Workshop über Herausforderungen für die Gender Studies in Deutschland und der Türkei

Veranstaltung am 14. Februar 2020 an der Freien Universität Berlin

Nr. 016/2020 vom 28.01.2020

Ein Workshop über Herausforderungen für die Gender Studies in Deutschland und in der Türkei findet am Freitag, den 14. Februar 2020 an der Freien Universität Berlin statt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Freien Universität Berlin und des BLB Gender der türkischen Sabanci-Universität in Istanbul stellen ihre Forschungsschwerpunkte in der Geschlechterforschung und ihre aktuelle Arbeit zu unterschiedlichen Themen der Geschlechterforschung vor und diskutieren über neue Herausforderungen und Perspektiven. Der Workshop ist öffentlich, der Eintritt frei. Veranstaltungssprache ist Englisch.

Deutschland und die Türkei sind trotz ihrer geografischen Entfernung zwei Nationen, die in politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Bereichen tief verwurzelte Beziehungen unterhalten. Über die Verbindungen beider Länder ist auf unterschiedlichen Ebenen über Jahrzehnte vielfach und breit diskutiert worden – vom Anwerben türkischer sogenannter Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter in den 1960er Jahren bis in die jüngere Zeit, in der eine große Zahl türkischer Exil-Wissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern nach Deutschland kamen. Eine kritische Genderperspektive wird hierbei jedoch selten eingenommen.

Trotz der offensichtlichen Unterschiede in den Geschlechterrollen und ungeachtet der unterschiedlichen sozialen, kulturellen und politischen Gegebenheiten in Deutschland und der Türkei gibt es gemeinsame Probleme; dazu zählen geschlechtsspezifische Gewalt und eine ungleiche hierarchische Verteilung am Arbeitsplatz oder spezielle Probleme von Migrantinnen und LGBTQI+-Personen. LGBTI+ ist eine aus dem Englischen stammende Abkürzung für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Intersexuelle; weitere sexuelle und soziale Geschlechtsidentitäten sind einbezogen.

In jüngerer Zeit bedrohen konservativ oder rechtspolitisch motivierte Angriffe die Gleichstellung der Geschlechter und die institutionelle Geschlechterforschung, unter anderem in Ungarn, Polen, Spanien, Kroatien und Slowenien. Auch in Deutschland und der Türkei sind solche Diskurse weit verbreitet. Unter dem Schlagwort „Gender-Ideologie“ wird gegen verschiedene Gleichstellungsreformen und Gender-Mainstreaming in der Bildung mobilisiert, einschließlich der Hochschulbildung.

In dem Workshop wollen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im länder- und fächerübergreifenden wissenschaftlichen Dialog über theoretische und praktische Perspektiven zur Untersuchung ähnlicher Themen in unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Kontexten austauschen.

Zeit und Ort des Workshops „Contemporary Challenges to Gender Studies in Germany and Turkey“

  • Freitag, 14. Februar 2020, 10.00 bis 13.00 Uhr
    Seminarzentrum, Raum L115, Otto-von-Simson-Straße 26, 14195 Berlin

 

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