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Eine Liebeserklärung an den Feminismus

Die Soziologin und Feministin Gudrun-Axeli Knapp spricht am 18. April zum Thema „Still loving Feminism“

16.04.2013

Frauenpower vor über 100 Jahren: Das Bild zeigt Demonstrantinnen für das Frauenwahlrecht 1912 in New York. Ein Jahr zuvor fand der erste internationale Frauentag statt. Doch wie ist es heute um den Feminismus bestellt?
Frauenpower vor über 100 Jahren: Das Bild zeigt Demonstrantinnen für das Frauenwahlrecht 1912 in New York. Ein Jahr zuvor fand der erste internationale Frauentag statt. Doch wie ist es heute um den Feminismus bestellt? Bildquelle: Wikipedia / Library of Congress / Bild-ID: cph 3g05585
Weiße Schrift auf hell-lilafarbenem Grund: Der Vortrag von Gudrun-Axeli Knapp am 18. April trägt den gleichen Titel wie die Postkarte, die die ZEFG zum Weltfrauentag am 8. März drucken ließ.
Weiße Schrift auf hell-lilafarbenem Grund: Der Vortrag von Gudrun-Axeli Knapp am 18. April trägt den gleichen Titel wie die Postkarte, die die ZEFG zum Weltfrauentag am 8. März drucken ließ. Bildquelle: Zentraleinrichtung für Frauen- und Geschlechterforschung der Freien Universität

Ein bisschen erinnert die Karte an einen Liebesbrief. Auf hell-lilafarbenem Grund steht in Weiß ein zart geschwungener Satz: „Still loving Feminism“. Eine Liebeserklärung an den Feminismus war die Postkarte, die die Zentraleinrichtung für Frauen- und Geschlechterforschung der Freien Universität (ZEFG) zum Weltfrauentag am 8. März drucken und in Berlin verteilen ließ. Nun hält die renommierte Soziologin und Feministin Gudrun-Axeli Knapp auf Einladung der ZEFG an diesem Donnerstag einen Vortrag mit ebendiesem Titel.

Der erste internationale Frauentag fand 1911 statt, vor mehr als 100 Jahren. Wie ist es aber heute um den Feminismus bestellt? Dass das Thema nach wie vor aktuell ist, zeigte gerade die Debatte um die sogenannte Flexi-Quote, die flexible Quote für einen höheren Frauenanteil in Führungspositionen.

Ist der Feminismus also mittlerweile in der Gesellschaft angekommen – oder mangelt es ihm an Zuspruch und Liebe?

Erst im Job wird Feminismus zum Thema

Ganz so weit möchte Heike Pantelmann vom Studiengang-Management der Zentraleinrichtung zur Förderung von Frauen- und Geschlechterforschung (ZEFG) der Freien Universität Berlin nicht gehen. „Ich glaube aber, dass junge Frauen Feminismus bisweilen als uncool empfinden.“ Oder für überflüssig halten. In der Schule sei die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen bis zum Abitur kein Thema, sagt Pantelmann. Auch an der Hochschule noch nicht: „In vielen Studiengängen dominieren Frauen, sie machen auch die besseren Abschlüsse.“ Erst im Job und spätestens mit dem ersten Kind sei sie dann da – die „gläserne Decke“: der Punkt, an dem Frauen auf dem Weg nach oben nicht weiterkommen. In Deutschland waren dem Statistischen Bundesamt zufolge 2010 nur 30 Prozent aller Führungspositionen von Frauen besetzt. Hinzu kommt, dass Frauen noch immer durchschnittlich 21 Prozent weniger als Männer verdienen.

„Die Forderungen der Frauenbewegung sind heute noch gültig und wichtig“, sagt Pantelmann. Dass der Feminismus nur wenig an Aktualität verloren hat, ist nur eines der vielen Themen, für die die Zentraleinrichtung zur Förderung von Frauen- und Geschlechterforschung Studierende sensibilisieren möchte – sei es in berufsvorbereitenden Seminaren, Vortragsreihen oder besonderen Modulen.

Am 18. April 2013, zum Beginn des Sommersemesters, lädt die Einrichtung alle Interessierten zu einer Abendveranstaltung mit der renommierten Soziologin und Feministin Gudrun-Axeli Knapp ein. Dass die ZEFG mit ihr eine der „grandes dames“ der feministischen Wissenschaft gewinnen konnte, freut Heike Pantelmann besonders. Und auch, dass die Rednerin als Titel für Ihren Vortrag den Postkarten-Satz “Still loving Feminism“ übernommen hat. 

Lange Tradition von Gender- und Diversity-Fragen an der Freien Universität

Im Zusammenhang mit dem Vortrag soll es auch um die aktuelle Renaissance von Gender- und Diversity-Fragen in großen Unternehmen gehen. Darf die Tatsache, dass sie diskutiert werden, als Sieg der Frauenbewegung angesehen werden? Oder geht es doch nur um Imagepflege?

Bei der Diskussion dieser oder ähnlicher Fragen kann die ZEFG  an der Freien Universität auf eine lange Tradition zurückblicken. Seit über 30 Jahren initiieren und unterstützen die Mitarbeiterinnen Forschungsprojekte oder organisieren Tagungen zum Thema „Gender und Diversity“.

Um heute den Überblick über die verschiedenen Angebote zur Frauen- und Geschlechterforschung an der Universität zu bewahren, bietet die Zentraleinrichtung mittlerweile auf ihrer Website eine besondere Suchfunktion an. Nicht nur für Studienanfängerinnen und –anfänger ist das praktisch: Von der Vorlesung im Grundstudium bis zum eigenen  Modul werden dort alle Veranstaltungen der Universität mit Bezug zur Frauen- und Geschlechterforschung aufgelistet und beschrieben.

Die ZEFG gehörte in Deutschland zu den ersten Einrichtungen ihrer Art. „Dieser Tradition fühlen wir uns verpflichtet“, sagt Heike Pantelmann.

Gudrun-Axeli Knapp: “Still loving Feminism"

(in deutscher Sprache)

  • Zeit: 18.04.2013, 18 Uhr
  • Ort: Freie Universität Berlin, Habelschwerdter Allee 45, Raum L116 (Seminarzentrum)

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: