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Veterinärmedizin

- Staatsexamen

Fachbereich Veterinärmedizin
Adresse:Oertzenweg 19 b
14163 Berlin
Telefon:(030) 838-624 24, 838-624 26
Telefax:(030) 838-624 31
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Die Aufgaben des Tierarztes/der Tierärztin sind in einer Tierärztlichen Berufsordnung beschrieben: Der Tierarzt ist berufen, Leiden und Krankheiten der Tiere zu verhüten, zu lindern und zu heilen, zur Erhaltung und Entwicklung eines leistungsfähigen Tierbestandes beizutragen, den Menschen vor Gefahren und Schädigungen durch Tierkrankheiten sowie durch Lebensmittel und Erzeugnisse tierischer Herkunft zu schützen und auf eine Steigerung der Güte von Lebensmitteln tierischer Herkunft hinzuwirken. Der tierärztliche Beruf ist kein Gewerbe; er ist seiner Natur nach ein freier Beruf. Der Tierarzt übernimmt mit der Wahrnehmung seiner Aufgaben eine besondere Verantwortung und Verpflichtung gegenüber der Öffentlichkeit. Er dient dem Allgemeinwohl, insbesondere auch der menschlichen Gesundheit. Er ist der berufene Schützer der Tiere.

Der Fachbereich Veterinärmedizin an der Freien Universität Berlin ist eine der fünf Ausbildungsstätten für Tierärzte und Tierärztinnen in Deutschland und ein bekanntes Zentrum für tierärztliche Dienstleistungen wie für veterinärmedizinische Forschung. Neben den selbstverständlichen Kooperationen mit diversen Einrichtungen der Freien Universität Berlin existieren rege Kooperationen sowohl mit Instituten der Technischen Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin, insbesondere der Charité, als auch der Universität Potsdam im Land Brandenburg. Ebenso laufen Projekte gemeinsam mit außeruniversitären Forschungs- und Bundesinstitutionen. Beispielhaft seien hier die Max-Planck-Institute für Infektionsbiologie und für Molekulare Genetik oder das dem Forschungsverbund der Leibniz-Institutionen zugehörige Institut für Zoo- und Wildtierforschung oder das Deutsche Rheuma-Forschungszentrum genannt.

Als Bundesinstitute aus Berlin-Brandenburg sind das Robert-Koch-Institut, das Friedrich-Löffler-Institut, das Bundesinstitut für Risikobewertung, die Bundesanstalt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit und die Bundesanstalt für Materialforschung zu nennen. Der urbane Raum bietet zudem ein unvergleichlich direktes Betätigungsfeld mit unmittelbarem Praxisbezug für Heimtiere, Tierschutz und Verbraucherschutz.

Zulassungsmodus 1. FachsemesterAuswahlverfahren durch hochschulstart.de(Für Abiturienten mit älterer Hochschulreife gelten andere Bewerbungsfristen, siehe www.hochschulstart.de)
Zulassungsmodus höheres FachsemesterLokale Zulassungsbeschränkung (zum Wintersemester für das 3., 5., 7., zum Sommersemester für das 2., 4., 6., 8. Fachsemester - ab 5. FS nur mit Tierärztlicher Vorprüfung)
Bewerbungs- und AnmeldezeitraumFür das 1. Fachsemester: 01.06.-15.07. bzw. bis 31.05. für Altabiturienten (zum Wintersemester), für das höhere Fachsemester: 01.06.-15.07. (zum Wintersemester) und 01.12.-15.01. (zum Sommersemester)
StudienbeginnWintersemester
Studienplätze im ersten Fachsemester*174
StudiensprachenDeutsch
AbschlussStaatsexamen
Regelstudienzeit5 Jahre und 6 Monate einschließlich Pflichtpraktika und Prüfungen

Die tierärztliche Ausbildung umfasst insgesamt 5.020 Stunden und besteht aus dem wissenschaftlich-theoretischen (3.850 Stunden) und dem praktischen Studienteil (1.170 Stunden). Das Studium ist in das Grundstudium ("Vorklinik", 2 Jahre) und das Hauptstudium ("Klinik", 3.5 Jahre) gegliedert. Die Regelstudienzeit beträgt 5,5 Jahre.

Der praktische Studienanteil (1.170 Stunden) beinhaltet folgende Pflichtpraktika:

