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Gastgeber*innen und Gäste 2018

Victor Leonard Hijino zu Gast bei Andreas Eder (März 2018)

 

Victor Leonard Hijino und Andreas Eder

Andreas Eder ist Doktorand an der Japanologie der FU Berlin und schreibt ausgehend von Ernesto Laclau und Chantal Mouffes politischer Diskustheorie an seiner Dissertation zum Thema „Where do ‚the people‘ matter? Populism in Japan between local contention and national conformity“. Ken Victor Leonard Hijino ist außerordentlicher Professor an der Universität Kyoto. Mit Prof. Hijino verbindet Andreas Eder ein Interesse an Konfliktlinien zwischen lokaler und nationaler Politik in Japan im Kontext aktueller Dezentralisierungsreformen. Prof. Hijino beschreibt dabei in seinem letzten Buch Local Politics and National Policy: Multi-level Conflicts in Japan and Beyond (2017) aus institutioneller und struktureller Perspektive verstärkt aufkommende Konflikte zwischen den unterschiedlichen Ebenen in Japans Demokratie. Das verstärkte Auftreten populistischer Diskurse in diesem Spannungsfeld wiederum ist als ergänzendes Element Hauptfokus dieses Projekts. Vor allem, da das Thema Populismus immer stärker zu globaler Bedeutung wächst, ist es für beide ein großes Anliegen, Japan als Fallstudie in die Diskussion mit einzuführen. Ziel des Projekts ist es, durch einen Austausch über aktuelle Entwicklungen in Japans Demokratie eine multi-perspektivische Diskussion zu führen und aus einem Austausch die Basis für spätere Kooperationen zu legen. Ein weiterer Hauptfokus ist die Vorbereitung eines Feldforschungsaufenthalts im Rahmen der Dissertation von Andreas Eder und ein Workshop zusammen mit Kolleg*innen des Instituts.

Romuald Tchibozo zu Gast bei Verena Rodatus (März–April 2018)

 

Romuald Tchibozo und Verena Rodatus

Romuald Tchibozo und Verena Rodatus widmen sich beide in ihrer Forschung der Länderkunstgeschichte des westafrikanischen Benins. Sie haben bereits in der Vergangenheit zusammengearbeitet, etwa im Rahmen der Ausstellung „Objektbiografien“ (Humboldt Lab Dahlem 2015), für die sie gemeinsam eine Reihe von gefilmten Interviews in Benin durchführten.

Romuald Tchibozo ist Professor für Kunstgeschichte an der Universität Abomey-Calavi in Cotonou sowie stellvertretender Direktor des Institut National des Metiers d’Art, d’Archéologie et de la Culture (INMAAC). Verena Rodatus lehrt und forscht in der Abteilung Kunst Afrikas am Kunsthistorischen Institut der Freien Universität Berlin; derzeit arbeitet sie an ihrer Habilitation Moderne und zeitgenössische Kunst in Benin – ein „Oral Art History“-Projekt.

Im Rahmen des Dahlem Junior Host Programm sichten und analysieren die beiden Wissenschaftler*innen gemeinsam videobasierte Künstlerinterviews, die Verena Rodatus 2016 in Benin durchgeführt hat. Ziel des Projekts ist es, im Sinne einer kooperativen Wissensproduktion mit neuen Formen des kunsthistorischen Schreibens zu experimentieren. Das Ergebnis soll methodisch reflektiert und in einem gemeinsamen Artikel veröffentlicht werden.

Valérie Bénéjam zu Gast bei Elizabeth M. Bonapfel (Mai–August 2018)

 

Valérie Bénéjam und Elizabeth M. Bonapfel

Elizabeth M. Bonapfel erforscht als Stipendiatin der Deutschen Forschungsgesellschaft am Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literatur der Freien Universität Berlin die Evolution von Interpunktion in moderner englischsprachiger Literatur. 2014 promovierte sie mit einer Dissertation in englischer und amerikanischer Literatur an der New York University. Sie ist Spezialistin zu James Joyces Interpunktion und ihre Arbeiten zur Thematik erschienen in Doubtful Points: Joyce and Punctuation (Mitherausgeberin), im Dublin James Joyce Journal, Joyce Studies in Italy, und im Sammelband Interpunktion im Spannungsfeld zwischen Norm und Freiheit. Die im Rahmen des Dahlem Junior Host Program eingeladene Forscherin, Valérie Bénéjam, ist Maître de Conférencesin Englischer Literatur an der Universität Nantes (Frankreich). Ihr Forschungsschwerpunkt umfasst Joyces Oeuvre, zu dem sie vielfach publiziert hat. Derzeit untersucht sie die Rolle von Theater und Drama in Joyces Werken.

