Freie Universität Berlin


Service-Navigation

Kräuter auf den Tisch

An der Freien Universität entsteht ein Leitfaden zu nachhaltigem Veranstaltungsmanagement / Erfahrungen und Beispiele aus der Praxis sind gefragt

22.09.2015

Pflanzen statt Plastikdeko: Dies ist nur eine von vielen Ideen, die noch bis Oktober für den geplanten Leitfaden gesammelt werden. Das Ziel der Initiative: Ressourcen schonen.
Pflanzen statt Plastikdeko: Dies ist nur eine von vielen Ideen, die noch bis Oktober für den geplanten Leitfaden gesammelt werden. Das Ziel der Initiative: Ressourcen schonen. Bildquelle: buba mara / photocase.de www.photocase.de
Im Seminar „Green Meetings @ Freie Universität Berlin" erarbeiteten Studierende gemeinsam, wie Veranstaltungen an der Hochschule nachhaltig organisiert werden können.
Im Seminar „Green Meetings @ Freie Universität Berlin" erarbeiteten Studierende gemeinsam, wie Veranstaltungen an der Hochschule nachhaltig organisiert werden können. Bildquelle: Karola Braun-Wanke

Catering mit Lebensmitteln aus der Region, kein Einweggeschirr, Kräuter als Tischdekoration, Flyer auf Recyclingpapier – es gibt viele Möglichkeiten, Veranstaltungen nachhaltig und umweltschonend zu organisieren. Ihre Ideen hierzu haben Studierende der Freien Universität in einem Proseminar gemeinsam mit der Initiative SUSTAIN IT! zusammengestellt. Die Ergebnisse werden jetzt durch gute Beispiele aus der Praxis und Interviews mit Veranstaltungsorganisatorinnen und -organisatoren aus der Hochschule und aus der Region ergänzt. Ziel ist es, einen Leitfaden für nachhaltiges Veranstaltungsmanagement zu erstellen. Vorschläge für Inhalt und Ansprechpartner können noch bis Anfang Oktober eingebracht werden.

„Nachhaltigkeit ist leider ein sehr abstraktes Thema“, sagt Karola Braun-Wanke vom Forschungszentrum für Umweltpolitik der Freien Universität sowie Mitgründerin und ehrenamtliche Koordinatorin von SUSTAIN IT!, der Initiative für Nachhaltigkeit und Klimaschutz der Hochschule. „SUSTAIN IT! hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Thema mit möglichst anschaulichen Projekten auf unserem Campus umzusetzen.“ Wichtig sei dabei, dass Studierende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Freien Universität sowie Experten und Praktiker miteinander ins Gespräch kommen und sich austauschen.

Die Nachhaltigkeitsinitiative achte darauf, nicht nur über Nachhaltigkeit zu reden, sondern auch praktisch danach zu handeln – gerade bei eigenen Veranstaltungen, sagt Braun-Wanke. Um Transportkosten und Ressourcen zu sparen, biete sie beispielsweise generell Leitungswasser aus Karaffen an, dem sie Zitronen- und Orangenscheiben sowie frische Pfefferminze zugebe. „So schmeckt das Wasser nicht langweilig und sieht auch noch schön aus“, sagt Braun-Wanke. „Das Berliner Leitungswasser hat eine gute Qualität, wir sparen Kosten – und wir erhalten von unseren Zielgruppen regelmäßig viel positives Feedback.“

Der Campus als Reallabor

Die Erfahrungen werden nun in einem praxisorientierten Leitfaden für nachhaltige Veranstaltungen zusammengefasst. Er soll allen Veranstaltungsorganisatoren digital zur Verfügung stehen als eine Art Ratgeber und „Toolbox“ mit Tipps und Tricks für den Arbeitsalltag.

Wie kann ein Event auf dem Campus preiswert und ressourcenschonend organisiert werden? Wie komme ich einfach und schnell an Informationen zu Themen wie nachhaltiges Catering, Beschaffung, Mobilität oder Druck von Flyern? Wo kann ich an der Freien Universität wichtige Veranstaltungsrequisiten ausleihen und wer sind die richtigen Ansprechpartner?

