Schnupperworkshop in Neuruppin

Das von Freier Universität Berlin und Berlin-Brandenburgischer Akademie der Wissenschaften initiierte Bildungsprogramm TuWaS! erobert jetzt auch Grundschulen in Brandenburg

12.10.2017

Lehrkräfte beraten Lehrkräfte beim TuWaS!-Schnuppertag in Neuruppin.

Lehrkräfte beraten Lehrkräfte beim TuWaS!-Schnuppertag in Neuruppin.
Bildquelle: Nicola Stollhoff

Eine Wäscheleine durchspannt den Klassenraum, daran baumeln die Arbeitsergebnisse von Schülerinnen und Schülern, auf bunten Plakaten präsentiert. Auf den Tischen sorgfältig arrangiert, eine bunte Fülle an Materialien: Kartons, Kabel, Batterien, weiße Pulver und sogar lebende Schmetterlinge. Im Klassenraum der Rosa-Luxemburg-Schule in Neuruppin büffeln an diesem Tag jedoch keine Drittklässler: Grundschul-Lehrkräfte informieren interessierte Kollegen über das Bildungsprogramm TuWaS! (Technik und Naturwissenschaften an Schulen), eine Initiative der Freien Universität Berlin und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Schon im Grundschulalter die Begeisterung für Technik und Naturwissenschaften zu wecken – das ist das Ziel des Bildungsprogramms, das von der Freien Universität und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften entwickelt wurde, und 2006 mit sieben Grundschulen seinen Anfang nahm. Inzwischen nutzt gut ein Drittel der rund 400 Grundschulen Berlins das Angebot, durch gezielte Fortbildung von Lehrkräften zu Experimentiereinheiten das forschende Lernen in die Fächer Sachunterricht oder Naturwissenschaften zu integrieren. Auch in anderen Bundesländern haben sich die Vorteile von TuWaS! schon herumgesprochen, Ableger entwickeln sich in Nordrhein-Westfalen (Großraum Köln/Bonn), in Hamburg und im Saarland.

Wie muss man ein Fahrzeug konstruieren, damit es möglichst weit rollt? Lehrerkräfte aus Brandenburg beim TuWaS!-Schnuppertag in Neuruppin.

Wie muss man ein Fahrzeug konstruieren, damit es möglichst weit rollt? Lehrerkräfte aus Brandenburg beim TuWaS!-Schnuppertag in Neuruppin.
Bildquelle: Nicola Stollhoff

Auch Brandenburger Schulen zeigten schon früh Interesse an TuWaS!. Allerdings erwiesen sich weite Transportwege im Flächenland und eine unsichere Finanzplanung als hinderlich für die zuverlässige Verankerung von TuWaS! im Schulalltag. Die Kooperation des Brandenburger Bildungsministeriums mit der Freien Universität Berlin sowie die Spenden von Brandenburger Firmen ermöglichen seit dem Schuljahr 2016/17 ein Pilotprojekt mit zwölf Schulen im Landkreis Uckermark. Mit einem neuen Konzept sollen Grundschulen in Brandenburg TuWaS! langfristig nutzen können.

Grundschullehrerin Jeanette Helbig berichtet über die Umsetzung des TuWaS!-Projekts an der Bertolt-Brecht Grundschule in Schwedt.  Hinten: Bildungsstaatssekretär Dr. T. Drescher und die Koordinatorin von TuWaS! Brandenburg, Dr. M. Bünnige.

Grundschullehrerin Jeanette Helbig berichtet über die Umsetzung des TuWaS!-Projekts an der Bertolt-Brecht Grundschule in Schwedt. Hinten: Bildungsstaatssekretär Dr. T. Drescher und die Koordinatorin von TuWaS! Brandenburg, Dr. M. Bünnige.
Bildquelle: Nicola Stollhoff

Die positive Bilanz der Uckermärker Lehrkräfte nach einem Schuljahr überzeugte das Ministerium, das Projekt weiter zu fördern und zu erweitern. Grundschulen der Landkreise Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz und Barnim können jetzt teilnehmen. Dazu informieren Anfang diese Schuljahres Grundschulpädagoginnen aus der Uckermark interessierte Lehrkräfte aus anderen Landkreisen in Nordbrandenburg über ihre Erfahrungen mit TuWaS! im Unterricht. „Wer könnte besser für ein Programm werben, wenn nicht überzeugte Lehrkräfte, die sich dafür stark gemacht haben, TuWaS! wieder an ihren Schulen einzusetzen zu können?“ Die Koordinatorin von TuWaS! Brandenburg, Martina Bünnige, ist überzeugt, dass ihr Konzept aufgeht und dass TuWaS! weitere Fans in Nordbrandenburg finden wird.

Auch der Brandenburger Bildungsstaatssekretär Thomas Drescher, der als Schirmherr des TuWaS!-Schnuppertags in Neuruppin dabei war, zeigte sich optimistisch: „Wir haben in der Uckermark gute Erfahrungen mit dem Programm gemacht. Das Ziel ist hochwertiger naturwissenschaftlicher Schulunterricht, der schon frühzeitig das Interesse der Grundschülerinnen und -schüler an den sogenannten MINT-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik weckt und erhält. Und wer weiß, vielleicht nimmt der eine oder andere Schüler aus dem TuWaS!-Programm später ein naturwissenschaftliches Studium auf.“ Die ersten Grundschulen haben ihr Interesse an TuWaS! bereits signalisiert.