Freie Universität Berlin


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Geographische Wissenschaften

Bewerberinnen und Bewerber für das erste Fachsemester nutzen für diesen Studiengang bitte das Dialogorientierte Serviceverfahren.

- Mono-Bachelor

Fachbereich Geowissenschaften
Institut für Geographische Wissenschaften
Adresse:Malteser Str. 74-100
12249 Berlin
Telefon:(030) 838-702 23
Telefax:(030) 838-707 57
E-Mail:
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Die Geographie erforscht die Erdoberfläche in ihrer räumlichen Differenzierung, ihrer physischen Beschaffenheit und als Raum und Ort des menschlichen Lebens und Handelns. Die Forschungsprofile der verschiedenen Arbeitsbereiche des Institutes für Geographische Wissenschaften zeigen eine starke Ausrichtung auf die Bewertung von Mensch-Umwelt-Interaktionen. Das Institut gliedert sich in verschiedene Fachrichtungen, die bezüglich Theoriebildung, Methodenanwendung und -entwicklung, Empirie und Anwendung die Forschungsrichtungen der genannten Fachrichtungen widerspiegeln.

Die Freie Universität Berlin bietet den Studierenden der Geographischen Wissenschaften ein im Fachbereich Geowissenschaften und mit affinen Disziplinen vernetztes Lehrangebot, eine geowissenschaftliche Bibliothek mit einem großen Bestand an Büchern, Zeitschriften und Karten sowie dem Zeitschriftenbestand der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin (seit 1945), eine gute technische Ausstattung durch zwei Rechnerpools mit umfangreicher Software, moderne Labore und zahlreiche Seminarräume mit Medienausstattung. Forschung und Lehre am Institut werden durch Arbeitsgruppen der verschiedenen Fachrichtungen bewerkstelligt.

In der Fachrichtung Physische Geographie wird Fragen der jungquartären Paläoumweltrekonstruktion mit besonderem Interesse an umweltgeschichtlichen Zusammenhängen nachgegangen, d.h. dem wechselnden Einfluss von Klima und Mensch auf die Landschaft. Im Vordergrund stehen reliefformende Prozesse sowie Bodenerosion, Sedimenthaushalt von Flüssen, Gletscherhaushalt und Massenbewegungen. Über die Modellierung der Stoffflüsse werden Massenbilanzierungen vorgenommen, die wiederum die Prognose der zukünftigen Entwicklungen der natürlichen Ressourcen erlauben. Der regionale Schwerpunkt dieser Arbeiten liegt im Altweltlichen Trockengürtel (Spanien, West- u. Ost-Afrika, China, Mongolei) sowie in verschiedenen Hochgebirgsregionen (u.a. Alpen, Taiwan).

Die Forschungen in der Fachrichtung Angewandte Geographie liegen im Bereich Umwelthydrologie und Ressourcenmanagement (Wasser und Boden). Die Analyse hydrologischer Extremsituationen (Hoch- und Niedrigwasser, Dürren) und damit verbundener Prozesse (Stoffflüsse) und die Erarbeitung geeigneter Managementstrategien zur Reduzierung des Schadenspotentials (z.B. dezentraler, integrierter Hochwasserschutz, water management, water harvesting) bilden einen methodischen Schwerpunkt. Darüber hinaus werden mit Hilfe einer hydraulischen Versuchsrinne fluviale Prozesse unter Laborbedingungen simuliert. Die Untersuchungsgebiete liegen im Großraum Berlin, Erzgebirge, Tschechien, Peru und China.

Die Fachrichtung Anthropogeographie umfasst verschiedene Arbeitsbereiche.

Am Centre for Development Studies (ZELF) werden die politischen, ökonomischen und soziokulturellen Entwicklungen und Transformationsprozesse in den Ländern des Südens analysiert. Regionale Schwerpunkte laufender Forschungsarbeiten befinden sich in Süd- und Zentralasien. Im Fokus stehen Forschungen zu den Formen und Dimensionen sozialer Verwundbarkeit und Wirkungen globalisierter Austauschbeziehungen mit einem Schwerpunkt auf ländlichen Regionen. Eine Mehrzahl der am ZELF durchgeführten Forschungsarbeiten konzentriert sich auf periphere Räume mit fragilen Mensch-Umwelt-Beziehungen. Beispiele sind Studien mit einem Fokus auf pastorale Praktiken und Ressourcennutzungsstrategien in Hochgebirgsregionen, zum Spannungsfeld von Sicherheit und Entwicklung oder mit Bezug auf die Governance von Grenzräumen.

