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Tierheilkunde in Berlin

Neue Broschüre der Freien Universität informiert über die historische Entwicklung und das gegenwärtige Leistungsspektrum der Veterinärmedizin

Nr. 192/1999 vom 01.10.1999

Eine soeben erschienene Broschüre des Fachbereichs Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin informiert über die Entwicklung der tierärztlichen Heilkunde in Berlin von den Anfängen im 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Auf 114 Seiten bietet die anspruchsvoll gestaltete Publikation neben dem historischen Überblick auch eine umfassende Darstellung des derzeitigen und künftigen Leistungsspektrums der veterinärmedizinischen Einrichtungen der Freien Universität in Forschung und Lehre. Außerdem wird die große Bedeutung der universitären Tierkliniken für die veterinärmedizinische Versorgung der Stadt erläutert.

Der Fachbereich ist die einzige tierärztliche Bildungsstätte in der Bundesrepublik, die nach der Vereinigung der beiden Teile Deutschlands 1990 aus der Fusion zweier akademischer Bildungsstätten hervorgegangen ist. Dieser Prozeß ist seit einiger Zeit abgeschlossen, der neue Fachbereich hat seine Tätigkeit ohne Unterbrechung fortgeführt und entwickelt sich weiter.

Die erste veterinärmedizinische Ausbildungsstätte war die 1790 eingeweihte Berliner Tierarzneischule. Sie lag in unmittelbarer Nähe zur Charité. Bereits Friedrich II. hatte seinen Leibarzt Cothenius 1767 mit der Planung einer Ecole veterinaire beauftragt. Aber erst sein Neffe und Nachfolger, Friedrich Wilhelm II., setzte 20 Jahre später zusammen mit dem Oberstallmeister Graf von Lindenau, dem ersten Direktor der Tierarzneischule, den Plan in die Tat um. Noch heute können historische Bauten wie das theatrum anatomicum (volkstümlich "Trichinentempel"), erbaut von K. G. Langhans (1790) und das unter der Regie von Schinkel 1840 fertiggestellte Hauptgebäude (ehemals Lehr- und Wohngebäude) in alter Schönheit bewundert werden.

Kriege und Krisen ließen den Weg der 1937 gebildeten Veterinärmedizinischen Fakultät der Berliner Universität nicht immer geradlinig verlaufen. Als besondere Einschnitte sind der Zweite Weltkrieg und die SED-Herrschaft bis 1990 zu werten. Letztere führte zur Spaltung der Fakultät zur Zeit des Kalten Krieges. Erst die Einheit Deutschlands ebnete den Weg für eine Wiedervereinigung der fast vier Jahrzehnte getrennten Bildungsstätten im West- und Ostteil Berlins.

Die Broschüre ist in der veterinärmedizinischen Bibliothek in Düppel, Oertzenweg 19 b, 14163 Berlin, zum Preis von DM 10,- erhältlich (Tel.: (030) 8108-2646). Auf Nachfrage erhalten Journalist/inn/en ein kostenloses Rezensionsexemplar.

Weitere Informationen

Priv.-Doz. Dr. Eberhard Uecker, Tel.: (030) 8108-2434/2498