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Nagoya-Protokoll

Das im Oktober 2014 in Kraft getretene „Protokoll von Nagoya über den Zugang zu genetischen Ressourcen und die ausgewogene und gerechte Aufteilung der sich aus ihrer Nutzung ergebenden Vorteile zum Übereinkommen über die biologische Vielfalt“ ist ein Instrument für den internationalen Naturschutz, das einerseits Regelungen über den Zugang zu genetischen Ressourcen enthält und andererseits eine Beteiligung an den Ergebnissen, die aus der Nutzung der genetischen Ressourcen entstehen, vorsieht. Dabei handelt es sich um ein internationales, völkerrechtliches Abkommen über die Regelung von Zugang und Vorteilsausgleich (Access and Benefit Sharing, ABS), sowie der Sicherstellung der Einhaltung von Gesetzen und Regeln (Compliance) von genetischen Ressourcen zu Forschungszwecken.

Auch die Bundesrepublik Deutschland ist Vertragsstaat des Nagoya-Protokolls, sodass deutsche Forschungseinrichtungen und ihre Wissenschaftler*innen als Nutzer*innen genetischer Ressourcen anderer Vertragsstaaten verpflichtet sind, die ABS-Regelungen der diese genetischen Ressourcen bereitstellenden Vertragsstaaten einzuhalten.

Für die Einhaltung des Nagoya-Protokolls sind allein die Forschenden verantwortlich. Auch müssen diese sicherstellen, dass vor Beginn der Forschungstätigkeit alle notwendigen Genehmigungen des Bereitstellerlandes vorliegen.

Die Nichteinhaltung des Nagoya-Protokolls kann empfindliche Konsequenzen für die Forschenden sowie die jeweiligen Einrichtungen nach sich ziehen (u. a. Geldbußen, Nutzungsverbote / Beschlagnahme des gesammelten Materials, Verbot weiterer Forschungstätigkeit in einem Bereitstellerland). Zuständige Behörde für den Vollzug des Nagoya-Protokolls ist das Bundesamt für Naturschutz (BfN).

Über die Internetseiten des German Nagoya Protocol HuB finden Forschende Informationen, Hilfe bei der Beantragung und Tipps für die Herangehensweise bzgl. der zu beantragenden Genehmigungen.

Im Fall konkreter Vorgänge wenden Sie sich bitte an die Kontaktstelle Nagoya-Protokoll beim Rechtsamt der FU Berlin.

Nahaufnahme einer behandschuhten Hand, die ein Reagenzglas mit einer Pflanzenprobe in Erde hält.

Nahaufnahme einer behandschuhten Hand, die ein Reagenzglas mit einer Pflanzenprobe in Erde hält.
Bildquelle: pexels/Andy Andrians