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Kategorien der Grammatik – Kriterien und Grenzen

Internationale Konferenz vom 2. bis 4. Juli 2015 an der Freien Universität Berlin zu grundlegenden Fragen der Sprachwissenschaft

Nr. 194/2015 vom 25.06.2015

„Gibt es ein System hinter den unregelmäßigen Verben? Gibt es sprachliche Geisterphänomene? Und: Wie erwerben Kleinkinder ihre Muttersprache?“ – Solche und andere grundlegende Fragen der Sprachwissenschaft werden in einem Workshop vom 2. bis 4. Juli 2015 an der Freien Universität diskutiert. Etwa dreißig Wissenschaftler aus dem In- und Ausland werden Vorträge zur Kategorisierung in der Grammatik, ihren Kriterien und Grenzen halten und für Gespräche und Fragen zur Verfügung stehen. Die Konferenz wurde von der Arbeitsgruppe Historische Linguistik der Freien Universität Berlin organisiert und findet in englischer Sprache statt. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

„Die Klassifikation von Dingen ist nicht immer einfach und klar ersichtlich und kann vor allem auch kulturabhängig sein“, erklärt Horst Simon, Professor für Historische Sprachwissenschaft an der Freien Universität Berlin und Initiator der Konferenz. Denn Spatzen sind Vögel, Adler auch – und Pinguine ebenso. Wale und Fledermäuse gehören zu den Säugetieren. Und in China werden auf einem Obstteller zum Nachtisch neben Melonen und Pfirsichen auch Tomaten gereicht. Diese kategorischen Schwierigkeiten gebe es genauso auch im Bereich der Sprache. „Auch wenn der Schulunterricht vielleicht anderes suggeriert, finden sich bei genauerem Hinschauen viele grammatische Phänomenen, die sich nicht nur schlecht einordnen, sondern auch ganz schlecht erklären lassen“, sagt Horst Simon. Damit würden ganz grundsätzliche Fragen hinsichtlich Sinn und Unsinn etablierter grammatischer Kategorien aufgeworfen. Die Suche nach Antworten sei dann nicht nur von akademisch-theoretischem Interesse, sondern auch wichtig für viele Anwendungsgebiete, etwa für die automatische Sprachanalyse, wie sie modernen Computeranwendungen zugrunde liegt, oder bei der Anlage von Lehrbüchern für Fremdsprachen.

Weitere Fragen mit denen sich die Teilnehmer der Konferenz auseinandersetzen werden sind beispielsweise: Ist „bausparen“ ein Verb oder ein Nomen? Bezieht sich der Satz „Peter wird in der Küche sein.“ auf die Zukunft oder geht es stattdessen um eine Vermutung? Oder auch: Hat vielleicht das ältere Englische gar keine Subjekte? Sind gesprochene und geschriebene Sprache grundsätzlich verschieden? Und: Ab wann ist ein Fehler kein Fehler mehr, sondern eine selten vorkommende Ausnahme?

Weitere Informationen

Zeit und Ort

  • Donnerstag, 2. Juli bis Sonntag, 4. Juli 2015
  • Freie Universität Berlin, Seminarzentrum Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin. U-Bahnhof Dahlem-Dorf oder Thielplatz (U3)

Kontakt

Prof. Dr. Horst Simon, Institut für Deutsche und Niederländische Philologie der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-55478, E-Mail: horst.simon@fu-berlin.de

Im Internet                           

Konferenz: Kategorien der Grammatik – Kriterien und Begrenzungen