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Konzeptlabor Identity Politics

8. - 10. April 2010

 

Das Konzeptlabor war in zwei Teile unterschiedlichen Formats gegliedert:
Der erste Teil bestand aus einer gut besuchten öffentlichen Podiumsdiskussion, die auch ein Medienecho fand (Tagesspiegel vom 9. April 2010: „Identität als Puzzle“ von Andrea Dernbach; Interview des RBB Kulturradio mit dem DHC-Sprecher Joachim Küpper, gesendet am 8. April 2010, 9:10 Uhr, im Rahmen der Sendung Wissen).
Der zweite Teil des Konzeptlabors wurde als intensive, interne Diskussion (mit begrenzter Öffentlichkeit) anhand von Vorträgen der Teilnehmer*innen organisiert, mit anschließender kritischer Aussprache.

Teilnehmer*innen der Podiumsdiskussion:

Homi K. Bhabha (Harvard University) ist Anne F. Rothenberg Professor am Department of English, Direktor des Humanities Center sowie Senior Advisor des Präsidenten und Kanzlers für geisteswissenschaftliche Fragen an der Harvard University. Hauptthemen seiner zahlreichen Publikationen sind unter anderem koloniale und postkoloniale Theorie, kultureller Wandel und Macht sowie Kosmopolitismus. Zu seinen bekanntesten Titeln gehören etwa Nation and Narration (1990) und The Location of Culture (1994; dt. Die Verortung der Kultur, 2000). Bhabha ist Mitglied des Internationalen Beirats der Graduate School of North American Studies und des Internationalen Forschungskollegs "Interweaving Performance Cultures" an der Freien Universität Berlin sowie des Advisory Boards der Literaturwissenschaftlichen Symposien der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Er ist Vizepräsident des Global Agenda Council des World Economic Forum on Values und war Berater des UNESCO-Weltberichts zur kulturellen Vielfalt.
Akeel Bilgrami (Columbia University) ist Johnsonian Professor für Philosophie an der Columbia University. Nach seinem B.A. in Englischer Literatur am Elphinstone College in Bombay studierte er als Rhodes Scholar Philosophie, Politik und Wirtschaft an der Oxford University. Seinen Ph.D. in Philosophie erlangte er an der Universität Chicago. Bilgrami ist Autor von Belief and Meaning (1992), Self-Knowledge and Resentment (2006), Secularism and the Moral Psychology of Identity (im Erscheinen). Derzeit arbeitet er an einem Buch über Gandhis Philosophie und an einer größeren Arbeit über Practical Reason in Morals and Politics.
Gülşen Çelebi arbeitet als Rechtsanwältin für Familien-, Straf- und Ausländerrecht  in Düsseldorf und engagiert sich insbesondere für die Rechte von Frauen mit islamischem Hintergrund. Sie ist Mit-Autorin des – mittlerweile verbotenen – Buchs Kein Schutz, nirgends (2008), in dem sie den vor drei Jahren begangenen Ehrenmord an einer ihrer Mandantinnen schildert. Aufgrund ihres ehrenamtlichen Engagements wurde sie dieses Jahr mit dem SPD-Preis BürgerInnenEngagement Düsseldorf ausgezeichnet.
 Luiz Costa Lima (Pontifícia Universidade Católica (PUC), Rio de Janeiro) ist Professor für Vergleichende Literaturwissenschaft an der Pontifícia Universidade Católica (PUC) in Rio de Janeiro und lehrt Geschichtstheorie am Institut für Geschichtswissenschaft. In seiner aktuellen Forschung beschäftigt er sich mit "Fiktion und dessen Formen". Im Jahr 1996 erhielt er den Humboldt Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung. Costa Lima lehrte an der University of Minnesota und war Gastprofessor in Stanford, an der Universtät Montréal, der Université Paris VIII, der Universidad Católica de Chile (Santiago), der Universidad Iberoamericana de México, der Johns Hopkins University sowie Fellow am Zentrum für Literaturforschung in Berlin. Er publiziert zu Literaturtheorie, Vergleichender Literaturwissenschaft, brasilianischer Kultur und Literatur.  Die neusten Titel lauten: O Controle do imaginário e a afirmação do romance (2009) und História. Ficção. Literatura (2006). In englischer Sprache sind erschienen: Control of the Imaginary (1988, dt. Die Kontrolle des Imaginären, 1990); The Dark Side of Reason. Fictionality and Power (1992); The Limits of Voice. Montaigne. Schlegel. Kafka (1996).
