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Prof. Dr. Martin Lücke

Die Lehrkräftebildung ist im sozial sehr exklusiven Bildungssystem in Deutschland einer der Bereiche, in dem am ehesten first generation-Studierende zu finden sind (so wie ich selbst einmal einer war). Gerade die zu stärken und zu motivieren ist besonders befriedigend.

Prof. Dr. Martin Lücke

Prof. Dr. Martin Lücke

Stellen Sie sich vor, Sie kommen in der U-Bahn darüber ins Gespräch, was Sie an der Freien Universität in der Lehrkräftebildung tun. Was erzählen Sie zwischen zwei Stationen?

In der Lehrkräftebildung bin ich zum einen als Professor für die Didaktik der Geschichte zuständig. Wir diskutieren mit unseren Studierenden darüber, welchen praktischen ‚Nutzen‘ der Umgang mit Geschichte in unserer Gegenwart überhaupt hat – und entwickeln auf dieser Basis Ideen für die Konzeption und Gestaltung von Geschichtsunterricht in der Schule. Ziel eines solchen Geschichtsunterrichts soll es sein, lebensweltliche Interessen von Schüler*innen aufzugreifen.

In der DSE habe ich zwei unterschiedliche Funktionen: als Mitglied im Institutsrat und als stellvertretender Direktor. Auf diese Weise komme ich mit den unterschiedlichsten Akteur*innen der Lehrkräftebildung an der FU ins Gespräch – und merke immer wieder, wie vielfältig die Aufgaben der Lehrkräftebildung sind.

Warum tun Sie, was Sie tun?

Vielleicht hört es sich paradox an: weil Geschichte genauso oft schaden kann wie sie nützt. Und es ist wichtig, künftige Geschichtslehrer*innen dafür zu sensibilisieren, wie machtvoll Geschichtsdiskurse sind. Und gerade die Lehrkräftebildung ist im sozial sehr exklusiven Bildungssystem in Deutschland einer der Bereiche, in dem am ehesten first generation-Studierende zu finden sind (so wie ich selbst einmal einer war). Gerade die zu stärken und zu motivieren ist besonders befriedigend.

Was ist das Wichtigste, Spannendste oder Unerwartetste, was Sie an der Freien Universität gelernt haben?

Die FU Berlin ist ein riesiger Tanker, der insgesamt in die richtige Richtung fährt. Es ist nicht einfach, die Fahrtrichtung zu beeinflussen. Aber auf der Kommandobrücke, im Maschinenraum, den vielen Restaurants und vor allem in den Passagierkabinen trifft man immer viele spannende Mitreisende.

Prof. Dr. Martin Lücke leitet den Arbeitsbereich Didaktik der Geschichte, ist stellvertretender Direktor der Dahlem School of Education und Wissenschaftlicher Leiter des Margherita-von-Brentano-Zentrums.