Springe direkt zu Inhalt

„Komplexe und faszinierende Region"

Neuer Masterstudiengang zum Nahen Osten

18.06.2020

Ziel des neuen Studiengang: die Vielfalt der Sprachen, Literaturen, Gesellschaften, Religionen und Kulturen des Nahen Ostens vermitteln.

Ziel des neuen Studiengang: die Vielfalt der Sprachen, Literaturen, Gesellschaften, Religionen und Kulturen des Nahen Ostens vermitteln.
Bildquelle: pixabay/ErikaWittlieb

Frau Mummelthei und Herr Professor Mühlethaler, Sie koordinieren den neuen Studiengang „Interdisciplinary Studies of the Middle East“ (ISME). Was macht ihn einzigartig in Deutschland?

Lukas Mühlethaler: Das lässt sich in wenigen Sätzen sagen: Der durchgehend englischsprachige Studiengang befasst sich mit dem Nahen und Mittleren Osten, einer komplexen und faszinierenden Region, die sich vom Iran über die Arabische Halbinsel bis nach Marokko erstreckt. Sie ist die Wiege verschiedener Religionen, Kulturen und Wissenstraditionen, aber auch der Begegnungen und Konflikte, die aktuelle globale Probleme widerspiegeln. Die Studierenden lernen die Vielfalt der Sprachen, Literaturen, Gesellschaften, Religionen und Kulturen dieser Region kennen und entwickeln ein neues Verständnis für die verschiedenen Arten und Weisen, in denen sie im Laufe ihrer reichen Geschichte miteinander und mit anderen Gesellschaften und Kulturen verflochten sind.

Welche Disziplinen arbeiten zusammen?

Victoria Mummelthei: Vereint sind ein einmaliges Spektrum an Fächern mit Bezug zum Nahen und Mittleren Osten: Arabistik, Iranistik, Islamwissenschaft, Judaistik, Semitistik und Turkologie. Alle diese Disziplinen des Fachbereichs Geschichts- und Kulturwissenschaften sitzen in einem Haus, nämlich im Neubau der sogenannten „Kleinen Fächer“ – der Holzlaube in der Fabeckstraße in Dahlem. So ist man nie weiter als eine Flurlänge entfernt voneinander.

Wie ist der Studiengang aufgebaut?

Lukas Mühlethaler: Der Studiengang ist auf vier Semester angelegt. Zunächst lernen die Studierenden den Nahen und Mittleren Osten fächerübergreifend als Forschungsfeld, als Region und als Raum kultureller Produktion kennen. Später vertiefen sie sich individuell in das Studium der Geschichten und Gesellschaften, der Wissenstraditionen, der Sprachen des Nahen und Mittleren Ostens oder dessen Literaturen. Und sie können ein Praktikum einbringen oder Forschungsprojekte kennenlernen.

Welche internationalen Partner sind eingebunden, und welche Rolle spielen diese im Lehrplan?

Victoria Mummelthei: Die Dozierenden selbst stehen für den internationalen Charakter des Studienganges: Sie wurden in verschiedenen Ländern ausgebildet, haben umfassende Lehr- und Beratungserfahrung mit Studierenden weltweit, kooperieren fachbereichsübergreifend in Lehre und Forschung mit nahestehenden Disziplinen, und sie verfügen durch ihre eigene Forschungstätigkeit individuell über ein breites Netzwerk. Als internationale Netzwerkuniversität greift aber auch die Freie Universität selbst auf eine große Anzahl an Kontakten in Forschung und Lehre in aller Welt zurück. Kontakte, die die Studierenden etwa für einen Aufenthalt oder für ein Praktikum im Ausland nutzen können.

An wen richtet sich das Programm, und welche Voraussetzungen müssen Bewerberinnen und Bewerber erfüllen?

Lukas Mühlethaler: Wenn Sie die folgenden Fragen mit Ja beantworten können, ist dieser Studiengang sehr wahrscheinlich etwas für Sie: Faszinieren Sie Sprachen, Literaturen, Kulturen und die Geschichte des Nahen und Mittleren Ostens? Möchten Sie unabhängig forschen und neue Interessengebiete erkunden? Können Sie ausgezeichnete Englischkenntnisse nachweisen? Haben Sie einen fachrelevanten Bachelorabschluss, z.B. in Arabistik, Iranistik, Islamwissenschaft, Judaistik, Semitistik oder Turkologie? Die Bewerbungsfrist für die 15 Plätze beginnt am 1. Juli und endet am 15. August. Interessierte mit einem ersten Studienabschluss außerhalb Deutschlands bewerben sich über „uni-assist“; beim Abschluss von einer deutschen Universität läuft das Verfahren über das Portal der Freien Universität.

Victoria Mummelthei: Es ist uns klar, dass der Studiengang wegen der Coronavirus-Pandemie anders starten wird, als wir es uns bei der Planung des Studienganges und des ersten Semesters gedacht hätten. Ob wir die Studierenden auf dem Campus von Angesicht zu Angesicht empfangen werden können, ob der Unterricht gänzlich online stattfindet – vieles steht noch nicht fest. Doch wir werden für einen angenehmen Einstieg in das Programm sorgen.

Die Fragen stellte Carsten Wette.

Der Studiengang im Netz: www.fu-berlin.de/isme

Schlagwörter

  • Internationales
  • Lehre
  • Naher Osten
  • Studium