Politikwissenschaft
- Mono-Bachelor -
Studieninteressierte, Bewerberinnen und Bewerber wenden sich bitte zunächst an den Info-Service Studium der Freien Universität Berlin.
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Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft |
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| Ansprechpartner/-in: | Frau Univ.-Prof. Dr. Susanne Lütz und Herr Prof. Dr. Klaus Roth (*) |
| Adresse: | Ihnestr. 22 14195 Berlin |
| Telefax: | (030) 838-521 01 (*) |
| E-Mail: | |
| Homepage: | |
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Gegenstand
Die Politikwissenschaft ist eine Sozialwissenschaft. Ihr Gegenstand sind politische Entscheidungen und politisches Handeln in Staat und Gesellschaft bzw. zwischen verschiedenen Staaten. Dabei untersucht sie ebenso die theoretisch-philosophischen Grundlagen politischen Handelns wie dessen konkreten Entstehungsbedingungen und Auswirkungen: Wie kommen politische Entscheidungen zustande? Wie beeinflussen bestimmte politische Ereignisse die Entwicklungen in Staat und Gesellschaft, in welchem grösseren historischen, sozialen, ökonomischen Kontext stehen sie? Auf welchen vertragstheoretischen und institutionellen Grundlagen beruht ein Staat und welche Auswirkungen haben diese auf das Zusammenleben seiner Bürger? Allgemeiner gesprochen erforscht die Politikwissenschaft die Wechselverhältnisse zwischen (politischen) Akteuren, Strukturen und Prozessen. Dabei fragt sie konkret, wie gesellschaftliches Zusammenleben unter institutionellen (polity), prozeduralen (politics) und sachlich materiellen Gesichtspunkten (policy) allgemeinverbindlich geregelt werden soll und empirisch geregelt ist.
Die Politikwissenschaft als solche konnte erst entstehen, seitdem man von einem Staat im modernen Sinne sprechen kann. Einem berühmten amerikanischen Politikwissenschaftler zufolge ist Politikwissenschaft „the study of the way in which decisions for a society are made and considered binding most of the time by most of the people“ (Easton). Sie versucht somit, gesamtgesellschaftlich umstrittene und zugleich gesellschaftliche Verbindlichkeit beanspruchende Entscheidungen und deren Entstehen zu erklären. Dabei geht es in der Regel um Entscheidungen, denen eine Auseinandersetzung um Werte und Interessen vorausgeht. Auch wenn politikwissenschaftliche Ergebnisse und Überlegungen praktische Bedeutung erlangen können, ist es nicht das erklärte Ziel der Politikwissenschaft, wissenschaftlich Politik zu betreiben. Dagegen geht es vielmehr um ein systematisches und sachliches Nachdenken über Politik. Dazu bedient die Politikwissenschaft sich klassischer sozialwissenschaftlicher Methoden, quantifizierender oder qualifizierender Natur. Nicht zuletzt betreibt die Politikwissenschaft auch die Reflexion auf die historischen Entstehungsbedingungen und wissenschaftlichen Prämissen der politikwissenschaftlichen Analyse selbst. Sie ist inhaltlich und methodisch der Soziologie verwandt, Überschneidungsbereiche bestehen außerdem mit Philosophie, Rechtswissenschaft oder Wirtschaftswissenschaft.
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Standortvorteile
Das Otto-Suhr-Institut an der Freien Universität Berlin und das Institut d'Etudes Politiques de Paris (Sciences Po) bieten für ihre Studierenden im Hauptstudium zwei Versionen integrierter binationaler Studiengänge auf hohem fachlichem Niveau: Berufsorientierte Programmversion/Programme à orientation professionnelle: Integrierter Studiengang (B.A. oder Diplom) Politikwissenschaft der Freien Universität und Master de Sciences Po (diplôme d'établissement).
Forschungsorientierte Programmversion/Programme à orientation scientifique: Integriertes Master-Programm M.A. Internationale Beziehungen Freie Universität Berlin/Humboldt-Universität zu Berlin/Universität Potsdam und Master de Recherche en Relations Internationales de Sciences Po (nat. Diplom).
