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Konzeptlabor Religion und Gesellschaft im 21. Jahrhundert

4. - 6. Mai 2011

Das Konzeptlabor war in zwei Teile unterschiedlichen Formats gegliedert.
Den ersten Teil bildeten der öffentliche Gastvortrag von Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung sowie eine öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema: Religions Today: Clash or Coexistence?, die von ausgewählten Teilnehmer*innen des Konzeptlabors geführt wurde.
Der zweite Teil  bestand aus internen Vortrags- und Diskussionsrunden zum Thema: Religion und Gesellschaft im 21. Jahrhundert. Das dreitägige Konzeptlabor war nur begrenzt für die Öffentlichkeit zugänglich. Ein Programm der Diskussionsrunden finden Sie hier.

Gastvortrag Ministerin Schavan:

Gastvortrag zum Thema:

GOTTESBEZUG ALS FREIHEITSIMPULS.
Zur freiheitsstiftenden Kraft von Religion in modernen Gesellschaften

Ein Videomitschnitt des Vortrags ist verfügbar.

 

Podiumsdiskussion:
Religions Today: Clash or Coexistence?

Wie können Gesellschaften mit religiöser Pluralität umgehen? Sind religiöse Spannungen unvermeidbar oder können Strategien für ein friedliches Zusammenleben entwickelt werden? Wenn ja, welche Merkmale muss eine Religion haben, und welche darf sie nicht haben, um die Existenz anderer Religionen friedlich zu bewältigen, ohne dabei den eigenen Wahrheitsanspruch aufgeben zu müssen? Ein Schwerpunkt der Diskussion wird auf dem gesamtgesellschaftlichen Stellenwert liegen, den eine Religion haben muss, um am übergeordneten Ziel globaler Pazifizierung produktiv mitarbeiten zu können. Darüber hinaus werden die dogmatischen oder theologischen Inhalte einer jeden Religion analysiert, die einem solchen Ziel förderlich sein könnten.

Ein Videomitschnitt (deutsch/englisch) der Podiumsdisskussion ist verfügbar.

 

Moderation der Podiumsdiskussion:

Foto: Barbara Staubach

Heike Schmoll, 1962 in Villingen geboren, hat Germanistik und Evangelische Theologie (Lehramt und Volltheologie) in Heidelberg, Tübingen und München studiert und das Studium 1988 mit dem  Staatsexamen in Tübingen abgeschlossen. Während der ersten Semester freie Mitarbeiterin (Konzertkritik) im Feuilleton des „Heidelberger Tageblatt“, Unterbrechung des Studiums für eine Hospitanz im Südwest-Fernsehen in Baden-Baden. 1989 Eintritt in die Nachrichtenredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, verantwortlich für Bildungs- und Wissenschaftspolitik,  seit 2008 Korrespondentin in Berlin. Im Jahre 2002 verlieh ihr die Evangelisch-Theologische Fakultät der Universität Tübingen die Ehrendoktorwürde. 2005 Verleihung des deutschen Sprachpreises der Henning-Kaufmann-Stiftung.

Teilnehmer*innen des Konzeptlabors und der Podiumsdiskussion:

Foto: privat

Schirin Amir-Moazami hat am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz im Fachbereich Sozial- und Politikwissenschaften promoviert. Seit 2009 ist sie Juniorprofessorin für Islam in Europa am Fachbereich Islamwissenschaft der Freien Universität Berlin. Schirin Amir-Moazamis Buch über die Kopftuchdebatten in Deutschland und Frankreich erschien 2007 bei transcript unter dem Titel Politisierte Religion. Der Kopftuchstreit in Deutschland und Frankreich. In zahlreichen weiteren Veröffentlichungen beschäftigt sie sich mit Fragen von Muslimen in säkularen Ordnungen Europas. Ihr gegenwärtiges Forschungsprojekt untersucht Prozesse der Gouvernementalisierung des Islam in Deutschland. Ihre Forschungsinteressen umfassen islamische Bewegungen in Europa, Politische Theorie, Feministische Theorien und Religionssoziologie.

