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SDG-Kompass

Ziele für Nachhaltige Entwicklung

Ziele für Nachhaltige Entwicklung
Bildquelle: Engagement Global

Die Freie Universität Berlin bekennt sich zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung, Beiträge zu einer zukunftsfähigen Welt zu leisten. Im Forschungsbereich reichen diese Aktivitäten bis in die Zeit des UN-Brundtland-Reports Our Common Future zurück, der noch vor der ersten Rio-Konferenz (1992) das Konzept der nachhaltigen Entwicklung im Jahr 1987 nachdrücklich auf der globalen politischen Agenda verankert hat.

Im eigenen Verantwortungsbereich hat die Freie Universität Berlin in den vergangenen zwei Jahrzehnten - ausgehend von einem betrieblichen Energie- und Umweltmanagement - ein holistisch ausgerichtetes Nachhaltigkeitsmanagement etabliert. Dieses orientiert sich an einem Whole-Institution-Ansatz, der auf eine Vernetzung der nachhaltigkeitsorientierten Aktivitäten in den unterschiedlichen Bereichen der Universität setzt. Bereits im Jahr 2016 verabschiedete das Präsidium der Universität ein partizipativ erarbeitetes Nachhaltigkeitsleitbild, mit dem sich die Universität in Forschung, Lehre, Transfer und auf dem Campus zur Orientierung an den Grundsätzen einer nachhaltigen Entwicklung verpflichtet. Mit der Ausrufung des Klimanotstandes im Dezember 2019 verbindet die Universität das Ziel, Nachhaltigkeit und Klimaschutz zukünftig bei allen Planungen und Entscheidungen zu berücksichtigen, in den Curricula umfassend zu verankern und die Universität bis 2025 klimaneutral zu gestalten.

Mit der Orientierung an den 2015 von der UN verabschiedeten globalen Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDG) betont die Universität die Interkonnektivität der zugrunde liegenden globalen Herausforderungen sowie die Entwicklungsdimension der daran anknüpfenden Lösungsstrategien. Der nachfolgende SDG-Kompass zielt darauf, die Verankerung der SDGs in den unterschiedlichen Universitätsbereichen sichtbar zu machen. Er gibt einen Überblick, welche Aktivitäten in Forschung, Lehre, Transfer und auf dem Campus den unterschiedlichen SDGs zugeordnet werden können.

Im Vorgriff darauf wollen wir Ihnen noch folgende Informationen geben: Die Freie Universität Berlin wertet seit 2017 Drittmittelprojekte in Hinblick auf ihren Bezug zu den SDGs aus. 665 (37 Prozent) der insgesamt 1.796 Projekte befassten sich 2019 mit Themen einer nachhaltigen Entwicklung. Das ist ein wesentlich höherer Anteil als noch 2017 (30 Prozent). Seit dem Sommersemester 2016 wertet die Stabsstelle Nachhaltigkeit & Energie zudem die Lehrveranstaltungen aus. Die 17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung (SDGs) sind die Grundlage für den dabei verwendeten Kriterienkatalog. Die Auswertung des Wintersemesters 2019/20 zeigt, dass 678 bzw. 16,3 Prozent aller erhobenen 4.159 Lehrveranstaltungen einen Nachhaltigkeitsbezug aufweisen. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Anstieg um zwei Prozentpunkte.

SDG 1 - Keine Armut

Das erste SDG zielt auf die Überwindung der Armut weltweit und in all ihren gesellschaftlichen Facetten. Die Beseitigung von Armut ist eine der größten politischen Herausforderungen, die in einem globalisierten Wirtschaftssystem alle Regionen und Länder betrifft. Lesen Sie hier, welche wissenschaftliche Expertise, Lehrangebote und konkreten Handlungsansätze an der Freien Universität sich diesem SDG widmen.

SDG 2 - Kein Hunger

Das zweite SDG adressiert die Überwindung von Hunger sowie die Förderung von Ernährungssicherheit und einer besseren Ernährung durch nachhaltige Landwirtschaft und ländliche Entwicklung.

SDG 3 - Gesundheit und Wohlergehen

Beim dritten Nachhaltigkeitsziel geht es darum, Menschen aller Altersstufen ein gesundes Leben zu sichern und ihr Wohlergehen zu fördern. Dies beinhaltet den Zugang zu medizinischer Versorgung, gesunder Luft und Ernährung sowie sauberem Wasser.

SDG 4 - Hochwertige Bildung

Das vierte SDG adressiert eine der Kernkompetenzen der Freien Universität Berlin: hochwertige Bildung. Angestrebt wird hierbei nicht nur eine hohe Qualität im Bildungssektor, sondern auch ein inklusiver und gerechter Zugang zu Bildung sowie die Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle Menschen.

SDG 5 - Geschlechtergerechtigkeit

Das SDG 5 zielt auf Geschlechtergerechtigkeit und die Befähigung von Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung. Gleichberechtigung der Geschlechter bedeutet vor allem Chancengleichheit für Mädchen und Frauen sowie gleichgestellte Beteiligung an Entscheidungen oder an Führungspositionen. Die Freie Universität Berlin betreibt bereits seit 30 Jahren aktive Gleichstellungspolitik sowie Frauen- und Geschlechterforschung.

SDG 6 - Sauberes Wasser und Sanitäranlagen

Wasser - Ursprung und Grundlage allen Lebens. Dennoch haben etwa 10% der Menschen weltweit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Das sechste Nachhaltigkeitsziel fokussiert auf die Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser sowie die sanitäre Versorgung für alle Menschen.

