Freie Universität Berlin


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Numerus Clausus: NC-Merkblatt


Wie war der NC in meinem Studienfach an der Freien Universität Berlin?

Stand: 24.09.2015

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Numerus clausus und Zulassungsverfahren

Um Studierende effektiv ausbilden zu können, müssen Hochschulen über ausreichende Kapazitäten (Personal, Räume, Geldmittel) verfügen. Die Freie Universität Berlin hat ebenso wie andere Hochschulen der Region, die regelmäßig sehr viele Bewerbungen erhalten, für viele grundständige Studiengänge (z.B. Bachelor) einen Numerus Clausus (NC) eingeführt.

Dieser lateinische Begriff steht für "beschränkte Zahl" und bedeutet, dass nicht (viel) mehr Bewerber zugelassen werden dürfen als – nach den Berechnungen der Hochschule – Studienplätze verfügbar sind.

Die Anzahl der Studienplätze im ersten Fachsemester der grundständigen Studiengänge an der Freien Universität wird unter Studienangebot in der jeweiligen Studiengangsdarstellung bei den Kenndaten aufgeführt. Siehe auch: Zulassungsordnungen der Freien Universität Berlin (entsprechende Amtsblattausgabe)

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Wo bewirbt man sich?

Bewerberinnen und Bewerber mit deutschem Abiturzeugnis, auch von anerkannten deutschen Auslandsschulen, bewerben sich für das 1. Fachsemester fast aller FU-Studiengänge direkt beim Bereich Bewerbung und Zulassung der Freien Universität. Ausnahme: Pharmazie und Veterinärmedizin sind die einzigen FU-Studiengänge, deren Erstsemesterplätze zurzeit von Hochschulstart.de (früher ZVS) in Dortmund vergeben werden. Darüber hinaus erfolgt die Bewerbung für manche Studiengänge über das Dialogorientierte Serviceverfahren (DOSV).

Die Studiengänge Medizin und Zahnheilkunde sind nicht mehr der Freien Universität, sondern der Charité Universitätsmedizin Berlin zugeordnet.

Bewerberinnen und Bewerber mit ausländischer Hochschulreife (EU, Nicht-EU und Staatenlose) bewerben sich für Studiengänge der Freien Universität über die Arbeits- und Servicestelle für internationale Studienbewerbungen e.V., genannt "uni-assist", in Berlin. Auch hier gilt die Ausnahme: Für Pharmazie und Veterinärmedizin bewerben sich EU-Staatsangehörige und Bewerberinnen und Bewerber aus Island, Liechtenstein und Norwegen bei Hochschulstart.de in Dortmund.

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Quoten nicht nur nach Noten

Unter "NC" wird meist die Durchschnittsnote des Reifezeugnisses verstanden, mit der man beim letzten Bewerbungsdurchgang gerade noch einen Studienplatz erhalten konnte. So einfach funktioniert die Studienplatzvergabe aber nicht.
Die Gesamtmenge der Studienplätze, die im Land Berlin im ersten Fachsemester eines Studiengangs direkt von den Hochschulen vergeben werden, muss in drei Hauptquoten und mehrere Vorabquoten aufgeteilt werden. Die rechtliche Grundlage hierfür bildet §6 der Hochschulzulassungsverordnung. Dies gilt für alle Studiengänge der Freien Universität mit Ausnahme von Pharmazie und Veterinärmedizin, da diese Studiengänge über das zentrale Vergabefahren Hochschulstart.de vergeben werden. Außerdem gibt es für Modulangebote abweichende Zulassungsregeln, die bei den NC-Tabellen für Modulangebote erklärt werden.


Vorabquoten gibt es für folgende Bewerbergruppen:

  • Acht Prozent der Plätze werden unter Nicht-EU-Bürgern und staatenlosen Bewerbern verteilt: Sie werden nur nach der Qualität ihrer Hochschulzugangsberechtigung zugelassen.
  • Keine Rolle spielt die Note für Bewerber, die in der Härtefallquote (pdf-Datei) (zwei Prozent der Plätze) zugelassen werden. Ein Härtefall liegt z.B. dann vor, wenn man ohne eine sofortige Zulassung später aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr studieren könnte.
  • Andere Regelungen gelten für die Quote der Zweitstudienbewerber (drei Prozent), die schon ein Hochschulstudium abgeschlossen haben.
  • Mindestens fünf Prozent der Studienplätze werden in Berlin für minderjährige Bewerberinnen und Bewerber vorab vergeben. Bedingung ist, dass man zum Bewerbungsschluss noch nicht 18 Jahre alt ist und bei einer sorgeberechtigten Person in Berlin oder Brandenburg seinen Wohnsitz hat (§ 6 der Hochschulzulassungsverordnung). Wer diese Voraussetzungen erfüllt, wird in dieser Quote berücksichtigt. Gibt es innerhalb dieser Quote mehr Anträge als Plätze, wird nach der Abiturnote ausgewählt.

