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Mit Keksen zum Glück

Mit dem Projekt „Keks d’Amour“ haben drei Studentinnen den Funpreneur-Wettbewerb der Freien Universität gewonnen

17.10.2014

Glückskekse, die Steckbriefe von suchenden Singles enthalten: Mit ihrer Geschäftsidee gewannen die Gründerinnen von „Keks d’Amour“ den Funpreneur-Wettbewerb.
Glückskekse, die Steckbriefe von suchenden Singles enthalten: Mit ihrer Geschäftsidee gewannen die Gründerinnen von „Keks d’Amour“ den Funpreneur-Wettbewerb. Bildquelle: Keks d'Amour
Das Team von „Keks d’Amour“: Sarah Girod, Eliza Girod, Mona Günnewig (v.l.n.r.).
Das Team von „Keks d’Amour“: Sarah Girod, Eliza Girod, Mona Günnewig (v.l.n.r.). Bildquelle: Sabine Hellwig

Am 21. Oktober beginnt der 17. Funpreneur-Wettbewerb der Freien Universität. Studierende gründen dabei ein Unternehmen auf Zeit und bereiten sich in Kompaktkursen darauf vor, ihre Produkte innerhalb von fünf Wochen auf den Markt zu bringen. Mit dem Projekt „Keks d’Amour“ haben Eliza Girod, Sarah Girod und Mona Günnewig die Wettbewerbsrunde des Sommersemesters 2014 gewonnen. Ihre Geschäftsidee: Glückskekse, die anstelle eines Spruches den Steckbrief eines Singles auf Partnersuche enthalten und in Bars und Cafés verkauft werden. Im Gespräch mit Eliza Girod erfuhr campus.leben, wie das Trio das Projekt „gebacken“ bekam.

Frau Girod, wie sind Sie auf die Idee von „Keks d’Amour“ gekommen?

In unserem Freundes- und Bekanntenkreis sind viele noch immer oder auch immer wieder auf der Suche. Die üblichen Portale sprechen unsere Generation aber nicht unbedingt an. Also haben wir nach einer Idee gesucht, die in Bars und Cafés funktioniert. Gleichzeitig sollte es auch ein Produkt zum Anfassen sein, denn so etwas ist in der kurzen Zeit des Wettbewerbs einfacher umzusetzen als eine reine Internet-Idee. So sind wir bei den Glückskeksen gelandet.

Hat das Team gut harmoniert?

Mit Mona Günnewig habe ich im selben Semester Frankreichstudien studiert und bereits viele Projekte gemeinsam gemacht. Wir wussten also, dass es zwischen uns klappen wird. Meine Schwester Sarah hat „Media and Business“ in Rotterdam studiert. Sie ist in unser Team „gerutscht“, weil wir jemanden brauchten, der sich mit Medien und Internet auskennt – und das hat dann auch gut funktioniert.

Wussten Sie gleich, wie Sie das Projekt angehen müssen?

Nein, zuerst waren wir ziemlich verloren, aber dann haben uns die Kompaktkurse auf den richtigen Weg gebracht. Da lernt man zum Beispiel, wie man sich Ziele setzt und einen Zeitplan aufstellt. Die selbst gesetzten Termine konnten wir am Ende dann doch nicht halten, aber wir hatten eine gute Struktur.

Was kam nach der ersten Planungsphase?

Zuerst mussten wir Menschen finden, denen es nicht unangenehm war, sich als suchende Singles zu outen. Das war anfangs nicht so einfach. Inzwischen melden sich aber auch Leute, die von uns gehört haben und mitmachen wollen. Anschließend mussten wir einen Lieferanten finden, der unsere Kekse zu tragbaren Preisen herstellt. Viele fanden es schwierig, den Steckbrief mit Foto zu integrieren, andere haben nur Bestellungen ab 1.000 Stück angenommen. Letztlich haben wir aber einen Partner gefunden, mit dem wir auch jetzt noch zusammenarbeiten.

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Machen Sie denn mit Keks d’Amour nach dem Wettbewerb noch weiter?

Ja, ich bin gerade auf dem Sprung, um neue Kekse zu verteilen. An der Freien Universität beliefern wir zum Beispiel das PI-Café im dritten Stock der Silberlaube (Straße 23).

Was kostet ein Keks?

Die Bars und Cafés kaufen uns die Kekse für zwei Euro pro Stück ab. Was sie von ihren Gästen für einen Keks verlangen, entscheiden sie selbst. Das hört sich zunächst teuer an, aber es steckt ja auch eine Dienstleistung dahinter: Wir schreiben zusammen mit den Singles ein Profil für unsere Internetseite, verfassen den Steckbrief für den Keks, auf Wunsch machen wir mit den Singles auch ein Fotoshooting. Die Singles, die mitmachen, zahlen derzeit nichts für den Service.

Was war das Schwierigste, wann gab es Krisen?

Als die ersten Kekse geliefert wurden. Sie mussten so schnell wie möglich zu den Cafés, die bereits darauf gewartet haben. Wir saßen bis drei Uhr nachts daran, sie schön zu verpacken. Brenzlig wurde es auch vor der Abschlussveranstaltung des Wettbewerbs: Wir wollten einen tollen Messestand und eine perfekte Präsentation, das hat uns wieder viel Schlaf gekostet. Wir haben gebastelt, sechs Kuchen gebacken und unseren Auftritt mehrfach geprobt.

Was haben Sie mit den 1.200 Euro Preisgeld für den ersten Platz gemacht?

Wir haben uns alle ein bisschen für die harte Arbeit belohnt. Außerdem haben wir neue Kekse bestellt und sind gerade dabei, Marketingmaßnahmen zu planen, die auch Geld kosten.

Wie sieht die Zukunft von „Keks d’Amour“ aus?

Mona und ich sind zwar mit dem Studium fertig, bleiben aber noch für mindestens ein Jahr in Berlin. Wir haben Lust, das Ganze größer aufzuziehen. Wir werden weiterhin viel Herzblut in die Sache stecken und sehen, was die Zukunft bringt.

Können Sie sich die Arbeit in einem Start-up auch als Hauptberuf vorstellen?

Ja, absolut. Vor dem Wettbewerb hätte ich mich niemals selbstständig machen wollen, das wäre mir zu kompliziert gewesen. Funpreneur hat mir aber gezeigt, dass unternehmerisch zu denken auch viel Spaß macht. Jetzt bin ich der Meinung, dass man eine gute Idee auch umsetzen sollte.

Die Fragen stellte Marion Kuka

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Weitere Informationen

Funpreneur-Wettbewerb der Freien Universität

Die nächste Runde des Funpreneur-Wettbewerbs startet am Dienstag, 21. Oktober 2014. Teilnehmen können Studierende aller Berliner Hochschulen. Der Wettbewerb wird von der Berliner Bank, der IHK Berlin, den Wirtschaftsjunioren Berlin und der Unternehmensberatung Accenture unterstützt.

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