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Zugehörig in einer vernetzten Welt

Fachtagung Ethnologie vom 4. bis 7. Oktober 2017 an der Freien Universität Berlin

Nr. 245/2017 vom 21.09.2017

Unter dem Titel „Zugehörigkeiten: Affektive, moralische und politische Praxen in einer vernetzten Welt“ findet von Mittwoch, den 4. Oktober bis Sonnabend, den 7. Oktober 2017 an der Freien Universität Berlin die Tagung des deutschen ethnologischen Fachverbands statt, der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde (DGV e. V.). Mehr als 550 Tagungsgäste befassen sich in insgesamt 43 Workshops und sechs Plenarveranstaltungen mit den vielfältigen Verortungen, mit denen sich Menschen verschiedener Gesellschaften und Kulturen im 21. Jahrhundert zueinander in Beziehung setzen. Die Tagung wird am Mittwochabend mit einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Refuge Europe at Its Limits?“ (Zufluchtsort Europa an der Belastungsgrenze?) eröffnet. Am Freitagabend findet im Ethnologischen Museum ein öffentliches Podium statt, auf dem darüber diskutiert wird, welche Rolle der Ethnologie bei der Gestaltung des Humboldt-Forums in Berlin-Mitte zukommen kann und soll. Die Podiumsdiskussionen zum Humboldt Forum zum Thema Flucht sind öffentlich, der Eintritt ist frei. Für alle anderen Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich.

Ethnologinnen und Ethnologen aus dem In- und Ausland diskutieren auf der Fachtagung darüber, wie im Kontext globaler und transnationaler Verflechtungen Zugehörigkeiten zu sozialen, kulturellen, religiösen oder politisch definierten Kollektiven entstehen. Wie werden soziale und familiäre Bindungen über nationale und kontinentale Grenzen hinweg aufrechterhalten oder neu etabliert? Welche Rolle spielen hierbei neue Medien- und Kommunikationstechnologien? Wie strukturieren die vielfältigen rechtlichen und normativen Ordnungen einer vernetzten Welt Dynamiken der Zugehörigkeit? Welche Möglichkeiten eröffnen sie, und welche Prozesse der Ab- oder Ausgrenzung schaffen sie?

Bei der Auftaktveranstaltung wird am Mittwoch um 18.00 Uhr in einer öffentlichen Podiumsdiskussion die Frage erörtert, an welche Grenzen der „Zufluchtsort Europa“ im Kontext von Migrationsbewegungen und mit Blick auf das Ideal universaler Menschenrechte stoßen kann. Thema weiterer, nicht-öffentlicher Plenarveranstaltungen der Konferenz sind unter anderem die Ko-Existenz unterschiedlicher Religionen im Kontext von Urbanisierung und zunehmender gesellschaftlicher Vielfalt und die kolonialen Wurzeln von Wissensarchiven und ethnografischen Sammlungen. Diskutiert wird zudem über die Aushandlung affektiver Bindungen innerhalb familiärer Netzwerke im Migrationszusammenhang sowie den Umgang mit forschungsethischen Herausforderungen in der Ethnologie. Am Freitag um 19.00 Uhr findet im Kinosaal des Ethnologischen Museums in Dahlem eine öffentliche Podiumsdiskussion statt, bei der die Rolle der Ethnologie für die Zukunft des Humboldt Forums und dessen Umgang mit einer der weltweit größten und bedeutendsten Ethnologischen Sammlungen beleuchtet wird.

Seit 2015 ist der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde am Institut für Sozial- und Kulturanthropologie der Freien Universität angesiedelt. Die zweijährliche Konferenz des Fachverbands wird erstmals in der Geschichte der 1929 gegründeten Fachgesellschaft in Berlin abgehalten.

Podiumsdiskussion: Refuge Europe at Its Limits?

Zeit und Ort

  • Mittwoch, 4. Oktober 2017, Begrüßung um 17.30 Uhr, Beginn um 18.00 Uhr
  • Henry-Ford-Bau der Freien Universität Berlin, Max-Kade-Auditorium, Garystraße 35, 14195 Berlin, U3 (Freie Universität/Thielplatz)

Vortragstitel

  • Prof. Dr. Alessandro Monsutti: Reading Europe’s Migration Crisis: Mobility as a Political Act
  • Prof. Dr. Heath Cabot: The European Refugee Crisis and Humanitarian Citizenship in Greece
  • Žiga Podgornik-Jakil: Senses of Injustice in Emergency Shelters for Refugees in Berlin: From Everyday Forms of Resistance Towards Articulated Demands for Decent Living

Podiumsdiskussion zum Humboldt-Forum

Zeit und Ort

  • Freitag, den 6. Oktober, 19.00 bis 20.00 Uhr
  • Kinosaal des Ethnologischen Museums, Lansstraße 8, 14195 Berlin

Moderation

  • Thomas Schmidt, Wochenzeitung DIE ZEIT

Teilnehmerinnen und Teilnehmer

  • Prof. Dr. Albert Gouaffo, Université de Dschang/Cameroun (Germanistik)
  • Prof. Dr. Viola König, Ethnologisches Museum Berlin (Ethnologie und Altamerikanistik)
  • Prof. Dr. Carola Lentz, Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Ethnologie)
  • Prof. Dr. Wolfgang Schäffner, Humboldt-Universität zu Berlin (Wissens- und Kulturgeschichte)

Weitere Informationen

Kontakt

  • Prof. Dr. Hansjörg Dilger, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Sozial- und Kulturanthropologie der Freien Universität Berlin und Vorsitzender der DGV e. V., E-Mail: hansjoerg.dilger@berlin.de, Telefon: 030/838-56872
  • Dr. Julia Zenker, Geschäftsstellenleiterin der DGV e. V. am Institut für Sozial- und Kulturanthropologie der Freien Universität Berlin; E-Mail: juliazenker@zedat.fu-berlin.de, Telefon: 030/838-54910