Das Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft weist eine Reihe fachübergreifender integrierter Forschungsschwerpunkte auf, so im Rahmen des im bundesweiten Exzellenzwettbewerb geförderten Cluster „Languages of Emotions“ und Graduiertenschulen (North American Studies, Muslim Cultures and Societies), im Bereich der Governanceforschung (SFB 700 „Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit“), der Umweltforschung, der Europaforschung und der Forschung zu außereuropäischen Regionen. Hierin ist ein Alleinstellungsmerkmal für die Region Berlin-Brandenburg und auch für den nationalen Kontext zu sehen. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal stellt die Breite der am Fachbereich repräsentierten Regionalstudien dar, die über das John-F.-Kennedy-Institut für Nordamerikastudien, das Lateinamerika-Institut, das Osteuropainstitut, die Arbeitsstelle „Politik des Vorderen Orients“ sowie die Schwerpunkte in der Asien- und Afrika-Forschung der Ethnologie und der Politikwissenschaft vertreten sind. Die regionalwissenschaftlichen Forschungs- und Lehraktivitäten werden zudem im Center for Area Studies gebündelt, das ein Kernelement der Internationalen Netzwerkuniversität darstellt.
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Kenndaten
Zulassungsmodus 1. Fachsemester Lokale Zulassungsbeschränkung Zulassungsmodus höheres Fachsemester Lokale Zulassungsbeschränkung (zum Wintersemester für das 3. und 5., zum Sommersemester für das 2., 4., 6. Fachsemester) Bewerbungszeitraum Nur für das 1. Fachsemester: 01.06.-15.07. (zum Wintersemester), nur für das höhere Fachsemester: 01.06.-15.07. (zum Wintersemester) und 01.12.-15.01. (zum Sommersemester) Studienbeginn Wintersemester Studienplätze im ersten Fachsemester* 210 Professuren* 14 Studiensprachen Deutsch Abschluss Bachelor of Arts (B.A.) Regelstudienzeit 6 Semester * Quelle: Zulassungsordnung, Strukturplan 2009
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Studienaufbau
Das Mono-Bachelor-Studium Politikwissenschaft umfasst zwei Studienphasen (vier und zwei Semester) mit sechs modularisierten Studienbereichen:
- Propädeutikum
- Politische Theorie und Grundlagen der Politik
- Politische Systeme
- Internationale Beziehungen
- Wahlpflichtbereich
- Allgemeine Berufsvorbereitung (ABV)
Module der affinen Bereiche erweitern das fachwissenschaftliche Spektrum. Die wählbaren Module sind in der Studienordnung katalogisiert. Die Kombination affiner Module verschiedener Ergänzungsfächer ist nicht zulässig
Am Ende des Studiums erfolgt die exemplarische Vertiefung und Differenzierung eines ausgesuchten Studiengebiets durch die selbstständige wissenschaftliche Erarbeitung einer selbst gewählten Problemstellung (Bachelor-Arbeit). Die Bachelor-Arbeit wird von einem Kolloquium im Umfang von zwei Semesterwochenstunden begleitet.
Der Studienbereich Allgemeine Berufsvorbereitung (ABV) umfasst ein Berufspraktikum sowie folgende Kompetenzbereiche: Fremdsprachen, Informations- und Medienkompetenz, Gender & Diversity-Kompetenz, Organisations- und Managementkompetenz, Personale und sozial-kommunikative Kompetenz und Fachnahe Zusatzqualfikationen, in denen zusätzliche berufspraktische Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt werden. Ziele, Inhalte und Aufbau des Studienbereichs Allgemeine Berufsvorbereitung werden in einer gesonderten ABV-Studien- und Prüfungsordnung geregelt.
Aufbau und Ablauf des Studiums regelt die Studienordnung. Sie enthält detaillierte Beschreibungen der Inhalte und Qualifikationsziele jedes einzelnen Moduls und einen exemplarischen Studienverlaufsplan. Die Prüfungsordnung definiert Art und Anforderungen der Prüfungsleistungen der Module. In den Ordnungen sind die Leistungspunkte (LP) für jedes Modul bzw. jede Veranstaltung sowie der Arbeitsaufwand in Zeitstunden für das gesamte Studium angegeben.
