"Es spuckt in den Anden" Kultur und Geschichten rund um das Lama
Ausstellung vom 09.02. – 15.07.2001
Nr. 30/2001 vom 07.02.2001
Wer kennt das nicht? Vorsicht: Lama spuckt! Und Alpakas sind den meisten Mitmenschen auch nur in Form meist sehr bunter Pullover vertraut. Dass die Familie der südamerikanischen Kameliden zusätzlich noch Guanacos und Vikuñas umfasst, ist nur wenigen bekannt.
Diesem Mangel an Wissen hilft nun die aktuelle Ausstellung ab. Das Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin mit seinem Forschungsschwerpunkt "Andine Gesellschaften in Vergangenheit und Gegenwart" bietet in Zusammenarbeit mit dem ethnologischen Museum Berlin-Dahlem die Möglichkeit, das Ausstellungsobjekt explorativ kennenzulernen. Das interessierte Publikum erfährt hier nicht nur etwas über die Nutzung dieser Tiere als Lieferant von Fleisch, Wolle, Fellen, Leder und Heizungsmaterial (Lamamist), sie dienen auch als Packtiere, nutzen der Landschaftspflege und nicht zuletzt waren sie auch Opfertiere. Allerdings können sie nicht geritten werden.
Somit stellen die Kameliden seit der Besiedlung Südamerikas eine der bedeutenden Ressourcen für die Menschen dar. Nach dem Aussterben der Megafauna waren sie neben den Cerviden die einzigen Großsäugetiere, die den frühen Jägern und Sammlern nicht zur für die Jagd, sondern auch zur Herstellung von Bekleidung und Geräten zur Verfügung standen. Schließlich handelt es sich um die einzige Großtierart, welche auf dem amerikanischen Doppelkontinent domestiziert werden konnte.
Nach einem temporären Niedergang der ökonomischen Nutzung erfuhr auf Grund der Verflechtungen des Weltmarktes besonders die Wollproduktion in den Andenstaaten wieder einen beträchtlichen Aufschwung. Die Ausstellung veranschaulicht die historische Kontinuität und Veränderung der Kamelidennutzung im andinen Raum und richtet sich nicht nur an das interessierte Fachpublikum, sondern bietet besondere Führungen für Schüler- und Jugendgruppen, die von Studierenden der FU Berlin organisiert werden, an.
Ort und Zeit:
- Ethnologisches Museum, Arnimallee 27, 14195 Berlin, U-Bhf. Dahlem-Dorf
- 09 März bis 15 Juli 2001
Weitere Informationen
Lateinamerika-Institut der FU Berlin, Tel.: 030/838-53072 (Verwaltung), 838-56013 (Prof. Dr. Jürgen Golte)