  • innerhalb von mindestens zwei Wochen (70 Std.) Übung über Landwirtschaft, Tierzucht und Tierhaltung auf einem Lehrgut (ersatzweise vierwöchiges landwirtschaftliches Praktikum in einem anerkannten Lehrbetrieb oder anerkanntes Äquivalent) (§ 23 TAppV); das Praktikum ist vor dem Physikum abzulegen;
  • in einem ersten Abschnitt innerhalb von mindestens vier Wochen (150 Std.) in einer kurativen Tierarzt-Praxis (§ 57 Abs. 1, § 58 Abs. 1 TAppV) oder einer unter tierärztlicher Leitung stehenden Tierklinik (§§ 57 Abs. 1);
  • in einem zweiten Abschnitt innerhalb von mindestens 16 Wochen (700 Std.) in einer kurativen Tierarzt-Praxis (§ 57 Abs. 2, § 58 Abs. 1 TAppV) oder einer unter tierärztlicher Leitung stehenden Tierklinik (§ 59 TAppV) oder bis 300 Std. als Wahlpraktikum in Einrichtungen gemäß § 60 TAppV;
  • innerhalb von mindestens zwei Wochen (75 Std.) unter tierärztlicher Aufsicht in der Hygienekontrolle bei einer für die Hygieneüberwachung in Schlacht- oder Lebensmittelbetrieben zuständigen Behörde (§ 55 Abs. 1, § 56 TAppV);
  • mindestens drei Wochen (100 Std.) unter tierärztlicher Aufsicht in der Schlachttier- und Fleischuntersuchung bei einer für die Schlachttier- und Fleischuntersuchung in einem Schlachthof zuständigen Behörde (§ 55 Abs. 2+3 TAppV; werden in dem Betrieb nur Rinder oder nur Schweine geschlachtet, sind mindestens 30 Stunden in einem Schlachtbetrieb für die jeweils anderen Tierarten abzuleisten (§ 55 Abs. 3 TAppV);
  • innerhalb von mindestens zwei Wochen (75 Std.) im öffentlichen Veterinärwesen (§§ 61, 62 TAppV).

Einzelheiten zum Studium der Veterinärmedizin sind der Approbationsverordnung für Tierärzte (TAppV) sowie den studienrelevanten Ordnungen für Veterinärmedizin zu entnehmen.

 

Wissenschaftlich-theoretischer Studienteil:

Grundstudium (Vorklinik)

Naturwissenschaftlicher Abschnitt

1. Semester
  • Grundvorlesung Biologie – Zoologie
  • Grundvorlesung Biologie – Botanik
  • Organische und anorganische Chemie
  • Chemie-Praktikum
  • Experimental-Physik und Strahlenkunde
  • Physik-Praktikum
  • Medizinische Terminologie
  • Anatomie I
  • Anatomische Präparierübungen I
  • Histologie I
  • Histologische Übungen I
2. Semester
  • Grundvorlesung Biologie - Zoologie
  • Arzneimittel- und Giftpflanzen
  • Botanik der Futterpflanzen
  • Geschichte der Veterinärmedizin
  • Berufs- und Standeskunde
  • Anatomisches Seminar/Situsdemonstrationen I
  • Tierschutz
  • Tierverhaltenslehre
  • Landwirtschaftslehre
  • Biometrie
  • Biochemie I
  • Biochemie Seminar
  • Grundlagen der Tierzüchtung
  • Spezielle Tierzucht und Tierbeurteilung
  • Übungen zur speziellen Tierzucht und Tierbeurteilung
Tierärztliche Vorprüfung: naturwissenschaftlicher Abschnitt (Vorphysikum)

Anatomisch-physiologischer Abschnitt

3. Semester
  • Anatomie II
  • Anatomische Präparierübungen II
  • Physiologie I
  • Physiologie Seminar
  • Biochemie II
  • Biochemie Praktikum
4. Semester
  • Anatomisches Seminar/Situsdemonstrationen II
  • Embryologie
  • Histologie II
  • Histolgische Übungen II
  • Physiologie II
  • Physiologisches Praktikum
  • Futtermittelkunde Übungen
  • Tierschutz
Tierärztliche Vorprüfung: Anatomisch-physiologischer Abschnitt (Physikum)

 

Hauptstudium (Klinik)

5. Semester
  • Tierernährung
  • Tierernährungs-Kurs
  • Allgemeine Virologie und Spezielle Virologie Teil 1
  • Allgemeine Immunologie
  • Allgemeine Infektions- und Seuchenlehre
  • Allgemeine Bakteriologie und Mykologie
  • Tier- und Umwelthygiene I
  • Tier- und Umwelthygiene II
  • Allgemeine Pathologie
  • Parasitologie
  • Pharmakologie und Toxikologie
  • Allgemeine Chirurgie
  • Klinische Propädeutik (Pferd, Klauentier, Kleintier, Fortpflanzung)
Tierärztliche Prüfung (während oder nach dem 5. Semester) in folgenden Fächern: Klinische Propädeutik, Tierernährung, Tierhaltung und Tierhygiene sowie Tierschutz und Ethologie
6. Semester  
  • Virologischer Kurs
  • Mikrobiologischer Kurs
  • Lebensmittelkunde
  • Milchhygiene
  • Fleischhygiene
  • Parasitologischer Kurs
  • Klinische Demonstrationen
  • Laborkurs
Tierärztliche Prüfung (während oder nach dem 6. Semester) in folgenden Fächern: Parasitologie sowie Pharmakologie und Toxikologie

