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Geschichte und Kultur des Vorderen Orients: Schwerpunktbereich Iranistik

- Mono-Bachelor

Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften
Institut für Iranistik
Adresse
Fabeckstr. 23-25
14195 Berlin
Telefax
(030) 838 56493

Der Bachelor-Studiengang Geschichte und Kultur des Vorderen Orients vermittelt einen umfassenden Überblick über die Geschichte und Kultur des islamisch geprägten Vorderen Orients von der Frühzeit bis in die Gegenwart. Durch die Beteiligung verschiedener Einzeldisziplinen erhalten die Studierenden Kenntnisse über Beziehungen, Verflechtungen und gegenseitige Beeinflussung von Gesellschaften des Vorderen Orients in den Bereichen Kultur, Politik, Recht, Religion und Ideengeschichte. Darüber hinaus bietet der Studiengang einen Einblick in die Komplexität dieser Gesellschaften unter Berücksichtigung von religiösen und ethnischen Minderheiten sowie Genderfragen. In den Sprachmodulen erlangen die Studierenden die Fähigkeit zur Verwendung originalsprachiger Quellen in einer orientalischen Sprache entsprechend dem Schwerpunktbereich. Weiterhin dient der Studiengang der Einübung wissenschaftlicher Arbeitsmethoden einschließlich der kritischen Analyse wissenschaftlicher Forschungsergebnisse. Im Schwerpunktbereiches erfolgt eine Spezialisierung.

Gegenstand der Iranistik sind Sprachen und Schriftzeugnisse, Geschichte und Gesellschaft sowie geistige und materielle Kultur iranischer Völker von der Antike bis zur Gegenwart. Die Iranistik erforscht als philologisch-sprachwissenschaftliche Disziplin über zwanzig alt-, mittel- und neuiranische Sprachen. Im historischen sowie sozial- und kulturwissenschaftlichen Bereich beschäftigt sie sich mit der rund 3000 Jahre umfassenden Geschichte, den sozialen Ordnungen, der Religion sowie der Literatur iranischer Völker von den ersten Schriftzeugnissen bis zur Moderne.

In der Iranistik an der Freien Universität Berlin sind sowohl in der Lehre als auch in der Forschung beide Arbeitsgebiete des Faches, der Iran in vorislamischer Zeit (bis zum 7. Jh. n. Chr.) sowie der Iran in islamischer Zeit, einschließlich der Moderne, vertreten. Besonderes Anliegen des Faches ist es, den künstlichen Bruch, der durch die Trennung dieser beiden Arbeitsgebiete durch die Erforschung von Teilbereichen in unterschiedlichen Disziplinen entstanden ist, zu überwinden. Dadurch soll die Frage nach Kontinuitäten und Diskontinuitäten in der Geschichte des Irans besser verfolgt werden können.

Die Lehrveranstaltungen, die im Schwerpunktbereich Iranistik angeboten werden, beschäftigen sich mit Themen aus den Bereichen der iranischen Philologie, der Geschichte und Kulturwissenschaften, der Auseinandersetzung mit den Religionen, den Gesellschaften sowie der klassischen und modernen persischen und der kurdischen Literatur.

Als Standortvorteil bietet die Freie Universität Berlin den Studierenden am Institut für Iranistik eine Beteiligung an mehreren internationalen Großprojekten, vor allem an den Bemühungen für eine neue Edition der awestischen Texte. Zum Beispiel ist das Institut für Iranistik an dem ERC Advanced Grant Multimedia Yasna (MUYA), das von Almut Hintze geleitet wird, beteiligt.Inhaltlich vergleichbare Projekte laufen auch an diesem Institut.

Darüber hinaus unterhält das Institut für Iranistik zahlreiche Kontakte mit den Fachvertretern an verschiedenen Universitäten und Institutionen in der ganzen Welt, u.a. mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Columbia University, École Pratique des Hautes Études (Paris), Eötvös Loránd University (Budapest), Harvard University, Hebrew University of Jerusalem, Istituto Italiano per l'Africa e l'Oriente (Rome), Katholieke Universiteit Leuven, School of Oriental and African Studies (London), University of Ravenna und der Universität Teheran. Die Mitarbeiter am Institut gehören außerdem der größten Dachorganisation europäischer Iranisten, der Societas Iranologica Europaea, an. Nicht zuletzt ist die seit 1993 erscheinende Institutsreihe IRANICA zu nennen, welche von Prof. Dr. Alberto Cantera und Prof. Dr. Maria Macuch herausgegeben wird. Ersterer leitet zusammen mit Almut Hintze die vor Kurzem gegründete ReiheCorpus Avesticum bei Brill und ist der Herausgeber der Zeitschrift Estudios Iranios y Turanios.

