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Wissen managen

Thomas Mellewigt ist neuer Stiftungsprofessor an der Freien Universität Berlin

Von Kerrin Zielke

„Das ist der erste Lehrstuhl in Deutschland, der das Thema Wissensmanagement unter dem Blickwinkel der Unternehmensführung untersucht“, sagt Thomas Mellewigt. Der Betriebswirtschaftler wechselt in diesem Wintersemester an die Freie Universität Berlin: als Professor am Lehrstuhl für „Wertschöpfungsorientiertes Wissensmanagement“, am Institut für Management des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaft. Mellewigt ist einer der beiden Stiftungsprofessoren der Deutschen Telekom Stiftung.


T. Mellewigt; Foto: Bernd Wannenmacher

Den zweiten Lehrstuhl hat die Stiftung an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) geschaffen. Hier forscht Tobias Kretschmer, zuletzt an der London School of Economics, am Lehrstuhl „Kommunikationsökonomie“. Beide Professoren untersuchen, wie sich die Informations- und Wissensgesellschaft auf Unternehmen und Menschen im Wirtschaftsleben auswirkt. Die Deutsche Telekom Stiftung investiert über mehrere Jahre insgesamt über vier Millionen Euro in die Lehrstühle, die miteinander vernetzt forschen sollen. Auch deshalb fiel die Wahl auf die Freie Universität und die LMU. Beide Hochschulen sind bereits vor Jahren eine strategische Partnerschaft eingegangen und arbeiten auf vielen Gebieten zusammen.

Thomas Mellewigt zog es von Paderborn nach Berlin. An der Universität Paderborn hatte der 43-Jährige seit 2004 den Lehrstuhl für Organisation und Unternehmensführung inne. Zunächst aber arbeitete Mellewigt nach seiner Promotion 1995 an der Universität in Mainz fast vier Jahre in der Telekommunikationsbranche. „Das war eine sehr wichtige Zeit – und dass ich die Praxis kenne, kommt mir heute bei der Lehre zugute“, sagt Mellewigt. Forschung faszinierte ihn jedoch weiterhin, so kehrte er von 1998 bis 2003 als wissenschaftlicher Assistent an die Mainzer Universität zurück und ging dann als Professor für Betriebswirtschaftslehre an die Universität Leipzig.

Im Mittelpunkt von Mellewigts Arbeit an der Freien Universität Berlin steht das Thema Wissen: Wie entsteht Wissen? Wie kann es nutzbar gemacht werden? Wie sieht eine an Wissen orientierte Organisation aus? „Die Wertschöpfungsstrukturen haben sich in hoch entwickelten Volkswirtschaften in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend verändert“, so Mellewigt. „Damit hat die Koordination von Wertschöpfungsaktivitäten besondere Bedeutung erlangt.“ Im Kern gehe es darum, Wissensbestände von Personen und Organisationen zu verknüpfen und zu erweitern. Das richtige Management dieses Wissens könne entscheidend sein für den Erfolg von Unternehmen und ganzer Volkswirtschaften.

Thomas Mellewigt freut sich über seinen Wechsel in die Hauptstadt. Durch internationale Konferenzen weiß er, welche Strahlkraft Berlin als Wissenschaftsstandort hat. Aber auch ganz privat gefällt ihm sein neuer Wohnort: „Berlin ist einfach meine Lieblingsstadt, und ich habe mir schon seit Jahren gewünscht, hier zu arbeiten.“ Der passionierte Marathonläufer nahm gleich nach seinem Umzug Ende September beim berühmten Berliner Langstreckenlauf teil.