Zweiter Abschnitt

7. Semester
  • Tierseuchenbekämpfung I
  • Lebensmittel
  • Lebensmittelkurs I
  • Milchuntersuchungskurs
  • Fleischhygiene
  • Pathologisch-anatomische Demonstrationen I
  • Arznei- und Betäubungsmittelrecht/Arzneimittelverordnung und -anwendung
  • Galenik-Praktikum
  • Allgemeine und klinische Radiologie
  • Klinische Demonstrationen
  • Operations- und Betäubungslehre
  • Querschnittunterricht [Lebensmittel- und Fleischhygiene]
Tierärztliche Prüfung (während oder nach dem 7. Semester) in folgenden Fächern: Arznei- und Betäubungsmittelrecht, Bakteriologie und Mykologie, Radiologie sowie Virologie
8. Semester
  • Tierseuchenbekämpfung II
  • Lebensmittelkurs II
  • Schlachttier- und Fleischuntersuchung
  • Fleischuntersuchungskurs
  • Pathologisch-anatomische Demonstrationen II
  • Geflügelkrankheiten
  • Klinische Demonstrationen Geflügel
  • Querschnitt [Geflügel]
  • Augenuntersuchungskurs (Ophthalmologie)
  • Gerichtliche Veterinärmedizin, Berufs- und Standesrecht
  • Querschnitt [Lebensmittel- und Fleischhygiene]
Tierärztliche Prüfung (während oder nach dem 8. Semester) in folgenden Fächern: Fleischhygiene (Teilprüfung) sowie Tierseuchenbekämpfung und Infektionsepidemiologie
6.- 8. Semester (Organmodule)
  • Tierernährung
  • Spezielle Virologie Teil 2
  • Spezielle Bakteriologie & Mykologie
  • Spezielle Immunologie
  • Versuchstierkunde
  • Spezielle Pathologische Anatomie
  • Spezielle Pharmakologie und Toxikologie
  • Krankheiten der Pferde
  • Krankheiten der Wiederkäuer
  • Krankheiten der Schweine
  • Geburtshilfe und Gynäkologie des Schweines
  • Fortpflanzungsmedizin
  • Krankheiten der Reptilien, Amphibien, Fische und Bienen
  • Krankheiten der Kleintiere
  • Krankheiten der Heimtiere
  • Klinische Hämatologie
  • Querschnitt [Klinik (Pferde, Klauentiere, Fortpflanzung)]
9. und 10. Semester (Klinische Rotationen)
  • Rotationen Pathologie inklusive Sektionsübungen
  • Klinische Demonstrationen
  • Fortpflanzungsübungen
  • Operationsübungen
  • Tierärztliche Ambulatorik
Tierärztliche Prüfung (während der klinischen Rotationen im 9./10. Semester) in folgendem Fach: Allgemeine Pathologie und spezielle pathologische Anatomie und Histologie

Tierärztliche Prüfung im 11. Fachsemester in folgenden Fächern: Chirurgie und Anästhesiologie, Fleischhygiene, Geflügelkrankheiten, Innere Medizin, Lebensmittelkunde einschließlich Lebensmittelhygiene, Milchkunde, Reproduktionsmedizin sowie Gerichtliche Veterinärmedizin, Berufs- und Standesrecht

Wahlpflichtveranstaltungen (im Studium 22 SWS, davon mindestens 6 SWS im vorklinischen Abschnitt)

Neben der Tätigkeit in Klein- und Großtierpraxen sowie in Forschung und Lehre bieten sich für Tierärztinnen und -ärzte Berufsmöglichkeiten im Öffentlichen Veterinärwesen, z.B. den Bereichen Lebensmittelüberwachung, ordnungsbehördliche Aufgaben im Tierschutz, Tierseuchenbekämpfung und Beratung bei Tierseuchen, Gesundheitsüberwachung in Tierbeständen sowie Hygieneberatung in der Produktion tierischer Lebensmittel. 

Weitere Tätigkeitsfelder bietet die Freie Wirtschaft: Hier betreiben Tierärztinnen und -ärzte überwiegend die Produktbetreuung von Arzneimitteln (so genanntes Produktmanagement), die Bearbeitung von Zielgruppenstudien, Marktanalysen und Verbraucherinformationen (Tierärztinnen und -ärzte und/oder deren Zielgruppen), eher selten Feldforschung im Außendienst. Weitere Möglichkeiten bietet die Futter- und Lebensmittelindustrie.

Berufliche Perspektiven im Ausland bestehen bei der Neu- bzw. Umstrukturierung von Gesundheitsdiensten, bei der Beratung von Behörden in Fragen des öffentlichen Veterinärwesens, der Mitgestaltung der tierärztlichen Ausbildung, Beratung in der Tierseuchenbekämpfung, Beratung beim Aufbau einer ökonomischen Tierproduktion sowie bei der Anpassung an Standards (z.B. EU-Standard).

  • Detlef E. Gagel, Thomas Peters: Studienführer Humanmedizin – Zahnmedizin – Tiermedizin, Würzburg 2007.
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