Der Forschungsschwerpunkt des Arbeitsbereichs Geographische Entwicklungsforschung und Genderforschung liegt in der Analyse des Interdependenzen des gesellschaftlichen und naturräumlichen Wandels. Dabei werden insbesondere Geschlechterverhältnisse und diverse Steuermechanismen verschiedener Interessengruppen und Akteure im Kontext von Entwicklungsprozessen untersucht, und deren soziale, ökologische, ökonomische und politische Belange vor dem Hintergrund einer nachhaltigen Entwicklung betrachtet.

Die Fachrichtung Fernerkundung und Geoinformatik beschäftigt sich vornehmlich mit der Modellierung und Visualisierung von Prozessen und Strukturen der Erdoberfläche und ihres oberflächennahen Untergrundes sowie der Mensch-Umwelt-Interaktionen. Sie trägt damit zur Entwicklung von Lösungsansätzen für geodynamische Probleme bei.

Zulassungsmodus 1. FachsemesterLokale Zulassungsbeschränkung
Zulassungsmodus höheres FachsemesterLokale Zulassungsbeschränkung (zum Wintersemester für das 3. und 5., zum Sommersemester für das 2., 4., 6. Fachsemester)
Bewerbungs- und AnmeldezeitraumFür das 1. Fachsemester: 01.06.-15.07. (zum Wintersemester), für höhere Fachsemester: 01.06.-15.07. (zum Wintersemester) und 01.12.-15.01. (zum Sommersemester)
StudienbeginnWintersemester
Studienplätze im ersten Fachsemester*137
Zusätzliche ZugangsvoraussetzungenEnglisch (Niveau B2 GER)
StudiensprachenDeutsch
AbschlussBachelor of Science (B.Sc.)
Regelstudienzeit6 Semester

Das Mono-Bachelor-Studium umfasst die Studienbereiche Geographisches Grundwissen, Einführung in Geowissenschaftliches Arbeiten, Spezielle und projektbezogene Themen der Geographie sowie Module affiner Bereiche und den Studienbereich Allgemeine Berufsvorbereitung (ABV).

Am Ende des Studiums erfolgt die exemplarische Vertiefung und Differenzierung eines ausgesuchten Studiengebiets durch die selbstständige wissenschaftliche Erarbeitung einer selbst gewählten Problemstellung (Bachelor-Arbeit).

Module der affinen Bereiche erweitern das fachwissenschaftliche Spektrum. Wählbare Module können je nach thematischer Schwerpunktsetzung u.a. gewählt werden in: Prähistorische Archäologie, Biologie, Chemie, Geologische Wissenschaften, Meteorologie, Physik, Sozial- und Kulturanthropologie, Politikwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Soziologie, Stadt- und Regionalplanung, Geschichtswissenschaften oder Rechtswissenschaften. Auch Module aus anderen Fächern sind auf Antrag wählbar (näheres bestimmt die Studienordnung).

Der Studienbereich Allgemeine Berufsvorbereitung (ABV) umfasst ein Berufspraktikum sowie folgende Kompetenzbereiche: Fremdsprachen, Informations- und Medienkompetenz, Gender & Diversity-Kompetenz, Organisations- und Managementkompetenz, Personale und sozial-kommunikative Kompetenz und fachnahe Zusatzqualfikationen, in denen zusätzliche berufspraktische Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt werden. Ziele, Inhalte und Aufbau des Studienbereichs Allgemeine Berufsvorbereitung werden in einer gesonderten ABV-Studien- und Prüfungsordnung geregelt.

Aufbau und Ablauf des Studiums regelt die Studienordnung. Sie enthält detaillierte Beschreibungen der Inhalte und Qualifikationsziele jedes einzelnen Moduls und einen Studienverlaufsplan. Die Prüfungsordnung definiert vor allem Art und Anforderungen der Prüfungsleistungen der Module. In den Ordnungen sind die Leistungspunkte (LP) für jedes Modul bzw. jede Veranstaltung sowie der Arbeitsaufwand in Zeitstunden für das gesamte Studium angegeben.