Foto: privat

Sidra DeKoven Ezrahi ist Professorin für vergleichende Literaturwissenschaft an der Hebrew University of Jerusalem und lehrte unter anderem an den Universitäten in Dartmouth, Princeton, Yale, Duke und Michigan. Sie ist Autorin des Buches By Words Alone: The Holocaust in Literature (1980), das für den National Jewish Book Award nominiert war sowie des Buches Booking Passage: Exile and Homecoming in the Modern Jewish Imagination (2000), das eine Nominierung für den Koret Book Award erhielt. DeKoven Ezrahi publizierte zu unterschiedlichen Themen, die von der Schilderung der Shoa in der amerikanischen, israelischen und europäischen Nachkriegskultur über die Beschaffenheit des Exils und der Heimkehr in der zeitgenössischen jüdischen Literatur reichen. 2007 wurde sie Guggenheim Fellow für ihr derzeitiges Projekt: “Jerusalem and the Poetics of Return”. Sie lebt in Jerusalem und Wilmost (USA).

Foto: privat

Chakravarthi Ram-Prasad studierte Geschichte, Politik und Soziologie in Indien bevor er an der University of Oxford promovierte. Er war Research-Fellow an den Universitäten Oxford und Cambridge und lehrte, bis zu seinem Wechsel an die Lancaster University, an der National University of Singapore. Er hat verschiedene Bücher zu vergleichender Philosophie publiziert u.a. Knowledge and Liberation in Classical Indian Thought (2001), Eastern Philosophy (2005) und Indian Philosophy and the Consequences of Knowledge (2007). außerdem veröffentlichte er annähernd fünfzig Artikel zu verschiedenen Themen der Epistemologie, Ethik, vergleichenden Theologie, Religion und Politik sowie zu interkulturellen Beziehungen. Ram-Prasad untersuchte für das British Home Office die Zusammenhänge zwischen Religion und Immigration. Weiterhin leitete er Forschungsgruppen wie z.B. zu Religion und interkulturellen Werten der IT-Branche. Er war Principal Investigator in Forschungsprojekten zu vergleichender  Philosophie, gefördert vom British Arts and Humanities Research Council. Weiterhin ist er in die Aktivitäten des Dalai Lama’s Mind Life Institute on neuroscience and the contemplative traditions involviert und hat kürzlich mit dem Erzbischof von Canterbury zu Fragen der hindu-christlichen sozialen Beziehungen sowie zur vergleichenden Theologie zusammen gearbeitet.

Foto: privat

Martin Riesebrodt ist seit 1990 Professor am Institut für Soziologie sowie der Divinity School der University of Chicago und ist zudem mit dem Center for International Studies assoziiert. Seine vornehmlichen wissenschaftlichen Interessen liegen auf den Gebieten der historisch vergleichenden Religionssoziologie und der klassischen Gesellschaftstheorie, vor allem dem Werk Max Webers. Gegenwärtig arbeitet er an einem Buch über Askese und ihre Transformationen in der Moderne.
Zu seinen wichtigsten Publikationen gehören: Cultus und Heilsversprechen. Eine Theorie der Religionen. München, 2007; Die Rückkehr der Religionen. Fundamentalismus und der ‚Kampf der Kulturen’. München 2000; Fundamentalismus als patriarchalische Protestbewegung. Amerikanische Protestanten (1910-28) und iranische Schiiten (1961-79) im Vergleich. Tübingen 1990.

Teilnehmer*innen des Konzeptlabors

Foto: privat

Volkhard Krech studierte evangelische Theologie, Religionswissenschaft, Soziologie und Philosophie an den Universitäten in Heidelberg und Bielefeld. Er ist Professor für Religionswissenschaft, Sprecher des Research Department Centrum für Religionswissenschaftliche Studien (CERES) und Direktor des Käte Hamburger Kollegs „Dynamiken der Religionsgeschichte“ an der Ruhr-Universität Bochum. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die Theorie der Religion und der Religionsgeschichte, religiöse Pluralisierung und Globalisierung, Religion und Gewalt, Religion und Kunst sowie die Wissenschaftsgeschichte der Religionsforschung. Im Sommer dieses Jahres erscheint sein Buch Religion in der modernen Gesellschaft im transcript Verlag.

Foto: privat

Paula Montero ist Professorin an der Universität von São Paulo und Vorsitzende des Brazilian Center of Analysis and Planning (CEBRAP). Nach ihrem PhD in Sozial- und Kulturanthropologie an der Universität von São Paulo forschte sie als Gastwissenschaftlerin am Institute of Latin American Studies der Columbia University (1984). 1996 war sie Tinker Gastprofessorin an der University of Chicago. Seit 1983 forscht Montero auf dem Feld der Volksreligionen in Brasilien. Ihre anthropologischen Studien sind in dem Bereich der afro-amerikanischen Traditionen angesiedelt und setzten den Schwerpunkt auf Heilpraktiken, Hexerei und Besessenheit. In den vergangenen Jahren beschäftigte sie sich mit Fragen zu interkulturellen Beziehungen und Multikulturalismus. Ihr letztes Projekt konzentrierte sich auf die christliche Mission der indigenen Bevölkerung des Amazonas. Derzeit untersucht sie neue Formen der religiösen Organisationen und deren Aktivitäten in der modernen Öffentlichkeit.

