Was macht eine gute Lehrkraft aus?

An der Freien Universität fand eine Informationsveranstaltung für angehende Lehramtsstudierende statt

24.03.2017

Wollten sich über die Lehrkraftausbildung in Berlin informieren: die 16-jährigen Schülerinnen vom Werner-von-Siemens-Gymnasium in Zehlendorf Friederike und Lilian.

Wollten sich über die Lehrkraftausbildung in Berlin informieren: die 16-jährigen Schülerinnen vom Werner-von-Siemens-Gymnasium in Zehlendorf Friederike und Lilian.
Bildquelle: Marina Kosmalla

Fachkompetenz, Zuverlässigkeit, Toleranz, Gerechtigkeit, Autorität, Humor und Engagement waren nur einige Antworten der Schülerinnen und Schüler im Workshop „Was macht eine gute Lehrkraft aus?“. Wie wichtig die genannten Eigenschaften im Lehreralltag tatsächlich sind, wussten Stefan Kipf, Professor für Didaktik der Alten Sprachen und Gründungsdirektor der Professional School of Education (PSE) der Humboldt-Universität, Mengü Özhan-Erhardt, Schulleiterin der Johanna-Eck-Schule, und André Sternitzke, Lehrer und Fachseminarleiter für das Fach Englisch am Albert-Einstein-Gymnasium sowie Dozent an der PSE. Der Workshop fand kürzlich im Rahmen des ersten „Zukunftscampus Neue Lehrkräfte für Berlin“ an der Freien Universität statt.

Rund 200 am Lehramtsstudium Interessierte waren dafür nach Dahlem gekommen. Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 10 – und ihre Eltern – konnten sich während der ganztägigen Veranstaltung über das Studium und die beruflichen Perspektiven informieren und Fragen direkt an Studierende der verschiedenen Fächer sowie Lehrkräfte, Dozierende, Referendarinnen und viele weitere Beteiligte rund um die Lehrkräftebildung stellen. Der Zukunftscampus ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der vier Berliner Universitäten – Freie Universität, Humboldt-Universität, Technische Universität, Universität der Künste –, der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie sowie dem Berliner Netzwerk für Lehrkräfte mit Migrationshintergrund.

Informationen aus erster Hand

Über das große Interesse freute sich besonders Eva Terzer, Geschäftsführerin der Dahlem School of Education der Freien Universität. Sie bot zunächst einen Überblick über den Aufbau des Lehramtsstudiums und die Informationsangebote der Universitäten. Anschließend entdeckten die Schülerinnen und Schüler gleich den Dahlemer Campus: In der Holzlaube erzählten an sogenannten Fächertischen Lehramtsstudierende in kleinen Gruppen von ihrem Unialltag, von Praxisphasen und Lehrinhalten. An den mitgebrachten Utensilien, wie etwa der britischen Fahne, Stiften oder Kärtchen mit mathematischen Begriffen, waren die jeweiligen Fächer schon auf den ersten Blick zu erkennen.

Während des Zukunftscampus konnten die Schülerinnen und Schüler an verschiedenen Workshops teilnehmen. Was macht eine gute Lehrkraft aus, fragen hier Mengü Özhan-Erhardt und Stefan Kipf.

Während des Zukunftscampus konnten die Schülerinnen und Schüler an verschiedenen Workshops teilnehmen. Was macht eine gute Lehrkraft aus, fragen hier Mengü Özhan-Erhardt und Stefan Kipf.
Bildquelle: Marina Kosmalla

Dr. Eva Terzer, Geschäftsführerin der Dahlem School of Education der Freien Universität, begrüßte die etwa 200 Interessierten beim Zukunftscampus.

Dr. Eva Terzer, Geschäftsführerin der Dahlem School of Education der Freien Universität, begrüßte die etwa 200 Interessierten beim Zukunftscampus.
Bildquelle: Marina Kosmalla

An den Tischen für Biologie, Deutsch und Kunst haben auch Laura, Vanessa und Nele haltgemacht. Die 19-Jährigen stehen kurz vor ihrem Abitur an der Robert-Jungk-Oberschule in Wilmersdorf und überlegen, ein Lehramtsstudium aufzunehmen. Welche Fächerkombination es werden soll, wissen sie noch nicht genau. Die Orientierung in der Rost- und Silber- sowie der Holzlaube ist ihnen dagegen nicht schwergefallen. Denn schnell hatten sie das elektronische Wegeleitsystem gefunden – die kleinen Touchscreen-Terminals, mit denen sich problemlos der gesuchte Raum und der kürzeste Weg dorthin finden lässt.

Berufs- und Studienorientierung als Schulfach

Wie sehen Hausarbeiten während des Studiums aus? Wie lernt man zu unterrichten? Ist der Aufbau des Studiums an allen Berliner Universitäten gleich? Welche Fächerkombinationen sind möglich? Fragen haben die Schülerinnen und Schüler reichlich mitgebracht. Friederike und Lilian besuchten die Informationsveranstaltung im Rahmen des an ihrer Schule angebotenen Fachs „Studium und Beruf“. Die beiden 16-Jährigen gehen auf das Werner-von-Siemens-Gymnasium in Nikolassee.

Der Zukunftscampus-Tag war in zwei Teile gegliedert. Vormittags konnten die Jugendlichen von Fächertisch zu Fächertisch wechseln, am Nachmittag wurden in zwei aufeinanderfolgenden Runden drei verschiedene Workshops angeboten: „Was macht eine gute Lehrkraft aus?“, „Wie sieht der Alltag einer Lehrkraft aus? Lehrkraft werden = Lehrkraft sein?“ und „Wie und wo bewerbe ich mich? Wie finanziere ich mein Studium?“. So konnte sich jeder umfassend informieren. Die 17-jährige Felicia ist sich schon relativ sicher in ihrer Studienfachwahl: Chemie und Politische Bildung auf Lehramt. Die 18-jährige Paulena schwankt noch zwischen zwei Möglichkeiten: „Eigentlich möchte ich gern Architektin werden. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, als Lehrerin Kunst zu unterrichten.“

„Das gesamte Planungsteam hat sich sehr gefreut, dass unser Angebot von den Schülerinnen und Schülern so positiv aufgenommen worden ist“, sagte Eva Terzer nach dem Zukunftscampus. Die vielen begeisterten Rückmeldungen, die sie und ihre Kollegen am Tag selbst mündlich und später durch die Auswertung der Feedbackbögen bekommen haben, hätten sie darin bestärkt, den Zukunftscampus im nächsten Jahr wieder anzubieten: „Wir haben noch viele Ideen, wie wir die Veranstaltung weiterentwickeln und ausbauen können!“