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Kein Nachteil: Dienst und Kindererziehung

Vorab zugelassen werden auch Bewerber, die schon in einem früheren Semester einen Studienplatz erhalten hatten, diesen aber wegen eines Dienstes nicht annehmen konnten. Sie sollen deswegen keinen Nachteil haben und werden vorab ggf. im Rahmen derjenigen Quote berücksichtigt, in der sie zuvor zugelassen worden waren. Als Dienst gelten:

  • Betreuung oder Pflege eines leiblichen/adoptierten Kindes unter 18 Jahren oder eines pflegebedürftigen sonstigen Angehörigen,
  • Wehrdienst oder Dienst beim Bundesgrenzschutz,
  • Zivildienst sowie andere Dienste im Ausland gem. § 14b Zivildienstgesetz,
  • freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr oder europäischer Freiwilligendienst,
  • zweijähriger Dienst als Entwicklungshelfer/in.

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Die drei Hauptquoten

Für Abiturienten mit deutscher und anderer EU-Staatsangehörigkeit und "Bildungsinländer" unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit – sind sowohl im ZVS-Zulassungsverfahren als auch im hochschulinternen Zulassungsverfahren drei große Hauptquoten wichtig.

Nach Abzug der Vorabquoten von der Gesamtzahl der Plätze eines Studiengangs werden die verbliebenen Plätze in einer Abiturbestenquote an die Bewerber mit dem besten Abiturdurchschnitt, in der Wartezeitquote an die Bewerber mit den meisten Wartesemestern vergeben. In der Quote Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) werden die Plätze dagegen nach Kriterien verteilt, über die die Hochschulen nach Landesrecht und eigenen Erfordernissen entscheiden. Mit dieser Bezeichnung ist also kein zusätzliches Verfahren neben der üblichen Bewerbung gemeint, sondern das AdH ist nur eine von mehreren Quoten im Rahmen des  Hochschulstart.de-Verfahrens ebenso wie innerhalb der hochschulinternen Zulassungsverfahren.

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Abiturbeste & Wartezeit

Für die Abiturbesten, die nach ihrer Durchschnittsnote (Qualifikation) ausgewählt werden, stehen (nach Abzug der Vorabquoten) 20% der Studienplätze zur Verfügung. Bei gleicher Note ist nach § 16 Berliner Hochschulzulassungsverordnung zu verfahren.

Damit jeder seinen Wunschstudienplatz bekommt, sollen alle Bewerber die Chance haben, ihn über Wartezeit zu erlangen. Deshalb ist eine ebenfalls etwa 20% umfassende Quote Bewerbern mit den meisten Wartesemestern vorbehalten. Bei gleicher Wartezeit ist nach § 16 Berliner Hochschulzulassungsverordnung zu verfahren.

Wartezeit zählt automatisch ab dem Tag, an dem das Abiturzeugnis ausgestellt wurde. Danach ist jedes volle Kalendersemester (Sommersemester: 1. April – 30. September; Wintersemester 1. Oktober – 31. März) ein Halbjahr Wartezeit abzüglich der Semester, in denen man an einer Hochschule in der EU (bzw. Island, Liechtenstein oder Norwegen) eingeschrieben war. Dabei ist fast ohne Belang, was man zwischen Abitur und Studienbewerbung getan hat; die Häufigkeit von Bewerbungen hat keinen Einfluss auf die Anrechnung von Wartesemestern.

Besondere Nachweise für erworbene Wartezeiten gibt es nicht: Man muss nur in jedem Zulassungsantrag wahrheitsgemäß angeben, ob und wann man immatrikuliert war: Immatrikulationszeiten zählen als "Parkstudium" und werden nicht nur von der Wartezeit, sondern ggf. auch von der BAföG-Förderungshöchstdauer abgezogen – gleichgültig, ob man währenddessen aktiv studiert oder den Studentenstatus für andere Zwecke genutzt hat.

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Quote "Auswahlverfahren der Hochschulen"

Die restlichen 60%, also der größte Teil der zu Verfügung stehenden Studienplätze, werden nach einem hochschuleigenen "Auswahlverfahren der Hochschulen" (AdH-Quote) vergeben.