Politikwissenschaft, Mono-Bachelor
Propädeutikum
Modul Einführung in die Politikwissenschaft Modul Methoden I Modul Methoden II Politische Theorie und Grundlagen der Politik
Modul Politische Ideengeschichte und politische Philosophie Modul Moderne Politische Theorie Politische Systeme
Modul Politisches System der Bundesrepublik Deutschland Modul Vergleichende Analyse von politischen Systemen und Politikfeldern Internationale Beziehungen
Modul Theorie, Empirie und Geschichte der Internationalen Beziehungen Wahlpflichtbereich
Es sind insgesamt vier Module zu wählen. Dabei müssen zwei Wahlpflichtmodule aus den Studienbereichen Politische Theorie und Grundlagen der Politik, Politische Systeme und Internationale Beziehungen absolviert werden. Die zur Auswahl stehenden Module können der Studienordnung entnommen werden. Darüber hinaus sind entweder zwei weitere Module dieser Studienbereiche als Spezialisierungsmodule zu wählen oder es müssen alternativ zwei affine Module absolviert werden. Aufbaumodule (2 von 3 zu absolvieren)
Modul Politische Theorie und Grundlagen der Politik Modul Politische Systeme Modul Internationale Beziehungen -
Beruf
Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen verfügen über wissenschaftliche Kenntnisse und praktische Fertigkeiten, die für eine Berufstätigkeit oder einen weiterführenden Studiengang qualifizieren.
Politologinnen und Politologen analysieren das politische, rechtliche, soziale und wirtschaftliche System der Bundesrepublik, die internationalen Beziehungen von Staaten oder Zusammenschlüssen und die jeweiligen historischen Grundlagen. Dies schließt auch die Untersuchung der Institutionen, Organisationen und Prozesse politischer Willensbildung ein. Auch politische Theorie und Philosophie betrachten sie in ihrem historischen Zusammenhang und im Hinblick auf staats- und verfassungsrechtliche sowie ökonomische Grundlagen.
Beschäftigungsmöglichkeiten finden Politologinnen und Politologen mit Universitätsabschluss an politikwissenschaftlichen Instituten von Universitäten, in der öffentlichen Verwaltung, in Fachredaktionen von Tageszeitungen oder Verlagen sowie in Rundfunk- und Fernsehanstalten. Politische Institutionen wie der Deutsche Bundestag und die Länderparlamente zählen ebenfalls zu den potenziellen Arbeitgebern. Darüber hinaus arbeiten sie für Parteien, parteinahe Stiftungen, Gewerkschaften und Verbände. Im Bereich der politischen Bildung z.B. an Volkshochschulen können sie ebenfalls tätig werden. Weitere Tätigkeitsfelder bieten Organisationen für Entwicklungszusammenarbeit sowie PR-Agenturen, deren Schwerpunkt im Bereich der politischen Kommunikation liegt. In Wirtschaftsunternehmen sind Politologinnen und Politologen bisweilen mit Aufgaben der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit betraut. Auch Nicht-Regierungs- und internationale Organisationen sind potentielle Arbeitgeber.
Bei der Stellensuche ist – unabhängig vom angestrebten Abschluss – ein hohes Maß an Eigeninitiative notwendig: Schon während des Studiums sollten Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern geknüpft werden. Dafür eignet sich nicht zuletzt das obligatorische Berufspraktikum. Für leitende Tätigkeiten oder eine Beschäftigung in Forschung und Lehre ist ein Master-Abschluss und ggf. die Promotion Voraussetzung.
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Literatur
- Werner J. Patzelt: Einführung in die Politikwissenschaft. Grundriß des Faches und studiumbegleitende Orientierung, Passau 2003.
- Michael Thöndl: Einführung in die Politikwissenschaft: von der antiken Polis bis zum internationalen Terrorismus; Ideen - Akteure - Themen, Wien 2005.