Fragen wie diese bearbeiteten im vergangenen Wintersemester die Teilnehmer des Proseminars „Green Meetings @ Freie Universität Berlin: Nachhaltigkeit als Handlungsmodell im Vergleich“. Es wurde gemeinsam von SUSTAIN IT! und Eva Öller vom Forschungszentrum für Umweltpolitik (FFU) durchgeführt.

Tipps und Tricks für den Arbeitsalltag

„Unsere Ausgangsüberlegung war, dass an der Freien Universität mehrere hunderte Veranstaltungen im Jahr stattfinden, es aber keine Orientierung dafür gibt, wie Veranstaltungen nachhaltig und kostengünstig durchgeführt werden können. Diese Lücke wollten wir schließen und die Aufgabe gleichzeitig mit einem Lehrformat verbinden, in dem Studierende ihre eigene Hochschule zum Forschungslabor machen und sich konkret mit dieser Aufgabenstellung beschäftigen“, sagt Braun Wanke.

Die Studierenden widmeten sich insbesondere dem Dialog mit Experten wie dem Umweltbundesamt, dem Verkehrsclub Deutschland, den Berliner Stadtreinigungsbetrieben und dem Studentenwerk Berlin. Sie informierten sich zusätzlich über das Veranstaltungsmanagement verschiedener nationaler und internationaler Universitäten und verglichen bereits existierende Leitfäden von Organisationen und Einrichtungen im Bundesgebiet. In ihren Hausarbeiten beschäftigten sie sich mit den fünf Handlungsfeldern Energie, Abfall, Catering, Verkehr/Transport und Beschaffung, die für das Thema eine maßgebliche Rolle spielen.

Erfahrungen und Ideen werden gesammelt

Um den Stand der Dinge mit belegbaren Daten erfassen zu können, befragt SUSTAIN IT aktuell gemeinsam mit der Stabsstelle für Nachhaltigkeit & Energie und unterstützt durch zwei Studierenden aus dem Proseminar Veranstaltungsorganisatoren an der Freien Universität nach Ihren Erfahrungen und Vorschlägen.

Wie können Veranstaltungen preiswert, sozial fair und ökologisch überzeugend umgesetzt werden? Dabei spielen etwa die Art, Anzahl und Größe der Veranstaltungen eine Rolle, der Ort und die Räumlichkeiten oder auch die Form des Caterings. Einige interessante Ideen seien bereits zusammengekommen, sagt Karola Braun-Wanke.

Zum Beispiel wurde die Idee formuliert, Lastenfahrräder zur Ausleihe anzuschaffen, um kleinere Transporte für Veranstaltungen auf dem Campus kostengünstig, schnell und umweltschonend durchführen zu können. Nicht für das Catering, sondern auch für die Tischdekoration gibt es viele ressourcenschonende Ideen: Kräuter sehen als Deko nicht nur hübsch aus, sondern sind hinterher noch verwendbar. Als Geschenk für Referenten könne zum Beispiel auf Fairtrade-Schokolade oder den Honig der Freien Universität zurückgegriffen werden. Besonders erfreulich, so Braun-Wanke, sei die große Offenheit und das Interesse der Kolleginnen und Kollegen an der Freien Universität, sich zu dem Thema auszutauschen.

Weitere Informationen

Wissen einbringen: Interviews mit Veranstaltungsorganisatoren 

Studierende und Angehörige der Freien Universität, die zum Leitfaden beitragen wollen, können sich bis Anfang Oktober bei SUSTAIN IT! oder der Stabsstelle Nachhaltigkeit & Energie melden.

Ansprechpartnerinnen

  • Melanie Thie, Stabsstelle für Nachhaltigkeit & Energie, Telefon 030 / 838-57 551
  • Karola Braun-Wanke: Koordinatorin der Initiative SUSTAIN IT!, E-Mail: k.braun-wanke@fu-berlin.de, Telefon 030 / 838-51 599