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„Die Seele ist ein Oktopus“

7. September, 18 Uhr: Führung durch die Topoi-Ausstellung über die Vorstellungen von Körper und Seele in der Antike

31.08.2016

Das Wissen über die Anatomie und die Physiologie, die Strukturen und Funktionen der inneren Körperteile spielte in der Antike eine wichtige Rolle beim Versuch, die Seele zu verstehen.
Das Wissen über die Anatomie und die Physiologie, die Strukturen und Funktionen der inneren Körperteile spielte in der Antike eine wichtige Rolle beim Versuch, die Seele zu verstehen. Bildquelle: Christoph Geiger
„Die Seele ist ein Oktopus“ - eine antike Vorstellung.
„Die Seele ist ein Oktopus“ - eine antike Vorstellung. Bildquelle: Christoph Geiger
Am 7. September führen die Kuratorinnen durch die Ausstellung - eine der letzten Möglichkeiten, die Schau zu sehen.
Am 7. September führen die Kuratorinnen durch die Ausstellung - eine der letzten Möglichkeiten, die Schau zu sehen. Bildquelle: Nina Diezemann

Wie lässt sich ein so kompliziertes und abstraktes Thema wie die Vorstellungen, die die Menschen sich in der Antike von Körper und Seele machten, veranschaulichen? Wie wird altertumswissenschaftliche Forschung zum Museumsgegenstand? Die Kuratorinnen der Ausstellung „Die Seele ist ein Oktopus“ führen am 7. September 2016 durch die Schau im Berliner Medizinhistorischen Museum und zeigen, wie diese entstanden ist. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe „Topoi im Museum“ statt. Die Führung ist öffentlich und kostenlos. Eine Anmeldung unter public.relations@topoi.org ist erforderlich.

Präsentiert werden die wichtigsten antiken Auffassungen von körperlichen und seelischen Vorgängen, die von Medizinern und Philosophen zwischen 500 vor und 500 nach Christus entwickelt worden sind. Diese werden in Beziehung zu heutigen Vorstellungen gesetzt. Neben den vielfach rezipierten und kommentierten Ansichten des griechischen Philosophen Aristoteles und des antiken Mediziners und Naturforschers Galen stellen die Kuratorinnen auch weniger bekannte Positionen vor – etwa die Vorstellung der Stoiker, dass sich die Seele wie die Arme eines Oktopusses durch den Körper schlinge. Zu sehen sind Objekte und medizinische Instrumente, antike anatomische Körperteilvotive und bemalte attische Trinkschalen. Zu jeder der insgesamt zehn Abteilungen, in die die Ausstellung gegliedert ist, werden von Christoph Geiger geschaffene „Visual Translations“ gezeigt, die im engen Dialog mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern entstanden sind.

Die Ausstellung wurde von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Exzellenzclusters Topoi und der Alexander-von-Humboldt-Professur für klassische Altertumswissenschaften und Wissenschaftsgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) in Zusammenarbeit mit dem Museum entwickelt und als Intervention im Präparate-Saal Rudolf Virchows eingerichtet. Die im Mai eröffnete Ausstellung besuchten bislang rund 18.000 Besucher, die Führung am 7. September ist eine der letzten Möglichkeiten, sie zu sehen.

Im Rahmen der Vortragsreihe „Topoi im Museum“ stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Forschungsthemen aus dem Exzellenzcluster Topoi in Berliner Museen vor. Ziel der Reihe ist es, den Besuchern über aktuelle Forschungsergebnisse der Altertumswissenschaften hinaus auch andere Betrachtungsweisen auf zum Teil bekannte Sammlungsobjekte zu erschließen. Die Kuratorinnen-Führung „Die Seele ausstellen“ ist die sechste Veranstaltung. Weitere Termine für den Herbst unter anderem im Museum für Vor- und Frühgeschichte sind in Planung.

Topoi bündelt die Stärken Berlins in der Erforschung der Antike und ist ein Kooperationsprojekt der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, dem Deutschen Archäologischen Institut, dem Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Weitere Informationen

Zeit und Ort

  • Mittwoch, 7. September 2016, um 18.00 Uhr
  • Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité, Charitéplatz 1, 10117 Berlin. (Treffpunkt: Museumseingang)
  • Anmeldung: public.relations@topoi.org

Im Internet

Die Ausstellung läuft noch bis zum 11. September 2016.

Die Begleitpublikation: Uta Kornmeier (Hg.): The Soul is an Octopus. Ancient Ideas of Life and the Body, Berlin, Berliner Medizinhistorisches Museum 2016, ISBN 978-3-9817965-0-6, 136 S., 9 Euro. Open Access verfügbar unter: http://edition-topoi.org/books/details/the-soul-is-an-octopus