Freie Universität Berlin


Service-Navigation

Forschungsideen erfolgreich umsetzen

27. Januar, 17.30 Uhr: Der Projektkurs „Trans Pro Idee“ wird mit dem zentralen Lehrpreis 2014 ausgezeichnet

23.01.2015

Masterstudent Leonhard Urner (vorne) und Chemieprofessor Rainer Haag haben das Konzept für den Projektkurs „Trans Pro Idee“ entwickelt. Am 27. Januar nehmen sie dafür den Lehrpreis der Freien Universität entgegen.
Masterstudent Leonhard Urner (vorne) und Chemieprofessor Rainer Haag haben das Konzept für den Projektkurs „Trans Pro Idee“ entwickelt. Am 27. Januar nehmen sie dafür den Lehrpreis der Freien Universität entgegen. Bildquelle: Annika Middeldorf

Wie schreibe ich einen Forschungsantrag? Wie sieht ein Businessplan aus? Und gibt es für meine Idee überhaupt einen Markt? Damit Masterstudierende und Doktoranden aus den Naturwissenschaften lernen, selbstständig Forschungsideen zu entwickeln und umzusetzen, haben Chemieprofessor Rainer Haag und Masterstudent Leonhard Urner den Projektkurs „Trans Pro Idee“ („Translation von Projektideen in Forschungs- und Startup-Vorhaben“) ins Leben gerufen – und werden dafür mit dem Lehrpreis der Freien Universität Berlin ausgezeichnet. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro kommt den Seminarteilnehmern zugute, denn damit werden die besten Forschungsideen einem Praxistest unterworfen. Die Preisverleihung findet am 27. Januar im Rahmen der Veranstaltung „Universitäten und außeruniversitäre Einrichtungen: Wissenschaftliche Kooperationen und Karrierewege am Beispiel des Forschungscampus Berlin-Dahlem“ statt.

„In den Naturwissenschaften braucht es für die Umsetzung einer Idee mehr als nur einen Bleistift“, sagt Chemieprofessor Rainer Haag. Ein Labor, Chemikalien oder physikalische Messungen, die oft über mehrere Jahre gehen, machen die Forschung in diesem Bereich besonders kosten- und zeitintensiv. Haag will deshalb Studierende der Naturwissenschaften schon im Studium auf das richtige Schreiben von Anträgen vorbereiten, damit sie selbstständig Gelder aus öffentlichen oder privaten Mittel einwerben können.

„Trans Pro Idee“ heißt der Projektkurs, in dem Masterstudierende interdisziplinäre Projektideen entwickeln, sie auf Markt- und Forschungstauglichkeit prüfen und – im Idealfall – im Anschluss als Abschlussarbeit an der Freien Universität umsetzen. Der zweisemestrige Kurs besteht aus einem Seminar, einem forschungsorientierten Praktikum und einer Ringvorlesung, in der Führungspersönlichkeiten regionaler Partner und junge Start-Up-Gründer von ihren Erfahrungen berichten. In dem Kurs lernen die Studierenden so sowohl die Do’s and Dont’s für die Gründung eines Start-Ups wie auch für eine Forschungskarriere an der Universität kennen.

Marktanalyse: das unbekannte Terrain

Ob Forschungsvorhaben, Patentanmeldung oder eine Ausgründung: Bei der Umsetzung einer Idee ist die Marktanalyse eine wichtige Komponente, die im Vorfeld geklärt werden sollte. „Das ist für die meisten Chemiestudenten völlig neues Terrain“, sagt Masterstudent Leonhard Urner, der das Konzept von „Trans Pro Idee“ mitentwickelt hat. Am Anfang stünde oft nicht mehr als eine chemische Formel, die es dann anwendungsorientiert weiterzudenken gelte. Eine innovative Forschungsidee müsse aber auch praktisch umsetzbar sein. „Einen Geschäftsmann kann man mit einer chemischen Formel allein nicht überzeugen“, sagt Urner. Ein gutes Beispiel sei die studentische Projektidee des „Bioinspirierten Selbstbräuners“, dessen Ausgründung gerade in Planung ist.

Inspiriert zu dem Projektkurs wurde Rainer Haag auch durch das Strategiekonzept „Entrepreneurial Network University“ (ENU), mit dem die hochschulweite Gründungskultur an der Freien Universität Berlin und der Charité – Universitätsmedizin Berlin gefördert werden soll. „Solch ein Angebot wollten wir für die naturwissenschaftlichen Studiengänge maßschneidern“, sagt Haag, der auch eng mit profund, der Gründungsförderung der Freien Universität, zusammenarbeitet.

Lernen von den Profis

In der kursbegleitenden Ringvorlesung halten einerseits Führungspersönlichkeiten regionaler Unternehmen Vorträge, um den Studierenden verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten zu erläutern. Andererseits berichten junge Gründer naturwissenschaftlicher Startups von ihren Erfahrungen, und Nachwuchsgruppenleiter zeigen Karrieremöglichkeiten in interdisziplinären Forschungsgruppen auf. „Die Studierenden sind sehr interessiert daran, Experten aus der Praxis zu treffen und von deren Erfahrungen zu profitieren“, sagt Haag. Außerdem werde so für die Teilnehmer das ganze Spektrum regionaler Kooperationsmöglichkeiten sichtbar – was dem Motto des Lehrpreises 2014 der Freien Universität Berlin entspricht: „forschungsorientiert und regional“.

Profitieren werden die Studierenden auch von den 10.000 Euro Preisgeld, die mit dem zentralen Lehrpreis verbunden sind. Die Mittel fließen in das Forschungspraktikum, bei dem die drei vielversprechendsten Projekte aus dem Seminar einem Praxistest unterzogen werden. Mit dem Geld sollen Chemikalien, Verbrauchsmaterialien und kleine Geräte angeschafft werden, mit denen die Studierenden im Labor ihre Ideen umsetzen können.

Weitere Informationen

„Universitäten und außeruniversitäre Einrichtungen: Wissenschaftliche Kooperationen und Karrierewege am Beispiel des Forschungscampus Berlin-Dahlem“

Zeit und Ort

  • Dienstag, 27. Januar 2015, 17.30 bis 20.15 Uhr
  • Harnack-Haus der Max-Planck-Gesellschaft, Ihnestraße 16-20, 14195 Berlin
Kurzentschlossene können sich unter crs@fu-berlin.de  noch bis 26.1. für die Veranstaltung anmelden.

Den Initatoren des Projektkurses „Trans Pro Idee“ wird im Rahmen der Veranstaltung „Universitäten und außeruniversitäre Einrichtungen“ am 27. Januar der zentrale Lehrpreis der Freien Universität verliehen. Der Abend widmet sich den wissenschaftlichen Kooperationen von Freier Universität und ihren regionalen Partnern. Weitere Informationen zum Programm finden Sie auch hier.

Mit dem zentralen Lehrpreis werden innovative Lehrkonzepte und -formate prämiert. Er wird zweiten Mal verliehen und hat jährlich einen anderen Schwerpunkt. 2014 wurden Ideen für Lehrveranstaltungen gesucht, die „forschungsorientiert & regional“ sind; das sind herausragende Lehrkonzepte und -projekte, die Ergebnisse der gemeinsamen Forschung in die universitäre Lehre überführen und Studierenden die Möglichkeit der lernenden Teilnahme an regionalen Forschungskooperationen bieten.