Zulassungs­modus 1. Fach­semester
Keine Zulassungsbeschränkung
Zulassungs­modus höheres Fach­semester
Keine Zulassungsbeschränkung (zum Wintersemester für das 3. und 5., zum Sommersemester für das 2., 4., 6. Fachsemester)
Immatrikulations­zeitraum
Für das 1. Fachsemester: 03.07.-07.09. (zum Wintersemester), für höhere Fachsemester: 03.07.-07.09. (zum Wintersemester) und 03.02.-06.03. (zum Sommersemester)
Studienbeginn
Wintersemester
Zusätz­liche Zugangs­voraus­setzungen
Englisch (Niveau B1 GER)
Studiensprachen
Deutsch
Abschluss
Bachelor of Arts (B.A.)
Regel­studien­zeit
6 Semester

Das Mono-Bachelor-Studium Geschichte und Kultur des Vorderen Orients mit dem Schwerpunkt Iranistik gliedert sich in eine Grundlagen-, Aufbau- und Vertiefungsphase.

Module der affinen Bereiche erweitern das fachwissenschaftliche Spektrum. In Ergänzung der Module des Kernfachs sollen die Module der affinen Bereiche den Studierenden ein erweitertes, aber in sich geschlossenes qualifikatorisches Profil verschaffen. Die Module der affinen Bereiche und darin erbrachte Leistungen dürfen nicht mit Modulen und Leistungen des von den Studierenden gewählten Schwerpunktbereichs und Modulen aus dem Studienbereich Allgemeine Berufsvorbereitung übereinstimmen.

Der Studienbereich Allgemeine Berufsvorbereitung (ABV) umfasst ein Berufspraktikum sowie folgende Kompetenzbereiche: Fremdsprachen, Informations- und Medienkompetenz, Gender & Diversity-Kompetenz, Organisations- und Managementkompetenz, Personale und sozial-kommunikative Kompetenz und Fachnahe Zusatzqualfikationen, in denen zusätzliche berufspraktische Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt werden. Ziele, Inhalte und Aufbau des Studienbereichs Allgemeine Berufsvorbereitung werden in gesonderten ABV-Studien- und Prüfungsordnungen geregelt.

Am Ende des Studiums erfolgt die exemplarische Vertiefung und Differenzierung eines ausgesuchten Studiengebiets durch die selbstständige wissenschaftliche Erarbeitung einer selbst gewählten Problemstellung (Bachelor-Arbeit).

Aufbau und Ablauf des Studiums regelt die Studienordnung. Sie enthält detaillierte Beschreibungen der Inhalte und Qualifikationsziele jedes einzelnen Moduls und einen exemplarischen Studienverlaufsplan. Die Prüfungsordnung definiert Art und Anforderungen der Prüfungsleistungen der Module. In den Ordnungen sind die Leistungspunkte (LP) für jedes Modul bzw. jede Veranstaltung sowie der Arbeitsaufwand in Zeitstunden für das gesamte Studium angegeben.

Geschichte und Kultur des Vorderen Orients: Iranistik, Mono-Bachelor

Grundlagenphase

Modul Geschichte und Gesellschaft I
Modul Geschichte und Gesellschaft II
Modul Persisch I
Modul Persisch II

Aufbauphase

Modul Literatur und Quellen I
Modul Literatur und Quellen II
Modul Persisch III
Modul Persisch IV

Vertiefungsphase

Modul Kontinuität und Wandel in der iranischen Geschichte
Modul Iranische Literatur und Schriftzeugnisse
Modul Kurdisch I
Modul Kurdisch II

Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen verfügen über wissenschaftliche Kenntnisse und praktische Fertigkeiten, die für eine Berufstätigkeit oder einen weiterführenden Studiengang qualifizieren. 

Der Bachelor-Studiengang Geschichte und Kultur des Vorderen Orients mit dem Schwerpunktbereich Iranistik qualifiziert die Studierenden für Tätigkeiten in unterschiedlichen Berufsfeldern und in mit dem Vorderen Orient befassten Einrichtungen und Organisationen. In Frage kommen die Medienbereiche, staatliche und nichtstaatliche international tätige Organisationen, das Verlagswesen, Erwachsenen- und Weiterbildung sowie der Tourismus.

Da nicht alle Absolventinnen und Absolventen einen Platz auf dem engeren fachwissenschaftlichen Arbeitsmarkt finden, ist der Erwerb von Zusatzqualifikationen, wie sie auch schon im Bereich Allgemeine Berufsvorbereitung (ABV) vermittelt werden, sowie die frühzeitige Orientierung in Bezug auf Beschäftigungsmöglichkeiten und die persönliche Bewerbungsstrategie von großer Bedeutung für den erfolgreichen Berufseinstieg.

Für leitende Tätigkeiten oder eine Beschäftigung in Forschung und Lehre ist ein Master-Abschluss und ggf. die Promotion Voraussetzung.

  • Albrecht Noth, Jürgen Paul (Hg.): Der islamische Orient. Grundzüge seiner Geschichte, Würzburg 1998.
  • Farāmarz Bihzād, Soraya Divshali: Sprachkurs Persisch: eine Einführung in die persische Sprache der Gegenwart, Bamberg 2003.
  • Wiesehöfer, Josef: Das antike Persien. Von 550 v. Chr. bis 650 n. Chr., Düsseldorf/Zürich 2005.
  • Paul, Ludwig (Hg.), Handbuch der Iranistik. Wiesbaden 2013.
  • Gronke, Monika. 2016. Geschichte Irans: von der Islamisierung bis zur Gegenwart. 5., aktualisierte Auflage. (C. H. Beck Wissen 2321). München: Beck.
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