SDG 7 - Bezahlbare und Saubere Energie

Das siebte SDG zielt darauf, den Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle zu sichern. Die Freie Universität forscht und lehrt nicht nur in diesem Kontext, sondern betreibt schon seit vielen Jahren ein effektives Klimaschutzmanagement und bezieht seit 2010 ausschließlich klimaneutralen Strom.

SDG 8 - Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum

Das achte SDG zielt darauf, dauerhaftes, inklusives, nachhaltiges Wirtschaftswachstum sowie produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit zu fördern. Die Aktivitäten der Freien Universität in diesem Kontext finden Sie nachfolgend.

SDG 9 - Industrie, Innovation und Infrastruktur

Das SDG 9 umfasst die drei eng miteinander verknüpften Teilbereiche Infrastruktur, Industrialisierung und Innovationen. Es zielt darauf, eine widerstandsfähige Infrastruktur aufzubauen, eine breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung zu fördern und Innovationen zu unterstützen. Das bedeutet, belastbare Verkehrs-, Bewässerungs- und Energienetze sowie sichere Informations- und Kommunikationssysteme zu schaffen. Die Stärkung sozialer Infrastrukturen in den Bereichen Bildung, Gesundheitsversorgung und staatlicher Verwaltung gehören ebenfalls dazu. Diese grundlegenden Strukturen sind die Voraussetzung dafür, eine emissionsarme und nachhaltige Industrialisierung zu fördern und entsprechende Innovationen zu unterstützen.

SDG 10 - Weniger Ungleichheiten

Die Vereinten Nationen haben sich in ihrer Agenda 2030 mit dem SDG 10 zum Ziel gesetzt, die Ungleichheit in und zwischen den Ländern zu verringern. Die Vermögens- und Einkommensungleichheit ist weltweit hoch und wächst in zahlreichen Ländern.

SDG 11 - Nachhaltige Städte und Gemeinden

Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig zu gestalten ist Inhalt des SDGs 11. Über die Hälfte der Menschheit wohnt in Städten - mit steigender Tendenz. Für 2050 wird prognostiziert, dass 75% der Weltbevölkerung im urbanen Raum lebt. Städte sind damit zentrale Akteure und Arenen nachhaltiger Entwicklung.

SDG 12 - Nachhaltige/r Konsum und Produktion

Das SDG 12 thematisiert nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster und zielt auf die notwendige Veränderung von Lebensstilen und unserer Wirtschaftsweise. Nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion bedeuten, heute so zu konsumieren und zu produzieren, dass die Befriedigung der Bedürfnisse der derzeitigen und der zukünftigen Generationen unter Beachtung der Belastbar-keitsgrenzen der Erde und der universellen Menschenrechte gewährleistet wird. Dazu müssen Wachstum und Wohlstand so weit wie möglich von der Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen entkoppelt werden.

SDG 13 - Maßnahmen zum Klimaschutz

Das Ziel 13 adressiert Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen. Ziel ist die Einhaltung einer der wichtigsten Belastungsgrenzen weltweit, um das Überleben der Menschheit in der bisherigen Form zu gewährleisten. Der Schutz des globalen Klimas stellt eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts dar. Zügige und ambitionierte Maßnahmen zur Minderung klimaschädlicher Emissionen sowie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels sind für eine weltweite nachhaltige Entwicklung von großer Relevanz. Die Freie Universität setzt sich mit diesem Thema nicht nur in Forschung und Lehre auseinander, sondern stellt sich auch als Institution der Verantwortung, die CO2-Bilanz zu reduzieren und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

SDG 14 - Leben unter Wasser

Ökologisch intakte, leistungsfähige Meeres- und Küstenökosysteme sind für eine nachhaltige Entwicklung von hoher Relevanz. Zwei Drittel des Planeten sind mit Wasser bedeckt, damit umfassen Meere, Seen und Flüsse das größte Ökosystem der Erde. Der Schutz und die nachhaltige Nutzung der aquatischen Ökosysteme zielt auf den Erhalt der Ernährungssicherheit und der Biodiversität. Dringlich sind zudem Maßnahmen der Anpassung der Küstenbewohner an die Auswirkungen des Klimawandels. Die größten Gefahren für das Ökosystem gehen neben Überfischung und dem Klimawandel von der Verschmutzung durch menschlichen Abfall aus.

SDG 15 - Leben an Land

Das SDG 15 zielt darauf, Landökosysteme zu schützen, Wälder nachhaltig zu bewirtschaften, Wüstenbildung zu bekämpfen, Bodendegradation umzukehren und dem Verlust der Biodiversität ein Ende zu setzen. Terrestrische Ökosysteme sind Grundlage für eine vielfältigen Ernährung. Sie sichern saubere Luft und sauberes Trinkwasser und stellen wichtige Rohstoffe bereit. Als CO2-Senken leisten sie einen Beitrag zum Klimaschutz und sind temperaturausgleichend.

SDG 16 - Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen

Das SDG 16 ist eines der Schlüsselziele der Agenda 2030. Es zielt darauf, friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung zu fördern, allen Menschen gleichberechtigten Zugang zu einer unabhängigen Justiz zu ermöglichen und leistungsfähige, inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufzubauen.

SDG 17 - Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Die Agenda 2030 basiert auf globalen Partnerschaften, die Akteure auf Augenhöhe und zudem inklusiv und gleichberechtigt betrachten. Gegenseitiger Respekt, gemeinsam getragene Werte und eine gebündelte Kraftanstrengung aller Akteure sind notwendig, um die Ziele der Agenda zu erreichen. Kooperationen mit anderen wissenschaftlichen Einrichtungen in allen Teilen der Welt sind ein Grundpfeiler der Tätigkeit von Universitäten.

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