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Sozial- und Kulturanthropologie

- Kernfach im Kombi-Bachelor
- Modulangebot im Kombi-Bachelor

Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften
Sozial- und Kulturanthropologie
Adresse
Landoltweg 9-11
14195 Berlin

Die Sozial- und Kulturanthropologie ist im deutschsprachigen Raum eng mit der Geschichte der Ethnologie verbunden. Als die Disziplin Ende des 19. Jahrhunderts erstmals an Universitäten in Deutschland und anderen Teilen der Welt etabliert wurde, war das Fach zunächst eine Wissenschaft vom kulturell ‚Anderen’, die vor allem außereuropäische Gesellschaften untersuchte. Im Blickpunkt ethnologischer Untersuchung standen sowohl gesellschaftliche Strukturen und Bedeutungsmuster als auch kulturelle Praxen des Alltags, wie spezifische Gruppen sie in Bezug auf Religion, Wirtschaft und ihre politisch-rechtliche Organisation entwickelt haben.

Im Zuge postkolonialer Theoriediskussionen und der Globalisierung hat sich das Erkenntnisinteresse der Sozial- und Kulturanthropologie zunehmend neu orientiert: Im Mittelpunkt des Fachinteresses stehen heute nicht länger angeblich abgeschlossene, allein ethnisch definierte Gruppen, sondern komplexe Verflechtungen zwischen lokalen, nationalen und globalen Gemeinschaften, Ideen, Praktiken und Institutionen. Die Sozial- und Kulturanthropologie trägt damit der Pluralität von Historizitäten, Wissensprojekten und lebensweltlichen Praktiken begrifflich und methodisch Rechnung, so zum Beispiel im Rahmen von Forschungen in transnationalen und interkontinentalen Kontexten. Sie rückt ferner die eigene Gesellschaft in das Blickfeld der Untersuchungen und vermeidet es, sie zum wertend-universellen Maßstab ihrer Analysen zu machen.

Das Studium beinhaltet ferner auch die Auseinandersetzung mit einer nicht-romanischen, nicht-germanisch Sprache. An der Freien Universität Berlin kann unter anderem aus folgenden Sprachen ausgewählt werden: Arabisch, Chinesisch, Indonesisch, Japanisch, Koreanisch, Kurdisch, Polnisch, Russisch, Swahili, Türkisch.

Die Studierenden des Bachelor-Studiengangs Sozial- und Kulturanthropologie an der Freien Universität Berlin profitieren von der Nähe gut sortierter Bibliotheken und Sammlungen sowie der Vielfalt an wissenschaftlichen und kulturellen Einrichtungen. Berlin ist eine multikulturelle Stadt und besitzt ein reges Kulturleben. Die Berliner Forschungs- und Museumslandschaft und zahlreiche Kultureinrichtungen bieten ein besonders breites Angebot an wissenschaftlichen und kulturellen Veranstaltungen: Zu nennen wären hier insbesondere das Ethnologische Museum und das Iberoamerikanische Institut der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, das Haus der Kulturen der Welt, sowie die Kulturabteilungen der Botschaften vieler Länder. Hierdurch bieten sich vielfältige Möglichkeiten für unmittelbare Kontakte zur universitären und außeruniversitären Forschungspraxis sowie für studienrelevante Praktika. Ebenfalls von Belang ist die große Dichte von Nichtregierungsorganisationen und ähnlichen Einrichtungen vor Ort.

Die aus ca. 30.000 Bänden und 80.000 Microfiches bestehende Privatbibliothek des Ethnologen Richard Thurnwald bildet die historische Grundlage der Bibliothek des Instituts für Sozial- und Kulturanthropologie, welche seit 2007 in die Sozialwissenschaftliche Bibliothek integriert ist. Weitere umfangreiche Sammlungen, Buchbestände und Fachzeitschriften zu unterschiedlichen sozial- und kulturanthropologischen Themenstellungen und verschiedenen Kulturräumen bieten:

  • die Universitätsbibliothek der Freien Universität
  • die Berliner Staatsbibliothek Stiftung Preußischer Kulturbesitz
  • die Bibliotheken des Ethnologischen Museums
  • die Berliner Stadtbibliotheken

Das Institut für Sozial- und Kulturantropologie ist in eine lebendige Forschungslandschaft eingebettet. Es führt ein breites Spektrum von Forschungsprojekten zu Anthropologie der Emotionen, Medizinethnologie, Umweltanthropologie und Katastrophenforschung, religiöse Vielfalt sowie Visual and Media Anthropology. Zudem ist das Institut ausschlaggebend an dem Sonderforschungsbereich „Affective Societeis“ sowie an interdisziplinären Graduiertenschulen beteiligt.

Darüber hinaus organisiert das Institut Vortragsreihen, Kolloquien und Symposien und lädt zahlreiche Gastwissenschaftler_innen für den wissenschaftlichen Austausch ein.

