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Koreanischer Staatspräsident S.E. Kim Dae-jung an der Freie Universität Berlin

Bei seinem Besuch an der Freien Universität wird der koreanische Staatspräsident seine einzige politische Rede mit anschließender Diskussion halten

Nr. 42/2000 vom 01.03.2000

Im Rahmen seines mehrtägigen Deutschlandaufenthaltes wird der Staatspräsident der Republik Korea, S.E. Kim Dae-jung, am 9. März 2000 der Freien Universität Berlin einen Besuch abstatten. Dort wird der koreanische Staatspräsident seine einzige politische Rede mit anschließender Diskussion während seines Deutschland-Besuches halten. Thema seines Vortrages ist: "Die Lehren aus der deutschen Wiedervereinigung und aktuelle Fragen auf der koreanischen Halbinsel". Kim Dae-jung, der lange Zeit politisch verfolgt wurde, hat die Freie Universität auf Grund ihrer besonderen Gründungsgeschichte bewußt als Ort seiner Rede ausgesucht. Im Anschluß an seine Rede wird Kim Dae-jung vom Präsidenten der FU, Prof. Dr. Peter Gaehtgens, mit der goldenen FU-Medaille geehrt.

S.E. Kim Dae-jung wurde 1997 zum Präsidenten der Republik Korea gewählt und symbolisiert wie kaum ein anderer Koreas Bestreben nach Freiheit. Zeit seines Lebens hat sich Kim Dae-jung für Demokratie, Menschenrechte und für bessere Lebensbedingungen des koreanischen Volkes eingesetzt. Während der Militärdiktatur unter General Park Chung Hee (1961-1979) und seines Nachfolgers Chun Doo Hwan wurde Kim Dae-jung verschleppt, unter Hausarrest gestellt, zum Tode verurteilt und gezwungen, ins japanische und amerikanische Exil zu gehen.

Als prominentester Dissident Südkoreas organisierte Kim im amerikanischen Exil bis zu seiner endgültigen Rückkehr nach Korea 1985 die Anti-Diktatur-Bewegung. Mit dem Ende der Diktatur erlangte Kim 1987 seine politischen Rechte wieder. In demselben Jahr gründete er die Partei für Frieden und Demokratie, die anschließend in der von ihm ebenfalls gegründeten Demokratischen Partei aufging. Der Politikwissenschaftler Kim, der 1992 an der Diplomatic Academy of the Foreign Ministry of Russia in Moskau promovierte, wurde 1999 mit der Philadelphia Liberty Medal für seinen unermüdlichen Einsatz für sein Land geehrt.

Mittelfristig will die Freie Universität im Rahmen ihres Ostasienschwerpunktes die Koreanistik weiter ausbauen. Derzeit bestehen Universitätspartnerschaften mit Seoul National University, Yonsei University, Hankuk University, Korea University, Pohang University of Science and Technology. Für Mitarbeiter der koreanischen Firma KIA wurde eine eineinhalbjährige Trainee-Ausbildung an der FU eingerichtet, die 1997/98 erfolgreich abgeschlossen wurde. Derzeit studieren rund 300 koreanische Studierende an der Freien Universität.