Ich zeig’ dir was, was du nicht siehst

Physikalisches Experimentalwissen für Schülerinnen und Schüler - nicht nur im Einsteinjahr

„Einsteins Erben“ spielen in diesem Moment wahrscheinlich das neueste Abenteuerspiel im Kinderzimmer am PC. Neugier zu wecken, ist Ziel des Wettbewerbs „Ich zeig' dir was, was du nicht siehst“, den die Universitäten und Schulbehörden der Länder Berlin und Brandenburg anlässlich des Einsteinjahres gemeinsam mit der Deutschen Physikalischen Gesellschaft e.V. durchführen. Grundschüler aus Berlin und Brandenburg sind eingeladen, sich mit einem der drei von Einstein behandelten Themen „Licht“, „Zeit“ und „Zufall“ näher zu beschäftigen. „Im Sachunterricht mögen Einsteins Erkenntnisse keine große Rolle spielen. Trotzdem sind diese Themen bestens geeignet, um Kinder im Grundschulalter zum selbstständigen Denken anzuregen und ihre wissenschaftliche Neugierde zu fördern“, sagt Jörg Fandrich von der Fachdidaktik Physik der Freien Universität. „Beschreibungen von Experimenten oder Projekten, Bastelarbeiten, Bilder oder Gedichte – alles ist uns willkommen! Physikalisches Wissen oder die Neugier darauf muss sich nicht immer in Zahlen oder Grafiken ausdrücken“, so der FU-Wissenschaftler, selbst Vater zweier Kinder. „Und falls es Schwierigkeiten gibt, helfen wir natürlich auch.“ Die Anmeldung zum Grundschulwettbewerb erfolgt online. Bis zum 13. April können die Ergebnisse der Einsteinschen „Nach-Forschungen“ in Form von Postern, Bastelarbeiten oder anderen Darstellungen als Wettbewerbsbeitrag an den Universitäten eingereicht werden. Besonders gelungene Beiträge werden im Mai auf einer Veranstaltung unter Mitwirkung von Peter Lustig, dem Moderator der ZDF-Kindersendung „Löwenzahn“, vorgestellt und prämiert. Gesponsert werden die Wettbewerbsvorbereitungen und Preise von der Wilhelm und Else Heraeus Stiftung.

An der Freien Universität gibt es seit längerem Projekte, die jungen Menschen die Physik näher bringen, vor allem die physikalischen Einführungsexperimente und das Schülerlabor „PhysLab“. In den physikalischen Einführungsexperimenten können Schülergruppen oder Klassen seit zehn Jahren experimentieren. Schüler aller Altersgruppen lernen alle Teilgebiete der Physik kennen. Wer daran teilnehmen möchte, sollte sich die Termine 9. bis 13. Mai und 14. bis 18. November vormerken. „Im vergangenen Jahr haben über 2000 Besucher dieses Angebot genutzt“ kommentiert der Initiator der Einführungsexperimente, Wolfgang Kern, den Zulauf.

Auch das Schülerlabor „Physlab“ für Schüler ab Klasse zehn kann sich über mangelndes Interesse nicht beklagen. Wie funktioniert ein Rastertunnelmikroskop? Warum wird die Brennstoffzelle oft als „Energiewandler der Zukunft“ bezeichnet? Welche Eigenschaften haben Mikrowellen? Diese und weitere Fragen können die Schüler hier selbst beantworten. Alle Versuche werden unter fachkundiger Anleitung durchgeführt – wer will, bekommt en passant dabei eine kleine Studienberatung. Etwa 400 Schüler betreut das „PhysLab“ jährlich. „Mir hat es sehr gefallen, selbstständig Experimente durchzuführen. Das Rumbasteln am Wasserstoffauto hat Spaß gemacht!“ oder „Die Solarzellen waren toll!“ sind Schüleräußerungen, die dem „PhysLab“-Koordinator Jörg Fandrich zeigen, dass physikalisches Arbeiten vielen Kindern Freude bereitet.

Doch das „PhysLab“ ermöglicht mehr als nur eine kurzzeitige Beschäftigung mit physikalischen Themen. Seine Organisatoren wollen den Physikunterricht nachhaltig bereichern, mit Hilfe des Webs: „Viele Lehrer nutzen das Internet bereits ganz selbstverständlich zur Unterrichtsvorbereitung oder um sich mit Kollegen auszutauschen. Ich möchte deshalb unsere Webseite zur Serviceplattform für Physik- und Mathematiklehrer ausbauen“, so Jörg Fandrich.

SCHÜLERLABOR

Eine Brücke zwischen Schule und Universität

Das PhysLab der Freien Universität Berlin ermöglicht Schülern ab Klasse 10 selbstständiges Experimentieren und Forschen. Dies kann sowohl im Rahmen des regulären Unterrichts geschehen als auch unabhängig davon. Das Schülerlabor versteht sich als Schnittstelle zwischen Schule und Universität. Teilnehmer können nicht nur experimentieren, sondern sich auch über den Ablauf eines Studiums informieren und einfach mal „Uniluft schnuppern“.

Das PhysLab im Internet: www.physik.fu-berlin.de/physlab; E-Mail: physlab@physik.fu-berlin.de, Telefon: (030) 838 56772.

Informationen zu den physikalischen Einführungsexperimenten: www.physik.fu-berlin.de/EE

Kontakt: Dr. Kern, Tel. (030) 838 52803, E-Mail: wolfgang.kern@physik.fu-berlin.de

Physikunterrichtsmaterialien an: Jörg Fandrich, Tel.: (030) 838 56772, E-Mail: joerg.fandrich@physik.fu-berlin.de

Einsendungen an: Technische Universität Berlin, Fachdidaktik Physik, Sekr. PN 1-1, Stichwort: „Ich zeig dir was, was du nicht siehst“, Hardenbergstraße 36, 10623 Berlin

Von Anke Assig