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Gastgeber*innen und Gäste 2016

Valentina Duca zu Gast bei Adrian Pirtea (August–Oktober 2016)

 

Valentina Duca und Adrian Pirtea

Adrian Pirtea hat einen BA Abschluss in Geschichte und Englische Philologie (Universität Bukarest, 2008) und MA Abschlüsse in Mittelalterliche Geschichte (Freie Universität Berlin, 2011) und Judaistik (Universität Bukarest, 2012).Zur Zeit ist er Doktorand der Byzantinistik an der Freien Universität Berlin (Betreuer: Prof. Dr. Johannes Niehoff-Panagiotidis). Adrian forscht hauptsächlich zur christlichen Mystik der Spätantike und seine Dissertation konzentriert sich auf den Begriff der „geistigen Wahrnehmung“ bei mehreren griechischen und syrischen patristischen Autoren.
Valentina Duca ist Doktorandin am Oriental Institute (Wolfson College, Oxford) unter der Betreuung von Prof. Dr. David Taylor. Im Vorfeld hat sie einen BA in Religionswissenschaft (La Sapienza, Rom, 2010) und einen MPhil. in Ostchristliche Studien (Oxford, 2013) erhalten. Valentinas Dissertation befasst sich mit dem Problem des Leidens und der Vulnerabilität des Menschen im Werk Isaaks von Ninive, eines einflussreichen syrischen Theologen und Mystikers des 7. Jahrhunderts aus Qatar.
Im Rahmen des Dahlem Junior Host Program (September 2016) werden Adrian und Valentina sich mit einer philosophischen und philologischen Analyse von zwei zentralen und zusammenhängenden Begriffen in Isaaks Schriften beschäftigen: Intellekt/Verstand und die Sinne. Dadurch werden sie versuchen, eine Neubewertung der Beziehung zwischen Rationalität und Gefühl in der spätantiken christlichen Mystik anzubieten, ein Thema das für neuere Diskussionen im Bereich der Religionsphilosophie und Theologie höchst relevant ist.

Aydogdy Kurbanov zu Gast bei Jana Eger, Ilia Heit und Birgül Ögüt (September–Oktober 2016)

     

Aydogdy Kurbanov, Jana Eger, Ilia Heit und Birgül Ögüt

Jana Eger, Ilia Heit und Birgül Ögüt forschen gemeinsam im archäologischen Projekt Monjukli Depe am Institut für Vorderasiatische Archäologie der Freie Universität Berlin an unterschiedlichen Themenschwerpunkten.Jana Eger ist Promotionstudentin im Studiengang „Landscape Archaeology and Architecture“ der Berlin Graduate School of Ancient Studies. Ihr Dissertationsprojekt beinhaltet eine Analyse des Tierknochenmaterials von Monjukli Depe vor dem Hintergrund der Human-Animal-Studies. Ihr geht es darum, Paläo‐Fauna nicht als rein ökologische oder ökonomische Informationen vermittelndes Material zu interpretieren, sondern vielmehr anhand unterschiedlicher Methoden die Relationen zwischen Menschen und Tieren so genau wie möglich zu bestimmen.
Ilia Heit beschäftigt sich in seiner Dissertation, die im Rahmen des Topoi-Projekts A-2-2 "Mobile village cultures in the foothills of the Kopet Dag" vorbereitet wird, im Allgemeinen mit der Zeitlichkeit der archäologischen Evidenz von Monjukli Depe und anderen Fundstellen in der Region sowie insbesondere mit dem Wandel in prähistorischen Bau- und Wohnpraktiken. Anhand architektonischer Strukturen und unbeweglichen Installationen sowohl in Monjukli Depe als auch in Fundorten der umliegenden Region werden (Dis-)Kontinuitäten der räumlichen Gestaltung analysiert.
Birgül Ögüt ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt Monjukli Depe am Institut für Vorderasiatische Archäologie an der Freien Universität Berlin. Ihre Dissertationsarbeit befasst sich mit der Analyse der Auswahl-, Produktions- und Konsumtionsstrategien, welche den Umgang der BewohnerInnen von Monjukli Depe mit Felssteinen kennzeichneten. Neben dem technologischen Aspekt sind die mit den Steinen verbundenen Aktivitäten, von der Auswahl, der Beschaffung, über den Transport, Bearbeitung, Nutzung und Wiederverwendung bis hin zum Ausscheiden aus dem aktiven Alltag der Menschen, Fokus der Arbeit.
Zusammen haben die drei im Rahmen des Dahlem Junior Host Program Aydogdy Kurbanov eingeladen, der durch seine Tätigkeiten ein Spezialist für die im Fokus stehende Forschungsregion ist. Durch seinen Gastaufenthalt können Referenzdaten eingebunden und schwer zugängliches Archivmaterial ausgetauscht werden. Dies wird nicht nur zur Vernetzung des Projektes beitragen, sondern auch die für die weitere Bearbeitung der archäologischen Grabungsergebnisse in Monjukli Depe, die im Zentrum der drei Doktorarbeiten stehen, sehr hilfreich sein.

