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Forschung zur Bewältigung der Krise

Zusammenleben, Arbeit und Wohlbefinden

17.06.2020

Wie haben sich Schul- und Kitaschließungen auf die Erziehung ausgewirkt?

Wie haben sich Schul- und Kitaschließungen auf die Erziehung ausgewirkt?
Bildquelle: Bernd Wannenmacher

Wie einschneidend erleben Menschen die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie? Mit dieser Frage beschäftigt sich Patrick Mussel, Professor für Persönlichkeitspsychologie an der Freien Universität Berlin, mit seinem Kollegen Kai Horstmann von der Humboldt-Universität zu Berlin. Ihr Projekt ist eines von insgesamt zwölf Vorhaben, die derzeit vom Exzellenzverbund Berlin University Alliance gefördert werden. Bei neun davon sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Freien Universität Berlin beteiligt oder leiten das Projekt.

Menschen, die durch die Pandemie einsam sind und psychisch belastet, hat Stephan Heinzel, Professor für Klinische Psychologie an der Freien Universität, im Fokus. Er untersucht, was diesen bei der Krisenbewältigung hilft. Die Studie knüpft an das „SEA“-Projekt der Charité an, für das Probanden gesucht werden.

Weitere Informationenbit.ly/2RoD3bc 

Stress durch Schul- und Kitaschließungen

Auch viele Familien standen und stehen durch Schul- und Kitaschließungen vor Herausforderungen. Hat das den Erziehungsstress verstärkt? Wie steht es um die Gesundheit der Eltern? Das möchte Psychologieprofessorin Babette Renneberg von der Freien Universität mit Professorin Sibylle M. Winter, stellvertretende Leiterin der Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Charité, herausfinden. Für die Studie werden noch Eltern gesucht.

Wie sich Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Beschäftigten im Homeoffice stärken lässt, wenn dieses durch Infektionsschutzmaßnahmen überraschend notwendig wird, erforscht die promovierte Organisationspsychologin Jenny Sarah Wesche von der Freien Universität gemeinsam mit Arbeitspsychologinnen der Humboldt-Universität.

Bereits im Mai hatte die Antidiskriminierungsstelle des Bundes rund 100 Fälle von Diskriminierung und Übergriffen im Zusammenhang mit COVID-19 seit Ende Januar gezählt. Davon besonders betroffen waren asiatisch aussehende Menschen. Ein interdisziplinäres Team von Freier Universität, Humboldt-Universität und dem Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung untersucht die Problematik. Neben einer repräsentativen Befragung der Gesamtbevölkerung sollen in einer Tagebuchstudie auch Betroffene zu Wort kommen, sagt der promovierte Politikwissenschaftler Christoph Nguyen von der Freien Universität, der das Projekt gemeinsam mit Professorin Naika Foroutan, Sozialwissenschaftlerin an der Humboldt-Universität, leitet.

Nachbarschaftshilfe und gesellschaftliches Engagement

Wegen der Corona-Schutzmaßnahmen konnten einige herkömmliche Formen gesellschaftlichen Engagements nicht mehr ausgeübt werden; viele Menschen engagierten sich jedoch auf neue Weise: Sie bestückten Taschen an Zäunen mit Gaben und organisierten Nachbarschaftshilfe. In einer Studie des Politikwissenschaftlers Professor Swen Hutter, Freie Universität, und der Persönlichkeitspsychologin Professorin Jule Specht, Humboldt-Universität, wird untersucht, was Menschen motiviert, sich zu engagieren und welche Rahmenbedingungen dabei förderlich sind.   

Schlagwörter

  • Corona
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  • Psychologie