Zulassungs­modus 1. Fach­semester
Lokale Zulassungsbeschränkung
Zulassungs­modus höheres Fach­semester
Lokale Zulassungsbeschränkung (zum Wintersemester für das 3. und 5., zum Sommersemester für das 2., 4., 6. Fachsemester)
Bewerbungs- und Anmelde­zeitraum
Für das 1. Fachsemester: 01.06.-15.07. (zum Wintersemester), für höhere Fachsemester: 01.06.-15.07. (zum Wintersemester) und 01.12.-15.01. (zum Sommersemester)
Studienbeginn
Wintersemester
Studienplätze im ersten Fachsemester*
62 (im Kernfach)
Zusätz­liche Zugangs­voraus­setzungen
Englisch (Niveau B1 GER)
Studiensprachen
Deutsch
Abschluss
Bachelor of Arts (B.A.): 90 LP-Kernfach
Im Kombi-Bachelor wählbar als
90 LP-Kernfach
60 LP-Modulangebot
Regel­studien­zeit
6 Semester

* Quelle: Zulassungsordnung der Freien Universität Berlin

Sozial- und Kulturanthropologie wird als 90 LP-Kernfach mit einem 60 LP-Modulangebot kombiniert. Als 60 LP-Modulangebot wird Sozial- und Kulturanthropologie mit einem 90 LP-Kernfach kombiniert.

Das Studium der Sozial- und Kulturanthropologie als 90 LP-Kernfach umfasst eine Grundlagen- und eine Aufbauphase sowie den Studienbereich Allgemeine Berufsvorbereitung (ABV).

Beim Kernfach Sozial- und Kulturanthropologie erfolgt am Ende des Studiums die exemplarische Vertiefung und Differenzierung eines Studiengebiets durch die selbstständige wissenschaftliche Erarbeitung einer selbst gewählten Problemstellung (Bachelor-Arbeit)

Der Studienbereich Allgemeine Berufsvorbereitung (ABV) umfasst ein Berufspraktikum sowie unterschiedliche Kompetenzbereiche, in denen zusätzliche berufspraktische Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt werden. Ziele, Inhalte und Aufbau des Studienbereichs Allgemeine Berufsvorbereitung werden in einer gesonderten ABV-Studien- und Prüfungsordnung geregelt.

Ziele, Inhalt und Aufbau des Studiums regelt die Studien- und Prüfungsordnung. Sie enthält detaillierte Beschreibungen der Inhalte und Qualifikationsziele jedes einzelnen Moduls sowie einen exemplarischen Studienverlaufsplan und definiert Art und Anforderungen der Prüfungsleistungen der Module. In den Ordnungen sind die Leistungspunkte (LP) für jedes Modul bzw. jede Veranstaltung sowie der Arbeitsaufwand in Zeitstunden für das gesamte Studium angegeben.

Sozial- und Kulturanthropologie als 90 LP-Kernfach

Grundlagenphase
Modul Themen und Theorien der Sozial- und Kulturanthropologie
Modul Methoden der Sozial- und Kulturanthropologie
Modul/ Wahlpflicht

Sprachen A - Transkulturelle Sprachkompetenz

oder

Sprachen B – Spracherwerb
Aufbauphase
Modul Soziale Beziehungen
Modul Politik und Wirtschaft
Modul Religion, Medizin und Psyche
Modul Verflochtene Welten
Vertiefungsmodul Spezielle Themen

 

Sozial- und Kulturanthropologie als 60 LP-Modulangebot

Grundlagenphase
Modul Themen und Theorien der Sozial- und Kulturanthropologie
Modul Methoden der Sozial- und Kulturanthropologie
Aufbauphase
Modul Soziale Beziehungen
Modul Politik und Wirtschaft
Modul Religion, Medizin und Psyche
Modul Verflochtene Welten

Bachelor-Absolvent_innen verfügen über wissenschaftliche Kenntnisse und praktische Fertigkeiten, die für eine Berufstätigkeit oder einen weiterführenden Studiengang qualifizieren. Wenn Sozial- und Kulturanthropologie als Modulangebot im Rahmen eines Kombinations-Bachelor-Studiengangs studiert wird, prägt das gewählte Kernfach in der Regel die berufliche Qualifikation.

Als Berufsfelder in Frage kommen vor allem Tätigkeiten in Einrichtungen des kulturellen und wissenschaftlichen Austauschs in internationalen Institutionen, Museen, Stiftungen oder Verbänden aber auch bei Organisationen, die mit Migrant_innen und Asylsuchenden arbeiten oder in der Entwicklungszusammenarbeit sowie bei der Katastrophenhilfe durch Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen. Weitere potentielle berufliche Tätigkeitsfelder liegen in den Bereichen Touristik, der Erwachsenen- und der Weiterbildung, in Archiven, Bibliotheken, bei Presse, Funk, Fernsehen, bei den neuen Medien und im Verlagswesen. Zusätzlich bieten sich Tätigkeiten in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit und Beratung sowie angesichts der zunehmenden Multikulturalität europäischer Großstädte auch in der öffentlichen Verwaltung und sozialen Einrichtungen an.

Für leitende Tätigkeiten oder eine Beschäftigung in Forschung und Lehre ist ein Master-Abschluss und ggf. die Promotion Voraussetzung.

  • Barnard, Alan 2003: History and Theory in Anthropology, Cambridge: Cambridge Univ. Press.
  • Beer, Bettina, Hans Fischer und Julia Pauli [Hg.] 2017: Ethnologie: Einführung und Überblick. Berlin: Reimer.
  • Eriksen, Thomas Hylland 2015: Small places, large issues: An introduction to Social and Cultural Anthropology. London: Pluto Press.
  • Haller, Dieter 2010: Dtv-Atlas Ethnologie. München: Dt. Taschenbuch-Verlag.
  • Heidemann, Frank 2011: Ethnologie: Eine Einführung . Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
Online-Studienfachwahl-Assistenten der Freien Universität
Studieneinstieg an der Freien Universität Berlin