Giacomo Comiati zu Gast bei Alexander Winkler (September–November 2016)

 

Giacomo Comiati und Alexander Winkler

Im Rahmen dieses Projekts sollen aus synchron-sprachvergleichender Perspektive Verwendung und Funktionalisierung von literarischen Stilregistern am Beispiel der Epik im 16. Jahrhundert in Italien untersucht werden. Mit der intensiven Welle der Rezeption nicht nur der Aristotelischen Poetik, sondern auch anderer bedeutender Rhetorik- und Poetiktraktate (z.B. Demetrios, Pseudo-Longin) begann sich insbesondere in Italien parallel zur Literaturproduktion auch eine intensive Reflexion über deren poetologische Rahmenbedingungen zu entwickeln. Nicht zuletzt durch den Petrarkismus wuchs die Bedeutung des in der Antike nur schwach theoretisierten lyrischen Stils im 16. Jahrhundert in Theorie und poetischer Praxis. Im volkssprachlichen Epos findet das lyrische Register im Secondo Cinquecento rasch seinen Platz. Ausgehend von der Registernivellierung im volgare soll die lateinische Epik des Cinquecento in Italien auf 'Lyrismen' oder andere Formen der Registernivellierung hin untersucht werden. Vor diesem Hintergrund soll nun auch der Einsatz unterschiedlicher Stilregister im Bereich der neulateinischen Epik zunächst beschrieben, in einem nächsten Schritt auf seine Funktionalisierung hin untersucht werden. Mit dem Forschungsprojekt soll ein Beitrag zu einem besseren Verständnis der sprachlichen Faktur der neulateinischen Epik vor dem Hintergrund auch volkssprachlicher Stildiskurse geleistet werden.
Der Gastforscher, Dr. Giacomo Comiati (PhD, University of Warwick), ist ein ausgewiesener Kenner der italienischen und lateinischen Lyrik des Cinquecento und kann mit seiner Expertise einen wichtigen Beitrag zum Forschungsprojekt liefern, das er gemeinsam mit seinem Dahlem Junior Host Alexander Winkler (Institut für Romanische Philologie) an der Freien Universität durchführen wird. Alexander Winklers Forschungsschwerpunkt liegt in der neulateinischen Epik. Er arbeitet derzeit an seiner Dissertation zu Pietro Angeli da Bargas Epos Syrias (1582-1591).

Irene Chabr zu Gast bei Kerstin Schankweiler (Oktober 2016)

   

Irene Chabr und Kerstin Schankweiler

Irene Chabr und Kerstin Schankweiler arbeiten beide zu rezenten Bildphänomenen in sozialen Netzwerken, die im Kontext von Protestbewegungen und Online-Aktivismus stehen. Fragen nach dem Selfie als Protestwerkzeug, dem Aufgreifen von Bildrepertoires in einer Form des Reenactments, der Erzeugung von vermeintlich globalen Communities über Bilder sowie des Authentizitätsversprechens der digitalen Bilder im Netz stehen im Zentrum ihrer Projekte. Im Kooperationsprojekt von Chabr und Schankweiler an der Schnittstelle von künstlerischer und wissenschaftlicher Praxis findet ein intensiver Austausch statt, Bildkorpora werden diskutiert und analysiert, und die unterschiedlichen Perspektiven von affekttheoretischem Zugang und repräsentationskritischem Ansatz werden in einen Dialog gebracht. Am Ende des Projektes wird ein Gespräch zwischen den beiden Forscherinnen publiziert.
Dr. Kerstin Schankweiler ist Kunsthistorikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im SFB „Affective Societies“ an der Freien Universität Berlin, sie arbeitet dort im Teilprojekt B01 „Affektive Dynamiken von Bildern im Zeitalter von Social Media“.
Irene Chabr ist Künstlerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Zeichenwerkstatt“ an der Züricher Hochschule der Künste, ihr Projekt trägt den Titel „Wandernde Gesten. Eine künstlerisch-kulturanalytische Untersuchung von Bildmigrationen“.

