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Angewandt und nachhaltig

Die Krolow-Stiftung fördert Nachwuchswissenschaftler, die zur Entwicklung von Kulturpflanzen forschen

20.12.2013

Die Stifterin Gisela Krolow mit dem Preisträger des Krolow-Preises 2013, Eswarayya Ramireddy (rechts), und Professor Thomas Schmülling, Leiter der Abteilung Angewandte Genetik am Institut für Biologie.
Die Stifterin Gisela Krolow mit dem Preisträger des Krolow-Preises 2013, Eswarayya Ramireddy (rechts), und Professor Thomas Schmülling, Leiter der Abteilung Angewandte Genetik am Institut für Biologie. Bildquelle: Michael Riefler

Mit der Stiftung des Nachlasses des verstorbenen Professors Kurt-Dietrich Krolow hat seine Schwester Gisela Krolow gleich mehrere gute Absichten in die Tat umgesetzt: Ziel ist es, Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler zu fördern, die angewandte genetische Forschung zur Entwicklung von Nutzpflanzen voranzutreiben und an die Arbeiten des Bruders auf diesem Gebiet zu erinnern – etwa durch den mit 1.500 Euro dotierten Krolow-Preis. Dieser wurde in der Abteilung „Angewandte Genetik“ des Instituts für Biologie zum zweiten Mal verliehen.

Professor Kurt-Dietrich Krolow bezeichnete sich selbst lieber als Hochschullehrer denn als Professor. Sein Wissen weiterzugeben sah er als seine eigentliche Berufung an, seine Forschung betrachtete er als Beitrag zu einem großen Ganzen, das der Allgemeinheit zu Gute kommen sollte, wie seine Schwester Gisela Krolow weiß.

Gisela Krolow kannte ihren Bruder gut und gründete 2009, ein Jahr nach seinem Tod, aus dessen Nachlass die „Lieselotte und Prof. Dr. Kurt-Dietrich-Krolow-Stiftung“ – kurz Krolow-Stiftung genannt. Sie fördert speziell Forschungsprojekte in der Angewandten Genetik am Institut für Biologie der Freien Universität.

Die Stifter-Familie ist dem Institut eng verbunden

Der Naturwissenschaftler war dem Institut Zeit seines Berufslebens verbunden: Der gebürtige Berliner arbeitete dort bereits als Doktorand, habilitierte sich später mit seinen zytogenetischen Arbeiten zu Triticale, einer damals noch neuen Nutzpflanzenart, die durch Kreuzung von Weizen und Roggen entstand. Bis zu seiner Emeritierung 1989 war er als Professor für Vererbungs- und Züchtungsforschung tätig.

Feierlich und familiär zugleich war die Stimmung bei der Preisverleihung, als die Stifterin selbst die Urkunde für den Krolow-Preis 2013 dem diesjährigen Preisträger, Eswarayya Ramireddy, überreichte. Der Nachwuchswissenschaftler aus Indien hatte in Hyderabad Agrarwissenschaften und Pflanzenbiotechnologie studiert, bevor er 2005 nach Berlin kam und 2009 in der Angewandten Genetik promovierte, die zur Dahlem Centre of Plant Sciences der Freien Universität Berlin zählt.

Ausgezeichnet: Forschung zur Nutzung von Gerste in trockenen Gebieten

Mit dem Krolow-Preis geehrt wurde Ramireddy für seine Arbeiten im internationalen Verbundprojekt „ROOT – Root enhancement for crop improvement“ , das an der Freien Universität koordiniert wird. Das Projekt verfolgt mit genetischen Methoden das Ziel, durch eine Stärkung des Wurzelsystems die Nährstoff- und Wasseraufnahme von Getreidepflanzen zu verbessern und so deren ertragreichen und nachhaltigen Anbau in trockeneren Gebieten zu ermöglichen.

Angesichts der rasant wachsenden Weltbevölkerung und der begrenzten Fläche fruchtbaren Bodens ist die effiziente Nutzung bestehender Anbauflächen und die weitere Erschließung bisher schlecht nutzbarer Böden von großer Bedeutung. Ramireddy konnte Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung zur Regulation der Wurzelarchitektur auf die Nutzpflanze Gerste übertragen und untersucht, welchen wirtschaftlichen und ökologischen Nutzen dies hat.

"Einen sinnvollen und bleibenden Beitrag leisten"

Mit der Krolow-Stiftung wirkt die Familie des früheren Professors in der Forschungsförderung der Angewandten Genetik an der Freien Universität Berlin weiter. Die Stiftung ermöglicht auch jungen Wissenschaftlern, an Tagungen teilzunehmen und unterstützt zudem Forschungsaufhalte im Ausland.

Für die inzwischen 85-jährige Gisela Krolow sind die Preisverleihungen an der früheren Wirkungsstätte ihres Bruders fast wie kleine Familienfeiern. Gerührt war sie, als Professor Thomas Schmülling, heutiger Leiter der Angewandten Genetik, ein Bild des früheren Professors im Kreis seiner Arbeitsgruppe zeigte.

„Ich freue mich, durch die Stiftung einen sinnvollen und bleibenden Beitrag zu leisten und damit junge Forscherinnen und Forscher nicht nur aus Deutschland unterstützen zu können“, sagte Gisela Krolow. Ihr Wunsch sei es, noch viele Preisverleihungen am Institut persönlich begleiten zu dürfen.