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Programm an der Freien Universität soll Nachwuchswissenschaftlern eine akademische Karriere in Deutschland erleichtern

13.12.2013

Teilnehmer des Postdoc Fellowship Programms der Dahlem Research School: Rob Boddice (l.) und Christoph Bachhuber (r.)
Teilnehmer des Postdoc Fellowship Programms der Dahlem Research School: Rob Boddice (l.) und Christoph Bachhuber (r.) Bildquelle: Jan Hambura

Sie waren bereits in Harvard, Cambridge & Co. Hoch qualifizierte Postdoktoranden aus dem Ausland erhalten im Rahmen des Postdoc Fellowship Programms der Dahlem Research School (DRS) Fördermittel, um bis zu 24 Monate an der Freien Universität zu arbeiten. Die Förderung ermöglicht es den Postdocs ein eigenes Forschungsprojekt zu bearbeiten und eine akademische Karriere in Deutschland aufzubauen. Zusätzlich unterstützt werden sie von der DRS mit einem Qualifizierungsprogramm und einer Orientierungswoche.

Rob Boddice kann Christoph Bachhuber viele Tipps geben. Denn der 36-jährige Brite ist bereits seit fast zwei Jahren an der Freien Universität. Nach seiner Doktorarbeit an der englischen Universität York hat Boddice unter anderem an der Harvard University und am European College of Liberal Arts in Berlin geforscht. Im Januar 2012 kam er an die Freie Universität: als DRS-geförderter Postdoktorand am Exzellenzcluster „Languages of Emotion“. Christoph Bachhuber steht noch am Anfang seiner Arbeit in Dahlem. Hier beschäftigt sich der Ägyptologe seit einigen Monaten mit der aktuellen Archäologie in Ägypten. Auch politische Fragen, wie die über die Rückgabe von archäologischen Funden, gehören dazu. „Gerne würde ich eine interdisziplinäre Forschergruppe – bestehend aus Doktoranden und Postdoktoranden – zur Untersuchung dieser Frage aufbauen“, sagt Bachhuber, der seinen derzeitigen Arbeitsplatz am „Center for Area Studies“, dem regionalwissenschaftlichen Forschungszentrum der Freien Universität, hat. Erfahrungen hat er beim Verfassen seiner Doktorarbeit an der University of Oxford gesammelt und durch Forschungsaufenthalte – unter anderem am British Institute in Ankara und an der US-amerikanischen Brown University.

DRS Fellows stammen aus vielen Ländern der Welt

Christoph Bachhuber ist einer der seit Frühjahr 2013 geförderten DRS Fellows des COFUND-Programms der Europäischen Kommission. Die bislang geförderten Nachwuchswissenschaftler, insgesamt waren es 27, stammen aus vielen Ländern der Welt: aus Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland, Portugal, Rumänien, Ukraine, Israel, Pakistan, Kenia, China und den USA. Unter ihnen ist auch die Ethnologin Anika König, eine deutsche Nachwuchswissenschaftlerin, die von der Australian National University in Canberra zurückgewonnen werden konnte. „Wir haben großes Interesse daran, den Nachwuchswissenschaftlern an der Freien Universität eine langfristige Forschungsperspektive zu ermöglichen“, sagt Dian Michel, Referentin für Nachwuchsförderung und verantwortlich für das Postdoc Fellowship Programm der Dahlem Research School.

Inzwischen wurde das Programm sogar noch einmal erweitert. Da die DRS im Herbst 2013 weitere Mittel aus dem Marie Curie Programm COFUND der Europäischen Kommission eingeworben hat, konnte die Aufenthaltsdauer verlängert werden sowie die Ressourcen für Sachkosten und Reisen erhöht.

Ziel des Programms: Unterstützung für eine akademische Karriere in Deutschland

Ziel des Fellowship-Programms der DRS im Rahmen des Zukunftskonzepts der Freien Universität ist es, hoch qualifizierte Postdoktoranden aus dem internationalen Ausland zu gewinnen und sie bei ihrem 15-24 monatigen Aufenthalt an der Freien Universität beim Einstieg in eine akademische Karriere in Deutschland umfassend zu unterstützen. Während dieser Zeit sind sie als wissenschaftliche Mitarbeiter der Freien Universität angestellt und führen ihr eigenes Forschungsprojekt durch. „Angedockt“ sind die Postdoktoranden jeweils an einen Forschungsschwerpunkt, etwa an einer der fünf Focus Areas, also strategischen Zentren wie z.B. dem Dahlem Humanities Center oder dem Center for Area Studies, einer der Graduiertenschulen oder einem der Exzellenzcluster der Freien Universität. Neben Workshops und Seminaren zur Forschungs- und Förderlandschaft in Deutschland, Karriereentwicklung, Hochschuldidaktik sowie Selbst- und Projektmanagement, werden sie unter anderem auf die Einreichung eines Antrages für ein Drittmittelprojekt vorbereitet, um längerfristig an der Freien Universität forschen und lehren zu können.

Das hat Rob Boddice schon getan. Der Historiker hat sich vor kurzem erfolgreich bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) um eine „Eigene Stelle“, so der Titel des Förderprogramms, zur Durchführung seines Forschungsprojekts "The Science of Sympathy: Morality, Evolution and Victorian Civilisation" am Friedrich-Meinecke-Institut im Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften beworben. An dem Programm der DRS lobt er vor allem die „unglaubliche Forschungsfreiheit und großzügige Förderung“. Diese habe ihm vor allem Reisen zu verschiedenen Universitäten und europäischen Forschungseinrichtungen ermöglicht. Oder wie es der der Experte für die Geschichte der Emotionen, der Evolution sowie der deutschen und britischen Geschichte ausdrückt: „Es ist eine einmalige Möglichkeit, Teil dieser intellektuellen Umgebung zu sein."