Geographische Wissenschaften, Mono-Bachelor

Studienbereich Geographisches Grundwissen

Modul Einführung in die Klima- und Hydrogeographie
Modul Einführung in die Geomorphologie und Bodengeographie
Modul Einführung in die Anthropogeographie I
Modul Einführung in die Anthropogeographie II

Studienbereich Einführung in Geowissenschaftliches Arbeiten

Modul Einführung in geographisches und wissenschaftliches Arbeiten
Modul Geographische Informationssysteme
Modul Fernerkundung und digitale Bildverarbeitung
Modul Einführung in die Statistik
Modul Theorie und Praxis physisch-geographischer Methodik
Modul Theorie und Praxis anthropogeographischer Methodik

Studienbereich Spezielle und projektbezogene Themen der Geographie

Modul Grundlagen der räumlichen Planung
Modul Spezielle Themen der Geographie
Modul Regionale und angewandte Themen der Geographie
Modul Projektbezogenes Arbeiten
Modul Integrative Betrachtung gesamt-geographischer Themen

Affine Bereiche

Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen verfügen über wissenschaftliche Kenntnisse und praktische Fertigkeiten, die für eine Berufstätigkeit oder einen weiterführenden Studiengang qualifizieren.

Der Bachelor-Studiengang Geographische Wissenschaften soll die Studierenden dazu befähigen, komplexe geographische Sachverhalte und Fragestellungen in Wissenschaft, Forschung und Beratung (für Behörden, Verbände, Organisationen, Produktionsbetriebe, Nichtregierungsorganisationen (NGO), Entwicklungsagenturen, Ingenieur- und Geobüros, Versicherungen, Verwaltungen sowie in der Politik) zu bearbeiten.

Mögliche Tätigkeitsfelder bieten sich in zahlreichen Bereichen:

  • Wasserhaushalt, -verfügbarkeit und -bewirtschaftung (Watershed Management), Bodenerhaltung und Bodenschutz, Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), Landnutzungsplanung, Naturschutz und Landschaftspflege, Rekultivierung geschädigter Räume oder Geomanagement (Altlastensanierung, Katastrophenforschung und -bewertung)
  • Umweltschutz, Umweltplanung, Landschaftsplanung, Ressourcenplanung sowie bei der Anwendung von Geo- und Umwelt-Informationssystemen und im Umweltmanagement, insbesondere beim Aufbau und der Umsetzung von Umweltmanagement- und Umweltcontrolling-Systemen
  • Lokale, nationale, multinationale Entwicklungshilfe, Entwicklungsländerforschung und entwicklungspolitische Praxis
  • Stadt- und Regionalplanung: Quer, Längschnitts- und Gesamtplanungen auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen zur nachhaltigen Entwicklung, z.B. im Rahmen der Raumforschung, Raumordnung und Landesplanung, Regionalforschung, Regionalplanung, Stadtentwicklungsplanung sowie bei der Vorbereitung, Formulierung und Durchführung von Projektmaßnahmen im Rahmen dieser Planungen
  • Sektorale Fachplanungen für Gebietskörperschaften oder für Unternehmen, z.B. auf den Gebieten Tourismusplanung (Verkehrsämter, Reiseveranstalter), Verkehrsentwicklungsplanung, Standortplanung und Gewerbegebietsplanung, Landschaftsplanung
  • Medien (Presse, Rundfunk, Fernsehen)
  • Methodenorientierte Berufsfelder, z.B. in den Bereichen Fernerkundung, Luftbildauswertung, Geoinformationssystem (GIS), Kartographie, amtliche Statistik und raumbezogene Dokumentation, Verlagswesen (Kartographie/Geographie), Kommunikation und Mediation

Für leitende Tätigkeiten oder eine Beschäftigung in Forschung und Lehre ist ein Master-Abschluss und ggf. die Promotion Voraussetzung.

  • Derek Gregory, Ron Johnston et al. (Hrsg.): The Dictionary of Human Geography, 5. Auflage, Oxford 2007.
  • Hans Gebhardt, Rüdiger Glaser, Ulrich Radtke, Paul Reuber (Hrsg.): Physische Geographie und Humangeographie, Heidelberg/Berlin 2007.
  • Roland Baumhauer, Christof Kneisel, Steffen Möller, Brigitta Schütt, Elisabeth Tressel: Physische Geographie 2. Geowissen kompakt, Darmstadt 2008.
  • Rüdiger Glaser, Christina Hauter, Dominik Faust, Rainer Glawion, Helmut Sauer, Achim Schulte, Dirk Sudhaus: Physische Geographie kompakt, Heidelberg 2010.
  • Alan H. Strahler, Arthur N. Strahler: Physische Geographie, Stuttgart 2005.
  • Paul L. Knox, Sallie A. Marston: Humangeographie, Heidelberg/Berlin 2008.
  • Stuart Aitken, Gill Valentine (Hrsg.): Approaches to Human Geography, London 2007.
  • Winfried Schenk, Konrad Schliephake: Allgemeine Anthropogeographie, Stuttgart 2005.
  • Rüdiger Glaser, Hans Gebhardt, Winfried Schenk (Hrsg.): Geographie Deutschlands.Darmstadt 2007.
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