Bisher ist James Joyces Dubliners (1914) noch nie so erschienen, wie er es geschrieben hatte. Bonapfel und Bénéjams Projekt, „The Authentic Reconstructed Dubliners“, ist eine bearbeitete Fassung des Textes, die sich zum Ziel setzt, so nah wie möglich an die Kompositionspraktiken von Joyces frühen Schriften zurückzukehren mit besonderem Augenmerk auf die Repräsentation von Dialog und Idiom. Die verbleibenden Manuskripte für den Text offenbaren unorthodoxere Kompositionspraktiken als gewöhnlich anerkannt wird. In seinen frühen Schriften schrieb Joyce nicht einfach mit dem single dash, sondern mit dem was er als „dialogue between dashes“ bezeichnete. Diese Fassung des Textes wird die erste sein, die die double dashes in eine Buchausgabe wiedereinführt und damit die Bedeutsamkeit dieser notwendigen frühen Praktik in Joyces Darstellung von Figur und Rede aufzeigt.

Martin Hartung zu Gast bei Norma Ladewig (Juni – Juli 2018)

 

Martin Hartung und Norma Ladewig

Norma Ladewig ist Doktorandin im Bereich Zeitgeschichte und arbeitet an einer interdisziplinären Dissertation zum Verhältnis von Kunstmarkt, Kulturpolitik und Kunstszene der 1960er bis 1980er Jahre im Rheinland. Sie lädt Martin Hartung, Doktorand am Institut für Geschichte und Theorie der Architektur (gta), ETH Zürich, im Juli 2018 an die FU ein. Während des vierwöchigen Gastaufenthaltes möchten sie einen wissenschaftlichen Austausch fortsetzen, den sie auf einer Konferenz in London zum Thema „Kunstmessen“ begonnen haben. Dort beschäftigten sie sich mit der politisierten Auseinandersetzung um die ersten Messen für zeitgenössische Kunst, die in den späten 1960er und frühen 1970er Jahre im Rheinland stattfanden und loteten die Wechselwirkungen zwischen der politisierten gesellschaftlichen Stimmung der späten 1960er Jahre und einem Kommerzialisierungsschub des Kunstmarktes aus. Die politische Dimension des Kunstmarktes bildet daher den Ausgangspunkt für Fragen, die sie im Rahmen des Dahlem Junior Host Programms und darüber hinaus diskutieren möchten. Auf einer Tagung möchten sie kunsthistorische und zeitgeschichtliche Perspektiven zum Thema Politisierung und Kommerzialisierung im Kulturbetrieb der 1960er bis 1980er Jahre in einen Austausch bringen. Im Rahmen des Dahlem Junior Host Programms werden sie einen Call for Papers und ein organisatorisches Konzept ausarbeiten.

Nicole Sütterlin zu Gast bei Isabel von Holt (Juni–Juli 2018)

 

Nicole Sütterlin und Isabel von Holt

Isabel von Holt ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Deutsche und Niederländische Philologie an der Freien Universität Berlin und promoviert dort zum Thema „Figurationen des Bösen im barocken Trauerspiel“. Nicole Sütterlin ist Associate Professor of Germanic Languages and Literatures an der Harvard University. Während sie sich in ihrem ersten Buchprojekt zur „Poetik der Wunde“ mit der Entdeckung des Traumas in der Literatur um 1800 beschäftigt, widmet sie sich in ihrem derzeitigen Forschungsprojekt „Bodies of the Digital Age“ der Untersuchung biopolitischer und immunologischer Diskurse in der Gegenwartsliteratur.

Nicole Sütterlin und Isabel von Holt interessieren sich in ihrer Forschung beide für Korporealitäten und ihre Repräsentationen in literarischen Texten. Im Fokus stehen dabei besonders die Transgressionen von (Körper-)Grenzen, durch die anthropologische, medizinische und politische Konzepte bzw. die Irritationen, die sie provozieren, verhandelt werden. In ihrer Kooperation interessieren sie sich besonders für die Kontinuitäten und Iterationen von Körperpoetiken über epochale Grenzen hinweg – Kontinuationen, anhand derer sich die Vorstellung epistemischer Grenzen und Brüche neu verhandeln lassen.

Ziel des Projektes ist es, die Repräsentanz und Aktualität von Körperkonzeptionen an zwei konkreten Anlässen epochenübegreifend zu diskutieren. Im Rahmen des Dahlem Junior Host Programs werden Isabel von Holt und Nicole Sütterlin ein gemeinsames Seminar zum übergreifenden Thema „Körperpoetiken – Korporealitäten – Biopolitik“ für eine internationale Konferenz konzipieren. Um die Schlüsselkonzepte zu erproben, werden sie zu diesem Thema einen öffentlichen Workshop an der Freien Universität ausrichten. Für den Workshop konnten ausgewiesene Expert*innen in den Bereichen literarische Anthropologie und Biopolitik gewonnen werden: Prof. Dr. Irmela Krüger-Fürhoff von der Freien Universität Berlin sowie als auswärtige Gäste Dr. Klaus Birnstiel (Universität Basel) und Prof. Dr. Mario Grizelj (Ludwig-Maximilians-Universität München).

