Zwei Generationen im Gespräch

Bei der Feier zur Silbernen Promotion tauschten ehemalige und heutige Doktoranden ihre Erfahrungen untereinander aus

10.06.2014

„Promotion – und dann?“: Markus Edler von der Dahlem Research School moderierte das Gespräch zwischen Doktorandin Zuzanna Jakubowski und Professor Hermann Kreutzmann (v.l.).
„Promotion – und dann?“: Markus Edler von der Dahlem Research School moderierte das Gespräch zwischen Doktorandin Zuzanna Jakubowski und Professor Hermann Kreutzmann (v.l.). Bildquelle: Bernd Wannenmacher
Rund 150 Ehemalige waren an die Freie Universität gekommen, um ihre Silberne Promotion zu feiern. Einige reisten eigens aus dem Ausland – etwa aus Brasilien – an.
Rund 150 Ehemalige waren an die Freie Universität gekommen, um ihre Silberne Promotion zu feiern. Einige reisten eigens aus dem Ausland – etwa aus Brasilien – an. Bildquelle: Bernd Wannenmacher
Walter Rasch, Vorsitzender der Ernst-Reuter-Gesellschaft.
Walter Rasch, Vorsitzender der Ernst-Reuter-Gesellschaft. Bildquelle: Bernd Wannenmacher

Damals, da waren sich alle einig, ging es wenig festlich zu: Wer vor einem Vierteljahrhundert an der Freien Universität promoviert wurde, holte sich die Urkunde im Sekretariat ab. Von offizieller Feier keine Spur. Das hat sich geändert – wie so vieles an der Freien Universität in den vergangenen 25 Jahren. Seit 2006 findet in jedem Jahr eine Feier zur Silbernen Promotion statt, bereits seit 2002 wird die Goldene Promotion gefeiert. Im Mittelpunkt der diesjährigen Feier zur Silbernen Promotion standen die Ehrung der Promovierten von 1989 durch Universitätspräsident Professor Peter-André Alt sowie ein generationenübergreifender Erfahrungsaustausch zwischen einer heutigen Doktorandin der Freien Universität und einem der Jubilare, der im Jahr 1989 promoviert wurde.

Die Reihen im Hörsaal 1 A an der Habelschwerdter Allee füllten sich noch, als das Jazz-Duo „Voyage“ den Festakt mit dem Song „Take the ‚A‘ Train“ einläutete. Rund 150 Ehemalige waren Ende Mai an die Freie Universität gekommen, um ihre Silberne Promotion zu feiern. Universitätspräsident Professor Peter-André Alt beglückwünschte die Jubilare und erläuterte, wie sich die Freie Universität seit dem geschichtsträchtigen Jahr 1989 verändert habe.

Applaus für Teilnehmer aus dem Ausland 

Bei der anschließenden Übergabe der Jubiläumsurkunden gab es einige Wiedersehensfreude: Manche Gäste trafen sich zum ersten Mal nach 25 Jahren wieder. Spontanen Applaus gab es auch für die Teilnehmer, die eigens aus dem Ausland, sogar aus Brasilien, angereist waren.

Was sich im Promotionsstudium seit 1989 verändert hat, darum ging es in einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „Promotion – und dann?“. Markus Edler, Koordinator der Geisteswissenschaften + Programme der Dahlem Research School, moderierte das Gespräch zwischen Professor Hermann Kreutzmann und Zuzanna Jakubowski.

Zwei Generationen im Dialog: Der Geologe Hermann Kreutzmann wurde 1989 mit einer Arbeit über das zentralasiatische Karakorum-Gebirge promoviert, Zuzanna Jakubowski ist derzeit Doktorandin der Amerikanistik an der literaturwissenschaftlichen Friedrich-Schlegel-Graduiertenschule. Die Diskutanten wogen die Vor- und Nachteile des Promovierens in den neuen strukturierten Promotionsprogrammen und die Bedingungen einer Individual-Promotion im Jahr 1989 ab.

Promovieren – damals und heute

Mitunter sei das Ideal der Doktorarbeit als einer bahnbrechenden wissenschaftlichen Arbeit einem zweckgerichteten, pragmatischen Karriere-Kalkül gewichen, sagte Zuzanna Jakubowski. Besonders die Beratung und die Vorbereitung auf die Zeit nach der Promotion hätten sich seit damals aber deutlich verbessert. Promovenden würden in einem Rahmenprogramm betreut und könnten nach individuellem Bedarf Weiterbildungsangebote nutzen, um sich auf ihre wissenschaftliche oder professionelle Laufbahn vorzubereiten.

Der Vorsitzende der Ernst-Reuter-Gesellschaft Walter Rasch erinnerte sich, dass die Promotion zu seiner Zeit nicht mit einer großen Feierlichkeit seitens der Universität begangen wurde. Damals habe man die Urkunde im Sekretariat abholen und von Glück sagen können, wenn es wenigstens ein Kuvert dazu gab. Die Jubilare nickten zustimmend. „Umso mehr freut es mich“, sagte Rasch, „dass wir Ihnen nun aus Anlass der Silbernen Promotion ein gebührendes Fest bieten können.“

Beim anschließenden Empfang feierten die Jubilare nicht nur ihr Wiedersehen. An Berufsfelder-Tischen führten sie gemeinsam mit Doktoranden der Dahlem Research School die Diskussion über das Für und Wider der Promotion heute und damals fort und gaben Berufserfahrungen weiter. Jubilar Klaus Geldsetzer, der 1989 im Fach Pharmazie promoviert wurde, beneidet die heutigen Doktoranden ein wenig um die neuen Möglichkeiten und die verbesserte Betreuung bei der Doktorarbeit. Doch ganz gleich, ob heute oder damals, die meisten der Jubilare würden sich wieder für eine Promotion entscheiden.

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Haben Sie, Ihre Freunde oder Bekannten ebenfalls an der Freien Universität Berlin promoviert und möchten an einer der kommenden Jubiläumsveranstaltungen zur Silbernen oder Goldenen Promotion teilnehmen? Dann melden Sie sich bitte im Alumni-Büro der Freien Universität unter der E-Mail-Adresse alumni@fu-berlin.de.

Auf den Seiten des Alumni-Büros finden Sie auch Bildergalerien zu bisherigen Veranstaltungen.