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Meteorologen und Wetterfrösche

Wieso sich Meteorologinnen und Meteorologen manchmal unsicher sind

01.10.2020

Messgerät aus passiv belüftetem Gerät mit Sensoren für Temperatur, Feuchte, Druck, Strahlung sowie Solarzellen und Akku (re.), Niederschlagsmesser (li.).

Messgerät aus passiv belüftetem Gerät mit Sensoren für Temperatur, Feuchte, Druck, Strahlung sowie Solarzellen und Akku (re.), Niederschlagsmesser (li.).
Bildquelle: Cristopher Böttcher

Wenn die Wettervorhersage ein starkes Gewitter meldet, trifft das dann auf jeden Fall ein? Wieso sind sich Meteorologinnen und Meteorologen manchmal unsicher? „Wir möchten herausfinden, wie das Wissen um Wetterprognosen und -warnungen besser vermittelt werden kann, gern auch spielerisch“, sagt Henning Rust, Professor für Statistische Meteorologie an der Freien Universität.

Als der Deutsche Wetterdienst eine bundesweite Messkampagne initiiert hat, sei die Idee aufgekommen: Diesmal wollten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht nur daran arbeiten, wie Wetterwarnungen besser dargestellt werden können, um sie Laien zu erläutern, sondern ein besseres Verständnis dafür schaffen, wo die Schwierigkeiten der Voraussage sind; das fängt beim Messen an. „Deshalb haben wir auf der Basis kleiner Mikrocontroller Wetterstationen gebaut, mit denen sich atmosphärische Daten erheben lassen. Diese werden per Funk an einen Empfänger gesendet und lassen sich sofort auf dem Smartphone visualisieren“, erläutert Henning Rust.

Auf diese Weise entstanden zwei „Citizen Science“- Projekte für Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangstufe 5. Sie sind im Rahmen des Forschungsprojekts WEXICOM (Wetterwarnungen: von der Extremereignis- Information zu Kommunikation und Handlung) am Hans-Ertel-Zentrum für Wetterforschung des Deutschen Wetterdienstes angesiedelt. Während die Klassen aus dem Landkreis Oder-Spree aufgrund der Corona-Auflagen erst 2021 teilnehmen, ist das Pilotprojekt „KARE-CS“ (Klimawandelanpassung auf regionaler Ebene – Citizen Science) im bayerischen Voralpenland bereits angelaufen, einer Region, die besonders von Starkregen betroffen ist. Das interdisziplinäre Projekt der Freien Universität Berlin und der Ludwig-Maximilians-Universität München ist eine Kooperation mit der regionalen Bürgerstiftung „Energiewende Oberland“ (EWO), gefördert wird es durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Eine sozialwissenschaftliche Studie erforscht den Lernerfolg des Projekts

„Wir haben den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen Bausatz für die kleinen Wetterstationen gesendet. Sie haben diese dann selbst zusammengebaut und über die Sommerferien Werte für Temperatur, Luftdruck und Sonneneinstrahlung gemessen.“ Station „MESSI“ besteht aus einem Mikrocontroller, Solarzellen, einem Gehäuse aus dem 3D-Drucker sowie Sensoren. Auf einer eigens entwickelten App werden diese Daten übersichtlich präsentiert. Über Online-Materialien wie Erklär- und Musikvideos sowie Videokonferenzen mit den Meteorologinnen und Meteorologen lernen die jungen Wetterfrösche Grundlagen über die Wettervorhersage.

Eine sozialwissenschaftliche Studie erforscht den Lernerfolg des partizipativen Projekts. Am Rande wird auch untersucht, inwiefern Laienmessungen zur Überprüfung von Wetterprognosen dienen und ein professionelles Netzwerk ergänzen können. „Was bedeuten 70 Prozent Luftfeuchtigkeit oder 3 Millimeter Niederschlag? Wir hoffen, dass die Schüler dafür ein Gefühl bekommen, wenn sie nicht nur die Messwerte sehen, sondern im Garten stehen und das Wetter spüren“, erklärt Henning Rust.

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