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Maledivischer Präsident zu Gast an Freier Universität

Mohamed Nasheed kämpft für sein Land: Eindringlicher Appell gegen den Klimawandel

09.03.2010

Vom Untergang bedroht: Die Malediven sind der weltweit am niedrigsten gelegene Staat. Präsident und Bevölkerung kämpfen gegen den durch den Klimawandel ansteigenden Meeresspiegel
Vom Untergang bedroht: Die Malediven sind der weltweit am niedrigsten gelegene Staat. Präsident und Bevölkerung kämpfen gegen den durch den Klimawandel ansteigenden Meeresspiegel Bildquelle: hallobert/photocase.com

Am höchsten Punkt ragt die Inselgruppe der Malediven gerade einmal zweieinhalb Meter aus dem Indischen Ozean. An den meisten Stellen sind es nur ein Meter oder weniger. Der Staatspräsident der Malediven, Mohamed Nasheed, greift zu spektakulären Maßnahmen, wenn es darum geht, auf die verheerenden Folgen des Klimawandels für sein Land aufmerksam zu machen. So war er Mitte Oktober kurzerhand mit seinem Kabinett abgetaucht: Auf dem Meeresboden hatte Nasheed einen Aufruf zur Reduzierung des umweltschädlichen Ausstoßes von Kohlendioxid unterzeichnet. Am 11. März kommt er für einen Vortrag an die Freie Universität: „The Maldives: Leading the Fight Against Climate Change” (Vortrag in englischer Sprache).

„Nirgendwo wird das Thema Klimawandel derzeit so wahrgenommen wie auf den Malediven", sagt Miranda Schreurs, Leiterin der Forschungsstelle für Umweltpolitik und Professorin für Vergleichende Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Gemeinsam mit  dem Center for International Cooperation (CIC) – an der Freien Universität für die Einrichtung internationaler Forschungskooperationen und die Verknüpfung akademischer Netzwerke zuständig – hat die amerikanische Wissenschaftlerin den Besuch des maledivischen Präsidenten in Dahlem organisiert.

„Die maledivische Bevölkerung hat enormen Respekt vor der Kraft des Meeres – nicht erst seit dem verheerenden Tsunami Weihnachten 2004. Bei der UNO-Konferenz im vergangenen Dezember war Präsident Nasheed frustriert darüber, dass die Internationale Gemeinschaft das Thema Klimawandel nicht ernst genug nimmt. Er hatte in Kopenhagen für ein internationales Abkommen gegen steigende Treibhausgasemissionen und für einen Konsens darüber plädiert, die durchschnittliche Erdtemperatur nicht mehr als 1,5 Grad Celsius ansteigen zu lassen“, sagt Miranda Schreurs.

Nach dem gescheiterten Klimagipfel ist der Druck, Maßnahmen gegen den Klimawandel ergreifen zu müssen, nun noch größer geworden. „Deswegen ist Präsident Nasheed auch in Berlin. Er weiß, welche Rolle Deutschland in der internationalen Klimapolitik spielt. In Berlin und an der Freien Universität appelliert er an Deutschland als Verbündeten der Maldiven im Kampf gegen den Klimawandel.“

„The Maldives: Leading the Fight Against Climate Change”

Im Anschluss an seinen Vortrag „The Maldives: Leading the Fight Against Climate Change” wird Mohamed Nasheed Fragen aus dem Publikum beantworten und später in einer Pressekonferenz Medienvertretern zur Verfügung stehen. Mohamed Nasheed hält sich seit Montag in Berlin auf und wird mit Vertretern der Bundesregierung zu Beratungsgesprächen zusammenkommen.

Der steigende Meeresspiegel bedroht die Bevölkerung des weltweit am niedrigsten gelegenen Staates der Welt zunehmend. Hunderttausende Malediver bräuchten eine neue Heimat, wenn der Anstieg des Meeresspiegels die Inseln des Archipels unbewohnbar macht. Schon spart Präsident Nasheed mit der Bevölkerung für den Kauf einer neuen Heimat. Mohamed Nasheed ist der erste demokratisch gewählte Präsident der Malediven.

Als Oppositioneller kämpfte er mit friedlichen Mitteln gegen das Regime von Maumoon Abdul Gayoom, der den Inselstaat dreißig Jahre autoritär regierte. Für sein politisches Engagement wurde Nasheed verfolgt und mehrfach inhaftiert. Für seinen gewaltlosen Widerstand erklärte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International Nasheed 1991 zum „prisoner of conscience“. Nach der erfolgreichen Gründung der Maldivian Democratic Party im Jahr 2005 wurde er 2008 zum Präsidenten seines Landes gewählt. Für sein politisches Engagement sowie seinen Einsatz im Kampf gegen den Klimawandel wurde Nasheed mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt. 2009 erhielt er den Anna-Lindh-Preis für herausragenden Einsatz für Menschenrechte, Demokratie und Umweltschutz. Im September des vergangen Jahres erklärte ihn das Time Magazine zum „Hero of the Environment“.

Weitere Informationen

Zeit und Ort des Vortrags „The Maldives: Leading the Fight Against Climate Change”:

  • Donnerstag, 11. März 2010, 10.15 Uhr
  • Henry-Ford-Bau der Freien Universität, Hörsaal B, Garystr. 35, 14195 Berlin (U-Bhf. Thielplatz, U3)