selbstverständnisses, über die gesellschaftlichen, kulturellen und sozialen Aspekte jüdischer Existenz in multireligiös geprägten Kontexten sowie über jüdische Antworten auf die Moderne und Postmoderne, die durch die Begriffe Aufklärung, Emanzipation, Akkulturation und Zionismus, aber auch durch den Begriff Antijudaismus/Antisemitismus gekennzeichnet sind, vermittelt.

Die Module des Wahlpflichtbereichs vertiefen, je nach gewählter Schwerpunktsetzung, Aspekte des Kernbereichs. Sie vermitteln vertiefte Kenntnisse zu den Akteuren, der Medialität und der Präsentation von Wissen in der rabbinischen Literatur und in weiteren spezifisch jüdischen Wissenstraditionen in Wissenschaft, Philosophie und Mystik von der Antike bis zur Gegenwart. Sie vermitteln Kenntnisse zu jüdischem Leben im islamischen Kulturkreis sowie zu den Dynamiken dieser beiden Religionsgemeinschaften in der Moderne und in der Gegenwart (Profil "Judentum und Islam") und sie verbinden judaistisches Fachwissen mit wissenschaftlich fundierten Kenntnissen in Ursachen, Ausformungen und Wirkungen von Antisemitismus und Rassismus sowie detaillierte Kenntnisse über den Holocaust, seine Voraussetzungen, seinen Ablauf sowie seine Auswirkungen bis in die Gegenwart (Profil "Holocaust Studies").

Im Komplementärbereich ohne Profilstudium stehen Sprachmodule, Fachmodule aus dem Wahlpflichtbereich sowie Fachmodule anderer Masterstudiengänge zur Wahl. Im Komplementärbereich für das Profilstudium „Judentum und Islam“ stehen Sprachmodule sowie Fachmodule, vorzugsweise der Fächer Arabistik, Iranistik, Islamwissenschaft, Philosophie, Religionswissenschaft, Semitistik und Turkologie zur Wahl. Im Komplementärbereich für das Profilstudium „Holocaust Studies“ stehen Sprachmodule sowie Fachmodule, vorzugsweise der Fächer Geschichtswissenschaft und Osteuropastudien zur Wahl. Die Module des Komplementärbereichs und die darin erbrachten Leistungen dürfen nicht mit bereits absolvierten oder noch zu absolvierenden Modulen und Leistungen des Masterstudiengangs übereinstimmen.

Sowohl im Kernbereich als auch im Wahlpflichtbereich und in den Bereichen des Profilstudiums wird der Forschungsgegenstand auch auf Gender- und Diversityaspekte hin untersucht und verschiedene Modellierungen von Geschlechterverhältnissen werden in ihren jeweiligen religiösen, kulturellen und sozialen Zusammenhängen reflektiert. Unter den zahlreichen für die Erforschung des Judentums wichtigen Sprachen ist das Hebräische als in allen Epochen relevante Konstante von großer Bedeutung; je nach Schwerpunktbildung und gewählten Modulen ist die Lektüre originalsprachlicher Quellen zu Problemstellungen der rabbinischen Literatur, der mittelalterlichen jüdischen Exegese und Philosophie, der jüdischen Mystik und Kabbala ein Lerninhalt.

Der Masterstudiengang Judaistik schöpft die Bandbreite der an der FU-Berlin angesiedelten Fächervielfalt aus, vor allem der Geschichtswissenschaft sowie derjenigen Fächer, die sich im weitesten Sinn mit der islamischen Geschichte und Kultur befassen. Darüber hinaus bietet die Freie Universität Berlin hervorragende Bibliotheken, Recherchequellen und auch unbeschränkten Zugang zum Visual History Archive der Shoah Foundation.

Die Freie Universität Berlin gehört zusammen mit der Humboldt-Universität zu Berlin, der Technischen Universität Berlin, der Universität Potsdam, der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) sowie mit dem Abraham Geiger Kolleg und mit dem Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien zu den Trägereinrichtungen des Selma Stern Zentrums für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg, deren Lehrveranstaltungen zu Jüdischen Studien und Antisemitismusforschung als Studienleistungen gegenseitig anerkannt werden.

Am Standort Berlin haben Studentinnen und Studenten Zugang zu umfangreichen Sammlungen von Archiven (Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz mit Orientabteilung; Neue Synagoge – Centrum Judaicum; Leo Baeck Archiv am Jüdischen Museum) und Spezialbibliotheken (Bibliothek des Jüdischen Museums, Haus der Wannseekonferenz, Topographie des Terrors, Bibliothek der Jüdischen Gemeinde; Bibliothek des Touro College Berlin) sowie zu Sammlungen der anderen Universitäten und öffentlichen Bibliotheken. Das Institut ermöglicht Studentinnen und Studenten den Zugang zu den wichtigsten Datenbanken der rabbinischen Literatur.

