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Mathematik als Lebensretter

Informatiker der Freien Universität entwickeln Sicherheitstechnik, die Feuerwehrleute im Einsatz besser schützt

Nr. 181/2008 vom 12.06.2008

Großeinsatz der Berliner Feuerwehr

Großeinsatz der Berliner Feuerwehr
Bildquelle: Berliner Feuerwehr

Rund 8000 Mal im Jahr rückt die Berliner Feuerwehr zur Brandbekämpfung aus. Der Rauch macht den Feuerwehrleuten das Leben besonders schwer. Sie tragen zwar Atemschutzmasken, Helme und Schutzanzüge, die sogar bei 250 Grad noch der Hitze widerstehen – aber wenn der Qualm die Sicht vernebelt, müssen die Lebensretter ein Gebäude praktisch blind erkunden.

„Die Arbeitsgruppe Technische Informatik entwickelt zusammen mit Industriepartnern, Forschungseinrichtungen und der Berliner Feuerwehr ein System zur Lokalisierung von Einsatz-kräften. Während der Langen Nacht der Wissenschaften  können Sie sich über das Projekt informieren und mit den Entwicklern sprechen.

„Es ist der Herzenswunsch jeder Feuerwehr zu wissen, wie es ihren Leuten während eines Einsatzes geht und wo sie sich im Gebäude befinden“, sagt Wilfried Gräfling, Landesbranddirektor der Berliner Feuerwehr. Dieses Wissen kann Leben retten. Zurzeit verlässt sich ein Einsatzleiter noch auf bruchstückhaft zusammengesetzte Informationen und die eigene Erfahrung. Zusätzlich kann er über Sprechfunk direkt mit den Einsatzkräften in Kontakt treten.

In den kommenden zwei Jahren entwickeln die Wissenschaftler ein drahtloses, selbstkonfigurierendes Sensor-Netzwerk. Das Endprodukt, etwa so groß wie eine Streichholzschachtel, wird von den Feuerwehrleuten am Körper getragen. Neben der Position der einzelnen Feuerwehrleute werden Pulsfrequenz und die Temperaturen innerhalb und außerhalb der Schutzkleidung gemessen. Mit diesen aktuellen Angaben kann die Einsatzleitung entscheiden, wann es Zeit ist, einen Feuerwehrtrupp aus den Flammen herauszuholen.

„So ein komplexes Lokalisierungsverfahren auf dem Reißbrett zu entwerfen ist das eine. Ob es auch im Einsatz funktioniert, wenn Hitze, Rauchgase, Wasserdampf und Stahlbeton die Funkübertragung erschweren, das andere“, erläutert Michael Baar, Projektkoordinator am Institut für Informatik der Freien Universität, die größte Herausforderung für die Forscher. In zweieinhalb Jahren soll es einen Prototyp geben, auf den die Berliner Feuerwehr schon wartet.

Ort:
Takustraße 9, Haus 14, Raum SR 005, 14195 Berlin

Zeit: 17.00 - 1.00 Uhr

Weitere Informationen:
www.mi.fu-berlin.de/misc/langenacht/lndw2008/scatterweb.html

Ansprechpartner für Journalisten:

Michael Baar, Projektkoordinator, Institut für Informatik der Freien Universität Berlin
Telefon: 030 / 838-75131
E-Mail: michael.baar@fu-berlin.de


Allgemeine Informationen zur Langen Nacht der Wissenschaften:

  • Termin: Samstag, 14. Juni 2008, von 17.00 Uhr bis 1.00 Uhr

  • Mehr im Internet unter: www.fu-berlin.de/langenacht

  • Programmhefte können unter abt6@zedat.fu-berlin.de bestellt werden. Sie liegen in zahlreichen Geschäften in Dahlem aus. Erhältlich sind sie ferner im Unishop und am Infostand des Studentenwerks in der Habelschwerdter Allee 45 sowie im Präsidium der Freien Universität, Kaiserswerther Straße 16–18 (Foyer).

  • Tickets und Kassenstände:
    Eintrittspreise: 12 Euro; erm. 8 Euro (im Vorverkauf bis 13. Juni 10 Euro / 6 Euro); Familienticket: 24 Euro (im Vorverkauf 20 Euro, bis max. 5 Pers., davon bis 2 Erwachsene); Kinder bis 6 Jahre: Eintritt frei; Spät-Ticket: 5 Euro (Verkauf an Abendkassen ab 23.00 Uhr).

  • Vorverkauf: bei allen S-Bahn-Ticket-Verkaufsstellen und S-Bahn-Verkaufsautomaten

  • Abendkassen in Dahlem: Infostand nahe U-Bahnhof Dahlem-Dorf (Berliner Volksbank) sowie in vielen teilnehmenden Instituten.

  • Journalisten erhalten bei Vorlage eines gültigen Presseausweises freien Eintritt.