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Groß Bauen. Großbaustellen von der Antike bis zur Gegenwart

Interdisziplinäre Tagung vom 28. bis 30. Oktober 2015 in Berlin und Cottbus - Gemeinsame Pressemitteilung der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Freien Universität Berlin

Nr. 326/2015 vom 23.10.2015

Großbaustellen von der Antike bis zur Gegenwart stehen im Mittelpunkt einer interdisziplinären Tagung vom 28. bis 30. Oktober 2015 in Berlin und Cottbus. Die Tagung ist das erste Querschnittskolloquium des DFG-Graduiertenkollegs „Kulturelle und technische Werte historischer Bauten“ der BTU Cottbus-Senftenberg und findet in Kooperation mit dem altertumswissenschaftlichen Exzellenzcluster Topoi der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin statt. Die Vortragenden beschäftigen sich mit so bekannten Bauwerken wie dem Jupiter-Tempel in Baalbek, der Kathedrale in Santiago de Compostela, der Eremitage in St. Petersburg oder der Berliner Mauer. Themen sind auch der DDR-Städtebau oder die römischen Kaiserpaläste. Den Eröffnungsvortrag am 28. Oktober an der Humboldt-Universität zu Berlin hält der Unternehmer und Autor Jürgen Lauber zum Thema „Warum im 21. Jahrhundert Großbauprojekte schief enden müssen“.

Die dreitägige Fachveranstaltung widmet sich der Leitfrage, wie das Bauen in seiner kulturellen und technischen Bedeutsamkeit für unterschiedliche Zeithorizonte und Kulturkreise einzuordnen ist. Im Fokus stehen dabei Großbaustellen, die trotz ihres innovativen Charakters und symbolischen Wertes in der Gegenwart deutlich in Misskredit geraten sind. Beispiele hierfür sind der Berliner Flughafen BER oder Stuttgart 21. Die Gründe dafür können vielschichtig sein und in einer unzureichenden Koordinierung, zu hohen Kosten oder gar in zu hohen politischen Erwartungen liegen. Darüber hinaus treten in der öffentlichen Wahrnehmung herausragende Beispiele für technische Innovationen und logistische Glanzleistungen in den Hintergrund, weil andere Großbauvorhaben durch Schwierigkeiten in der Bauorganisation und der Kostenkalkulation in die Schlagzeilen gekommen sind.

Doch dies ist nicht erst in der Gegenwart so, wie die über 600-jährige Bauzeit des Kölner Doms zeigt. Fragmente großer Bauten prägten das Bild historischer Städte und Landschaften über Jahrhunderte. Beispiele für Verzögerungen und Probleme bei Großbauvorhaben von der Antike bis in die Neuzeit hinein sind zahlreich. Gleichzeitig waren diese Bauprojekte aber auch Motoren des technischen und logistischen Fortschritts mit enormer politischer und symbolischer Bedeutung. Sie bilden gleichsam den Gegenpol zu den Widrigkeiten des Baustellenbetriebs, die den Alltag der betroffenen Gesellschaft oft über viele Generationen bestimmten.

Umso überraschender ist, dass es bisher kaum übergreifende und vergleichende Analysen zur Geschichte und gesellschaftlichen Bedeutung der Großbaustelle gibt. Das in Kooperation zwischen der Forschergruppe „XXL - Monumentales Wissen“ des Exzellenzclusters Topoi und dem DFG-Graduiertenkolleg „Kulturelle und technische Werte historischer Bauten“ der BTU Cottbus-Senftenberg organisierte Querschnittskolloquium will zur Schließung dieser Lücke beitragen.

Der Exzellenzcluster Topoi ist ein Forschungsverbund von Freier Universität Berlin und Humboldt-Universität zu Berlin in Kooperation mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, dem Deutschen Archäologischen Institut und dem Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte.

Das DFG-Graduiertenkolleg „Kulturelle und technische Werte historischer Bauten“ an der BTU Cottbus-Senftenberg stellt die Leistung bei der Errichtung von Bauwerken als Teil der Kulturgeschichte im Spannungsfeld zwischen Kunst und Technik in den Mittelpunkt der Forschungen. Der Zeitrahmen reicht dabei von der Antike bis zum 20. Jahrhundert. Die Fokussierung auf technik- und konstruktionsgeschichtliche Fragen und deren Verknüpfung mit Fragen der Institutionen- und Kulturlandschaftsgeschichte stellt dabei den eigentlich neuartigen Ansatz des Forschungsprogramms und das Alleinstellungsmerkmal des Kollegs dar. Das von der DFG geförderte interdisziplinäre Graduiertenkolleg wurde 2014 eingerichtet.

 

Weitere Informationen

Zeiten und Orte

  • Eröffnung und Abendvortrag in Berlin:
    Mittwoch, 28. Oktober 2015, 18.00 bis 21.30 Uhr
    Berlin: Heilig-Geist-Kapelle, Humboldt-Universität zu Berlin, Spandauer Straße 1, 10178 Berlin.
  • Querschnittskolloquium in Cottbus
    Donnerstag, 29. Oktober2015, 11.00 bis 19.30 Uhr und Freitag, 30. Oktober 2015, 9.00 bis 18.30 Uhr
    Cottbus: Dieselkraftwerk, Uferstraße, Am Amtsteich 15, 03046 Cottbus.

Im Internet

Kontakt

Topoi: Dr. Nina Diezemann, Exzellenzcluster Topoi, Freie Universität Berlin, Telefon 030 / 838-73190, E-Mail: nina.diezemann@topoi.org

DFG-Graduiertenkolleg: Albrecht Wiesener, DFG-Graduiertenkolleg 1913, BTU Cottbus-Senftenberg, Telefon 0355 / 69-4915, E-Mail: albrecht.wiesener@b-tu.de