Zulassungs­modus 1. Fach­semester
Keine Zulassungsbeschränkung
Zulassungs­modus höheres Fach­semester
Keine Zulassungsbeschränkung (zum Wintersemester für das 3., zum Sommersemester für das 2. und 4. Fachsemester)
Zulassungs­beschränkung (NC)
ja
Bewerbung bei
Freie Universität Berlin
Bewerbungs- und Anmelde­zeitraum
Nur für das 1. Fachsemester: 15.04.-31.05. (zum Wintersemester) und 01.12.-15.01. (zum Sommersemester), nur für das höhere Fachsemester: 01.07.-15.08. (zum Wintersemester) und 01.01.-15.02. (zum Sommersemester)
Studienbeginn
Winter- und Sommersemester
Studiensprachen
Deutsch, Englisch
Regel­studien­zeit
4 Semester

Der Masterstudiengang Judaistik setzt sich aus den Modulen des Kernbereichs, des Wahlpflichtbereichs/Bereichs des Profilstudiums („Judentum und Islam“, „Holocaust Studies“) und des Komplementärbereichs zusammen. Im Komplementärbereich stehen Sprachmodule sowie Fachmodule anderer Masterstudiengänge zur Wahl.

Aufbau und Ablauf des Studiums regelt die Studienordnung. Sie enthält detaillierte Beschreibungen der Inhalte und Qualifikationsziele jedes einzelnen Moduls und einen exemplarischen Studienverlaufsplan. Die Prüfungsordnung definiert Art und Anforderungen der Prüfungsleistungen der Module und der Master-Prüfung. In den Ordnungen sind die Leistungspunkte (LP) für jedes Modul bzw. jede Veranstaltung sowie der Arbeitsaufwand in Zeitstunden für das gesamte Studium angegeben.

Die Masterarbeit soll zeigen, dass die Studierenden in der Lage sind, eine Forschungsaufgabe mit wissenschaftlichen Methoden selbstständig zu bearbeiten und darzustellen. Nach erfolgreichem Abschluss des Studienprogramms wird der Hochschulgrad Master of Arts (M.A.) verliehen.

Module des Studiengangs

Kernbereich

Modul  Jüdisches Selbstverständnis und Toleranz
Modul  Jüdische Lebenswelten
Modul  Jüdische Antworten auf die Moderne und Postmoderne
Modul  

Im Wahlbereich ohne Profilstudium sind drei der folgenden Module zu belegen:

Modul  Normative Traditionen im kulturellen Wandel
Modul  Judentum und Islam
Modul  Jüdische Wissensgeschichte
Modul  Geschichte des Holocaust
Modul Folgen des Holocaust
Modul Geschichte und Folgen des Holocaust

Im Wahlbereich mit dem Profil „Judentum und Islam“ sind die folgenden Module zu belegen:

Modul  Normative Traditionen im kulturellen Wandel
Modul  Judentum und Islam
Modul  Jüdische Wissensgeschichte
Im Wahlbereich mit dem Profil „Holocaust Studies“ sind die folgenden Module zu belegen:
Modul Geschichte des Holocaust
Modul Folgen des Holocaust
Modul Geschichte und Folgen des Holocaust
Im Komplementärbereich stehen Sprachmodule sowie Fachmodule anderer Masterstudiengänge zur Wahl.

Absolventinnen und Absolventen verfügen über vertiefte wissenschaftliche Kenntnisse und weiterführende berufsqualifizierende Kompetenzen, die in erster Linie auf kulturwissenschaftlich orientierte Berufsfelder und Tätigkeiten im universitären und außeruniversitären Forschungs- und Lehrbereich (Universitäten, wissenschaftliche Institutionen, Erwachsenen- und Weiterbildung) vorbereiten. Die erlernten spezifischen Kompetenzen eröffnen Zugang zu weiteren, weit gefächerten Berufsfeldern, vor allem im Bibliotheks-, Archiv- und Museumswesen, im Bereich der Gedenkstätten und Holocaustvermittlung, im Bereich der interreligiösen Arbeit, im Bereich der Medien (Presse, Verlage, Öffentlichkeitsarbeit) sowie in kulturellen und religiösen Organisationen.

  • Christina von Braun, Micha Brumlik (Hg.), Handbuch Jüdische Studien, Köln u.a. 2018.
  • Martin Goodman, Jeremy Cohen, David Sorkin (Hg.), The Oxford Handbook of Jewish Studies, Oxford 2003.
Online-Studienfachwahl-Assistenten der Freien Universität
Studieneinstieg an der Freien Universität Berlin