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Studieren in Harry-Potter-Kulisse

Post aus Großbritannien! Helena Winterhager schwärmt vom britischen Collegewesen

16.10.2015

Helena Winterhager in Oxford bei einem Spaziergang auf dem eindrucksvollen Gartengelände des Worcester Colleges.
Helena Winterhager in Oxford bei einem Spaziergang auf dem eindrucksvollen Gartengelände des Worcester Colleges. Bildquelle: Privat
Im Zentrum der Stadt: Turl Street im typisch englischen Regenwetter, mit dem Eingang zu Lincoln College auf der linken Seite und dem Turm der beeindruckenden College Library in der Mitte.
Im Zentrum der Stadt: Turl Street im typisch englischen Regenwetter, mit dem Eingang zu Lincoln College auf der linken Seite und dem Turm der beeindruckenden College Library in der Mitte. Bildquelle: Privat
Magdalen College: Für Helena Winterhager „das schönste aller Colleges in Oxford“ – hier der Blick in den Cloister Quadrangle, einen idyllischen, jahrhundertealten Innenhof.
Magdalen College: Für Helena Winterhager „das schönste aller Colleges in Oxford“ – hier der Blick in den Cloister Quadrangle, einen idyllischen, jahrhundertealten Innenhof. Bildquelle: Privat
Punting im Stocherkahn als beliebtes Freizeitvergnügen in Oxford: Helena Winterhager (rechts) mit einer Freundin unterwegs auf dem River Cherwell.
Punting im Stocherkahn als beliebtes Freizeitvergnügen in Oxford: Helena Winterhager (rechts) mit einer Freundin unterwegs auf dem River Cherwell. Bildquelle: Privat

Vom Flughafen London-Heathrow bis Oxford sind es nur 90 Minuten: Die Busfahrt über die Autobahn M40 in die malerische Universitätsstadt verschafft mir jedes Mal eine Atempause, die ich genieße, bevor es wieder losgeht mit dem Uni-Betrieb. Durch die belebte High Street bahnt sich der Bus den Weg in die Innenstadt, vorbei an einigen der schönsten Colleges, bis er am Busbahnhof Gloucester Green sein Ziel erreicht. Alles liegt hier nahe beisammen: Der kompakte Stadtkern gehört für mich zu den großen Vorzügen Oxfords. Fast alle Studiengebäude und Geschäfte sind in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar.

Mein eigenes College – Lincoln College – befindet sich mitten im Zentrum. Unter den knapp 40 Colleges der Stadt gehört Lincoln zu den mittelgroßen, mit über 600 Studierenden und stolzer Tradition, gegründet 1427.

Doch wozu gibt es eigentlich diese Aufteilung der Universität in Colleges? Was in mancher Hinsicht antiquiert und ineffizient erscheinen mag – jedes College hat eine eigene Verwaltung und eigene Bibliotheken und dadurch enorme Kosten, die auch durch hohe Studiengebühren gedeckt werden müssen – hat zugleich große Vorteile. Alle Studierenden sind zwei Ebenen zugeordnet: In akademischer Hinsicht gehört man zu dem Fachbereich, an dem man studiert (in meinem Fall die Faculty of History), in sozialer Beziehung aber ist man – unabhängig davon – Mitglied eines Colleges, in dem man quasi „zu Hause“ ist.

Dadurch lernt man eben nicht nur Leute kennen, die das eigene Fach studieren, sondern Physiker treffen auf Linguisten und Musikwissenschaftler auf BWLer. Im College ist man eingebunden in eine pulsierende Gemeinschaft mit einem dichten Programm von hochförmlichen Dinners in historischer Kulisse à la Harry Potter bis hin zu Pub Quiz und Karaoke. Da ich bereits in Oxford studiert habe, weiß ich: Ein Jahr College-Leben lässt einen so viel erleben, dass man sich glatt als Drehbuchautorin für „Gossip Girl“ bewerben könnte.

Apropos dichtes Programm: Bevor das akademische Jahr mit der Freshers' Week begonnen hat, habe ich noch ein paar Tage die Ruhe vor dem Sturm genossen und Freunde in einem der vielen Pubs und Cafés von Oxford getroffen. Die Freshers' Week ist wirklich eine intensive Woche – dazu dann beim nächsten Mal mehr.


In unserer campus.leben-Serie „Post aus...“ berichten sechs Studierende, zwei Doktorandinnen und ein Auszubildender von ihren Auslandsaufenthalten. Hier haben wir die neun Reisenden vorgestellt.