Foto: privat

Tariq Ramadan ist Professor für zeitgenössische Islamwissenschaft an der Oxford University (Oriental Institute, St Antony’s College) und lehrt auch an der theologischen Fakultät in Oxford. Er ist Gastprofessor an der Fakultät für Islamwissenschaften in Katar und Senior Research Fellow an der Doshisha Universität in Kyoto (Japan) sowie Gastprofessor für Philosophie an der Mundianapolis Universität (Marokko). An der Universität Genf erwarb Tariq Ramadan einen M.A. in Philosophie und französischer Literatur und promovierte in Arabistik und Islamwissenschaften. In Kairo erhielt er Unterricht von islamischen Gelehrten der Al-Azhar Universität. Mit seinen Publikationen und Vorlesungen trug Tariq Ramadan substantiell zur Debatte um die Frage der Muslime im Westen und des Revivals des Islams in der muslimischen Welt bei. Seine zahlreichen Vorträge sowohl im akademischen Kontext als auch an der „Basis“ hält er zu Themen wie Theologie, Ethik, soziale Gerechtigkeit, Ökologie sowie zum interreligiösen und interkulturellen Dialog. Er ist Präsident des europäischen Think-Tanks European Muslim Network (EMN) in Brüssel.
Zuletzt veröffentlichte Publikationen: The Quest for Meaning, Developing a Philosophy of Pluralism. Penguin 2010; What I believe. OUP USA 2009; Radical Reform, Islamic Ethics and Liberation. OUP USA 2008.

Foto: LMU München

Martin Schulze Wessel studierte Osteuropäische Geschichte und Slavistik in München, Moskau und Berlin. Seine Dissertation handelt von der Wirkungsgeschichte der Teilungen Polens in den russisch-preußischen Beziehungen. Er war als Hochschulassistent an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg tätig und schrieb seine Habilitationsschrift über „Revolution und religiösen Dissens“ in der Habsburgermonarchie und dem Russischen Reich. Seit 2003 hat er den Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte an der LMU München inne. Er leitet das Forschungsinstitut Collegium Carolinum, das sich mit der Geschichte der böhmischen Ländern, Tschechiens und der Slowakei befasst. Er ist Sprecher des von der DFG geförderten Internationalen Graduiertenkollegs „Religiöse Kulturen im Europa des 19. und 20. Jahrhundert“, das die LMU München und die Karls-Universität Prag gemeinsam tragen.
Zu den wichtigen Publikationen gehören: Nationalisierung der Religion und Sakralisierung der Nation in Ostmittel-, Südost- und Osteuropa im 19. und 20. Jahrhundert Stuttgart 2006; "The Impact of Religion on the Revolutions in France (1789) and Russia (1905/17)", in: Manfred Hildermeier (Hg.): Historical Concepts between Eastern and Western Europe. New York 2007; "Religion, Politics and the Limits of Imperial Integration – Comparing the Habsburg Monarchy and the Russian Empire", in: Hirschhausen, Ulrike von; Leonhard, Jörn (Hg.): Comparing Empires: Encounters and Transfers in the Long Nineteenth Century. Göttingen 2011, S. 337-358.

Foto: privat

Asonzeh Ukah hat vergleichende Religionswissenschaften an der Universität Ibadan in Nigeria studiert und 1994 sein Studium mit Auszeichnung abgeschlossen. Dort erwarb er 1997 auch einen M.A. in Religionssoziologie und 1999 einen M.Sc. in Soziologie. Seinen Ph.D. in Religionsgeschichte (Magna Cum Laude) erhielt er 2004 von der Universität Bayreuth. Er ist Autor von A New Paradigm of Pentecostal Power (Africa World Press 2008). Seine Artikel, die die afrikanische Pfingstbewegung, religiöse Werbung und Populärkultur in den Blick nehmen, sind international auf Englisch, Deutsch und Spanisch publiziert worden. Seit 2007 konzentriert sich sein Interesse auf migrierte Religionen in Südafrika. Er war Mitglied eines DFG-geförderten Forschungsprojektes zu "Tradition and Innovation: Old and New Churches in the Religious Market of South Africa“ mit Sitz in Bayreuth (2008-2010), das ein Vorläufer des aktuellen Projekts "The Economy of Sacred Space in Durban, South Africa“ (2011) war.