Nicole King zu Gast bei Ana Nenadovic (Juli 2018)

 

Nicole King und Ana Nenadovic

Nicole King und Ana Nenadovic widmen ihre Forschung den literarischen Produktionen afroamerikanischer Frauen und Männer. Während Nicole King ihren Schwerpunkt auf Schriftsteller*innen Nordamerikas setzt, fokussiert sich Ana Nenadovic auf Autor*innen Lateinamerikas. Den Schnittpunkt ihrer Interessen bildet der plurilinguale und pluriethnische Raum der Karibik.

Nicole King ist Professorin am Institut für Englische und Vergleichende Literaturwissenschaft des Goldsmiths, University of London. Ana Nenadovic ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am ZI Lateinamerika-Institut, Bereich Literaturen und Kulturen Lateinamerikas.

Im Rahmen des Dahlem Junior Host Program bereiten die beiden eine gemeinsame Publikation zur Darstellung von weiblichen Freundschaften, dem Zusammenhalt unter Schwestern und Sororität in anglophonen und hispanophonen literarischen Werken der Karibik vor. Ziel dieses Projekts ist es, nicht nur einen Beitrag zur Karibikforschung zu leisten, sondern besonders spezifisch karibische Arten der Repräsentation, welche die Sprach- und Nationalgrenzen überbrücken, zu deduzieren.

Bence Nanay zu Gast bei Jakub Stejskal (Oktober 2018)

 

Bence Nanay und Jakub Stejskal

Bence Nanay ist eine führende Stimme in der gegenwärtigen Philosophie der Wahrnehmung und der Ästhetik. Bei seinem aktuellen Forschungsprojekt „globale Ästhetik“ handelt es sich um eine Erkundung der Artikulationsmöglichkeiten interkultureller Unterschiede ästhetischer Aufmerksamkeit. Sein Gastgeber Jakub Stejskal ist Leiter des DFG-Projektes „Für eine post-formalistische Ästhetik“, das im Arbeitsbereich von Prof. Georg W. Bertram am Institut für Philosophie der FU angesiedelt ist, und geht dabei in eine ähnliche Richtung. Die Forschungsprojekte von Nanay und Stejskal verbindet das Interesse, den philosophisch-begrifflichen Rahmen für eine vergleichende Ästhetik zu erarbeiten. Aufgrund der geteilten Forschungsinteressen hat Jakub Stejskal Bence Nanay zur gemeinsamen Organisation eines Workshops zum Thema globaler Ästhetik eingeladen.

Während Bence Nanays Aufenthalt an der FU Ende Oktober 2018 wird es zwei Workshopeinheiten am Institut für Philosophie zur globalen Ästhetik geben, die beide in Prof. Georg W. Bertrams reguläre Kolloquien integriert sind: Das Kolloquium zur Gegenwartsästhetik und das Forschungskolloquium. Während des Workshops werden sowohl Stejskal als auch Nanay je einen Aufsatz zur globalen Ästhetik vorstellen.

Noah Gardiner zu Gast bei Laurenz Kern und Benedikt Reier (Oktober 2018)

   

Noah Gardiner, Laurenz Kern und Benedikt Reier

Noah Gardiner (Visiting Assistant Professor of Islamic Studies, University of South Carolina) ist im Oktober zu Gast bei Laurenz Kern (Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Institut für Islamwissenschaft) und Benedikt Reier (Doktorand, Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies). Die drei arbeiten zu verschiedenen Aspekten der arabischen und osmanischen Handschriftenkulturen im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit. In ihrer Forschung stehen neben den jeweiligen Texten an sich vor allem deren PublikationVerbreitung, Rezeption und Rolle im jeweiligen sozialen, kulturellen und intellektuellen Umfeld im Fokus.

Während des Besuches sind verschiedene Aktivitäten geplant. Es wird unter anderem einen Workshop mit dem Titel „Making Sense of Manuscript Corpora“ geben. Hier sollen Fragen angesprochen werden, die für jegliche Forschung mit Handschriften relevant sind: Welche Vor- und Nachteile bringt die Arbeit an einem bestimmten Werk, an einem bestimmten Autor, an einem bestimmten Genre, oder an einem bestimmten paratextuellen Element mit sich? Wie gehen wir mit Autographen und wie mit survival bias um? Wie können wir die Rezeption und Popularität eines bestimmten Korpus messen? Des Weiteren wird Noah Gardiner einen Vortrag, „Manuscripts, reception networks, and Islamic intellectual history: The case of the occult sciences“, halten. Der Vortrag basiert auf seiner Forschung über die Rezeption von Okkulten Wissenschaften im spätmittelalterlichen Ägypten und Syrien.