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„Nur Informationen reisen schneller als Krankheiten“

FAO-Referenzzentrum zur Eindämmung von Zoonosen am Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität eingerichtet

05.02.2013

Das neue „Aushängeschild“ der Veterinärmediziner nahm Reinhard Fries, Leiter des Instituts für Fleischhygiene und -technologie, von Karin Schwabenbauer, Unterabteilungsleiterin Tiergesundheit und Tierschutz im BMELV, an.
Das neue „Aushängeschild“ der Veterinärmediziner nahm Reinhard Fries, Leiter des Instituts für Fleischhygiene und -technologie, von Karin Schwabenbauer, Unterabteilungsleiterin Tiergesundheit und Tierschutz im BMELV, an. Bildquelle: Marina Kosmalla
Den Festvortrag hielt Katinka de Balogh, Senior Officer für öffentliches Gesundheitswesen der FAO in Rom.
Den Festvortrag hielt Katinka de Balogh, Senior Officer für öffentliches Gesundheitswesen der FAO in Rom. Bildquelle: Marina Kosmalla

Weltweit erkranken jedes Jahr Hunderttausende Menschen an Infektionen, die von Tieren übertragen werden – sogenannte Zoonosen. Die Vereinten Nationen haben nun Wissenschaftler vom Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität  damit beauftragt, zur Eindämmung derartiger Gefahren beizutragen. Das am Fachbereich Veterinärmedizin angesiedelte „FAO Reference Center for Veterinary Public Health“ wurde kürzlich feierlich eröffnet.

Das neugegründete Referenzzentrum für  Veterinary Public Health ist im Auftrag der Food and Agriculture Organization (FAO) – das ist die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen – eingerichtet worden und umfasst die Institute für Fleischhygiene und –technologie, für Lebensmittelhygiene sowie für Tierschutz und Tierverhalten und den Bereich Internationale Tiergesundheit des Fachbereichs Veterinärmedizin der Freien Universität. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden sich auf Fragen gesunder Tierhaltung und Lebensmittelproduktion in Entwicklungs- und Schwellenländern konzentrieren. Sie werden Behörden in den betreffenden Ländern bei Laboruntersuchungen unterstützen und ihre langjährige Erfahrung bei der Entwicklung und regionalen Anpassung von Kontrollverfahren für Tiere, die Lebensmittel liefern, einbringen. Ein weiteres Arbeitsfeld für die Experten ist die Ausbildung von Wissenschaftlern aus Entwicklungs- und Schwellenländern in den benötigten Labortechniken.

"Besondere Auszeichnung"

Die Freie Universität empfinde es als besondere Auszeichnung, dass sie das Referenzzentrum der FAO beherbergen dürfe, sagte Professorin Monika Schäfer-Korting, Erste Vizepräsidentin der Freien Universität, anlässlich der feierlichen Eröffnung in Düppel. Mit der Eröffnung des Zentrums werde auch der Einsatz der Veterinärmedizinerinnen und –mediziner der Hochschule gewürdigt und auf eine neue Stufe gehoben.

Kooperationen mit Universitäten in Entwicklungs- und Schwellenländern

Der Fachbereich hat sich in besonderer Weise um die Einrichtung von Masterstudiengängen bemüht, die auch in Entwicklungs- und Schwellenländern große Bedeutung erlangt haben: Seit 2003 gibt es den Masterstudiengang „Veterinary Public Health“ gemeinsam mit der thailändischen Chiang Mai University (CMU). Außerdem gibt es seit 2010 einen zweijährigen Vollzeitkurs „Master in Transboundary Animal Disease Management“ in Kooperation mit mehreren Universitäten in Ostafrika.

"Internationales Denken und Zusammenarbeit fördern"

Um das Thema „weltweite Ernährung, Tierprodukte und die Herausforderung für die Veterinärmedizin“ ging es im Festvortrag von Katinka de Balogh, promovierte Veterinärmedizinerin und Senior Officer Veterinary Public Health der FAO in Rom. Die Holländerin hat selbst bis zum Physikum Tiermedizin an der Freien Universität studiert und sprach daher auf Deutsch. Und als doch einmal eine deutsche Vokabel fehlte, half das kundige Publikum gern weiter. Ein wichtiger Punkt für das Zentrum, hob de Balogh hervor, sei es, das internationale Denken und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Ländern und Institutionen zu fördern. „Wir sehen, dass Kommunikation ein sehr wichtiger Faktor ist. Es gibt nur eine Sache, die schneller reist als Krankheiten, das sind Informationen.“

Den „Schlüssel“ für das Zentrum übergab Karin Schwabenbauer, promovierte Veterinärmedizinerin und Unterabteilungsleiterin Tiergesundheit und Tierschutz im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), an Professor Reinhard Fries, Leiter des Instituts für Fleischhygiene und -technologie, der dem Referenzzentrum vorsteht. Frau Schwabenbauer wünschte dem Zentrum alles Gute für die Zukunft und dass die bereits bestehenden Kooperationen mit anderen Institutionen weiter gehen mögen.