Anacleto D’Agostino zu Gast bei Costanza Coppini (November 2016)

   

Anacleto D'Agostino und Constanza Coppini

Costanza Coppini (PhD Freie Universität Berlin, 2014) ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin in dem von Prof. Dominik Bonatz geleiteten Projekt „Archäologische Forschungen am Tell Feḫeriye (Syrien)“ am Institut für Vorderasiatische Archäologie tätig. In diesem Rahmen bereitet sie die Abschlusspublikation der Spätbronzezeitlichen Keramik aus den Grabungskampagnen 2006 bis 2010 vor. Das Forschungsprojekt bot die Möglichkeit im Laufe der Publikationsphase das eigenständige Forschungsvorhaben zur Untersuchung der „Materialisierung von Herrschaft am Beispiel der Mittanischen und Mittelassyrischen Keramik aus Tell Feḫeriye (Syrien)“ zu entwickeln. Ziel des Projektes ist die Ausprägung des Wechsels zwischen zwei Keramiktraditionen genauer zu untersuchen und damit die Wechselwirkung zwischen materiellen Hinterlassenschaften und vorherrschenden Hegemonialstrukturen zu beleuchten. Der im Rahmen des “Dahlem Junior Host Program” eingeladene Gast, Dr. Anacleto D’Agostino (PhD Universität Florenz, 2008), ist aufgrund seiner jahrzehntelangen Mitarbeit an der Grabung Tell Barri (Syrien), ein international anerkannter Spezialist für die spätbronzezeitliche Keramik Nordmesopotamiens. Während seines Gastaufenthalts sollen die enge Zusammenarbeit ausgebaut und (unpublizierte) Daten ausgetauscht werden, die es ermöglichen regionale Entwicklungen in der Keramiktradition in den überregionalen Kontext der spätbronzezeitlichen nordmesopotamischen Kulturgeschichte zu stellen und ein Forschungsmodell für weitere Untersuchungen zu etablieren.

Rayya El Zein zu Gast bei Kristin Flade (Dezember 2016–Januar 2017)

 

Rayya El Zein und Kristin Flade

Kristin Flade ist Doktorandin in Theaterwissenschaft im ERC-Projekt The Aesthetics of Applied Theatre. Ihre Doktorarbeit “A Good Pain? Artistic Practices in Conflict Zones” untersucht Formen angewandten Theaters und politisch engagierter performativer Künste in Palästina. Kristin hat als Gast die Performancewissenschaftlerin Rayya El Zein eingeladen. Rayya hat mit einer Studie mit dem Titel “Performing el Rap el ʿArabi 2005-2015: Feeling Politics amid Neoliberal Incursions in Ramallah, Amman, and Beirut” an der City University New York ihren Doktortitel erlangt. Rayya und Kristin werden in Berlin zum Thema “Writing Palestine: (Notes) Towards an Ethnography of Political Performance” arbeiten. Die intensiven Erfahrungen, die beide während ihrer Feldforschungspraxis in Palästina machen konnten, sind gezeichnet von methodologischen und politischen Herausforderungen. Diese bilden den Ausgangspunkt für gemeinsame Überlegungen, die zum Ziel haben, Diskurse und Methoden der theaterwissenschaftlichen Forschung zur Aufführungspraxis im Kontext politischer Besatzung voranzubringen. Ergebnis ihrer gemeinsamen Zeit in Berlin soll ein gemeinsamer Artikel und ein öffentlicher Workshop an der Freien Universität sein.