In dieser Teilquote werden drei Auswahlkriterien berücksichtigt, aus denen mit Hilfe einer mathematischen Formel eine Punktzahl errechnet wird:

  • die Abiturdurchschnittsnote
  • Leistungskurse oder bestimmte in der Oberstufe absolvierte Fächer (in den meisten Fällen müssen Mindestpunkte erreicht oder die Fächer müssen während der letzten vier Schulhalbjahre durchgehend belegt worden sein)
  • eine für den Studiengang relevante Berufsausbildung bzw. Berufstätigkeit oder ein Praktikum (die Dauer der Tätigkeit wird in der jeweiligen Vergabesatzung festgelegt).

Zugelassen wird nach einem aus den vorhandenen Auswahlkriterien errechneten Punktwert. Je niedriger der Punktwert, umso besser ist der Platz in der Rangliste. Die Erfüllung dieser Kriterien kann die Zulassungschancen verbessern, ist aber keine Bewerbungsvoraussetzung.

Daneben gibt es als Zulassungskriterien in der AdH-Quote in einzelnen Studienfächern zusätzlich zur Abiturdurchschnittsnote auch Studierfähigkeitstests (Pharmazie, Tiermedizin, Medizin).


NC-Irrtümer und Zulassungschancen

Um den Numerus Clausus ranken sich einige besonders hartnäckige Gerüchte. Der am weitesten verbreitete NC-Irrtum ist, dass Noten für NC-Fächer vorher festgelegt würden. Festgelegt wird aber nur die Zahl der Studienplätze. Wer einen Studienplatz bekommt, hängt vor allem von der Menge und Qualität der konkurrierenden Bewerbungen ab. Die veröffentlichten Notengrenzwerte in der NC-Tabelle beziehen sich stets auf vergangene und nie auf künftige Verfahren. Sie haben deshalb nur einen gewissen Orientierungswert – künftige Auswahlgrenzen können völlig anders aussehen.

Mindestnoten hat die Freie Universität zurzeit nur für Pharmazie und Veterinärmedizin und nur in der Quote "Auswahlverfahren der Hochschulen" festgelegt; sie sind die Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Verfahren.

Ein anderer großer NC-Irrtum ist, dass sich die Note durch Bewerbungen oder Wartezeit verbessert. Die Abiturdurchschnittsnote lässt sich weder durch Bewerbungen noch durch Wartezeit beeinflussen. Eine Verbesserung ist nur im Ausnahmefall möglich durch einen begründeten "Antrag auf Nachteilsausgleich – Verbesserung der Durchschnittsnote". Dafür muss man nachweisen, dass die Durchschnittsnote in der Schule über lange Zeit viel besser war, bevor sie sich z.B. wegen Krankheit vor dem Abitur signifikant verschlechterte.

Einen solchen Antrag kann man auch zwecks Verbesserung der Wartezeit stellen.

Wartelisten über das jeweilige Verfahren hinaus gibt es nicht. Auch die Wartezeit wird nie vorher festgelegt, sie ergibt sich immer wieder neu aus dem aktuellen Zulassungsverfahren.

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Besondere Zulassungsregeln für Kombinations-Bachelors

Immatrikuliert wird man für einen Kombi-Bachelor-Studiengang erst, wenn die Kombination aus Kernfach und Modulangebot(en) komplett ist, d.h. eine Zusage sowohl für das Kernfach als auch für das/die Modulangebot/e erfolgt ist.

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Nachrück- und Losverfahren

Bewerberinnen und Bewerber, die zunächst nicht für das gewünschte Studium zugelassen wurden, können ggf. über das Nachrückverfahren doch noch erfolgreich sein. Nachrückverfahren finden automatisch immer dann statt, wenn zugelassene Bewerber ihre Studienplätze nicht annehmen und sie so wieder verfügbar werden. Wenn dann auch Nachrücker ihre Zulassung nicht annehmen und immer noch Plätze verfügbar sind, werden sie schließlich per Los an Bewerber vergeben, die rechtzeitig vor Semesterbeginn einen Losantrag gestellt haben.

Losanträge für solche erneut oder noch verfügbaren Plätze kann man auch stellen, wenn man schon immatrikuliert ist, wenn man abgelehnt wurde oder wenn man sich zuvor nie beworben hatte. Die Zahl der Losanträge ist unbegrenzt. Für Kombinations-Bachelor-Studiengänge wird allerdings, wie erwähnt, nur eingeschrieben, wer (ggf. per Los) für eine komplette Kombination zugelassen ist.

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Sprachen als Immatrikulationshürde

Vor der Bewerbung an der Freien Universität Berlin sollte man sich ausführlich mit den ggf. erforderlichen Sprachkenntnissen auseinandersetzen.

 

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