Dan Diner (Hebrew University of Jerusalem/Simon-Dubnow-Institut, Leipzig) studierte Rechtswissenschaft und Geschichte und ist Professor für Neuere Geschichte an der Hebrew University of Jerusalem sowie Direktor des Simon-Dubnow-Instituts für Jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig. Er ist Professor am Historischen Seminar der Universität Leipzig und Ordentliches Mitglied der Philologisch-historischen Klasse der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. Diner ist Autor zahlreicher Publikationen zur europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts und zum Vorderen Orient. Er publiziert zur deutschen Geschichte, insbesondere des Nationalsozialismus und des Holocaust sowie zur jüdischen Geschichte. Zuletzt erschien: Disseminating German Tradition. The Thyssen Lectures (2009); Aufklärungen. Über Varianten von Moderne (2008); Gegenläufige Gedächtnisse. Über Geltung und Wirkung des Holocaust (2007); Restitution and Memory. Material Restoration in Europe (Mithg., 2007); Synchrone Welten. Zeitenräume jüdischer Geschichte (Hg., 2005); Versiegelte Zeit. Über den Stillstand in der islamischen Welt (2005).
Esiaba Irobi (Ohio University) wurde in der Republik Biafra geboren und lebte im Exil in Nigeria, Großbritannien und den USA. Er studierte English/Drama und Vergleichende Literaturwissenschaft an der University of Nigeria sowie Film- und Theaterwissenschaft an der University of Sheffield. Seine theaterwissenschaftliche Doktorarbeit (University of Leeds) erscheint demnächst unter dem Titel: A Theatre for Cannibals: Images of Europe in African Performance of the Pre-Modern, Modern and Post-Modern Periods. Sein letztes Buch trägt den Titel: Before They Danced in Chains : Performance Theories of Africa and the African Diaspora (2008). Irobi ist derzeit Research Fellow am Internationalen Forschungskolleg "Interweaving Performance Cultures" der Freien Universität Berlin und arbeitet an einem Buch mit dem Titel: There is a Thief in All of Us: The Politics and Aesthetics of International Performance in the Age of Globalization.
 Eun-Jeung Lee (Freie Universität Berlin) hat Politikwissenschaft, Soziologie und Ethnologie an der Ewha Frauenuniversität in Seoul und der Georg-August-Universität Göttingen studiert. Dort promovierte sie 1993 in Politikwissenschaft. 2001 wurde Lee an der Universität Halle-Wittenberg habilitiert. Seit 2008 ist sie Professorin für Koreastudien an der Freie Universität Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind interkulturelle Ideengeschichte, politische Kultur und moderne politische Geschichte Koreas. Zu ihren Publikationen gehören u.a. Konfuzius interkulturell gelesen (2008), Korea im demokratischen Aufschwung (2005), "Anti-Europa". Die Geschichte der Rezeption des Konfuzianismus und der konfuzianischen Gesellschaft seit der frühen Aufklärung (2003) und Konfuzianismus und Kapitalismus (1997).
Ufuk Topkara (Jüdisches Museum Berlin) studierte Geschichte und Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin und arbeitet derzeit im Jüdischen Museum Berlin als Museumsführer. Als Fulbright Scholar studierte er 2009 an der Harvard University, Cambridge, USA. Bereits 2007 war er Fellow im Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten des U.S. Repräsentantenhauses und nahm am "Lantos/Humanity in Action Capitol Hill Fellowship Program" teil.  Im Jahr zuvor war er Teilnehmer des Humanity in Action U.S. Program in New York City "Demokratie und Vielfalt in den USA". Während seines Studiums engagierte er sich im Arbeitskreis der Amadeo-Antonio Stiftung "Antisemitismus in mehrheitlich muslimisch sozialisierten Milieus". Von 1997 bis 2003 war er Referent für den Islam in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Berlin und hielt Vorträge zu Islamischer Theologie.

Eine Videoaufnahme der Podiumsdiskussion steht zur Verfügung.


Die Präsentator*innen des zweiten Teils waren neben einigen Teilnehmer*innen des öffentlichen Panels (Bhabha, Bilgrami, Costa Lima, Diner, Lee, Irobi), Susan Arndt (Universität Bayreuth), Nikita Dhawan (Goethe-Universität Frankfurt), Helen Gilbert (Royal Holloway, University of London) und Kien Nghi Ha, die sich mit der Identitätsfrage wissenschaftlich intensiv beschäftigt haben.
Die zentralen Papers dieses zweiten Teils sollen noch im Jahr 2010 bei de Gruyter auf Englisch in den Druck gehen.