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Archivchronik

Status quo

Das Universitätsarchiv der FU Berlin bewahrt über 6.700 laufende Regalmeter Registratur- und Archivgut auf, konkret aus der Hochschulleitung und -verwaltung sowie aus der FU nahestehenden Körperschaften, zudem umfangreiche Sammlungen von Fotos, audiovisuellen Medien, Plakaten, Karten und Plänen, Flugschriften und musealen Objekten. Vom Umfang her ist es damit eines der größeren Hochschularchive Deutschlands. Parallel zum steigenden Erschließungsgrad der Bestände wächst die Zahl der Anfragen und Benutzerbesuche kontinuierlich, vor allem im Bereich der geschichtswissenschaftlichen Forschung.

Unser Anliegen

Zentrales Anliegen ist es, den Erschließungsstand der Bestände stetig zu verbessern, um Archivbesucherinnen und -besuchern optimale Möglichkeiten zur Recherche an die Hand zu geben. Die Überlieferungsbildung wird aktiv und vorausschauend gestaltet, indem das Archiv eng mit den Stellen der Freien Universität kooperiert und Nachlässe von bekannten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einwirbt. Das Archiv versteht sich dabei nicht nur als Partner der Forschung, sondern auch als Dienstleister für die Universitätsleitung und -verwaltung.

2014 - aktuell

Der Personalbestand des Universitätsarchivs ist in diesem Zeitraum einigen Veränderungen unterworfen: Kollegen scheiden aus dem Dienst aus, neue Kolleginnen und Kollegen verstärken das Team. Als Stellvertretende Leitung unterstützt Josepha Schwerma seit 2014 Dr. Birgit Rehse bei allen Leitungsfragen. Das Archiv-Team, welches vor allem für Recherche, Benutzerbertreuung und Erschließung zuständig ist, besteht aus: Michaela Rückert, Irene Jentzsch, Ulrike Groß, Gerd Walter, Regina Redmann und David Stefan. Der Index Professorum, ein biografisches Lexikon aller an der FU tätigen Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer, wird von Dr. Reinhard Ost und Achim Engelhardt betreut; es wird voraussichtlich Ende 2017 online gehen.

Mit Blick auf den 70. Jahrestag der Gründung der Freien Universität im Jahre 2018 wird die Erschließung zentraler Bestände mit Hochdruck vorangetrieben:

  • Die Protokolle des Akademischen Senats ab 1970 werden in einer hohen Erschließungstiefe bis auf die Ebene der gefassten Beschlüsse verzeichnet.
  • Zentrale Bestände aus der Gründungszeit der Hochschule werden derzeit erschlossen: Kurator, Kuratorialverwaltung und Akademisches Außenamt.
  • Für das Projekt, die Tonbandsammlung extern zu digitalisieren, sind weitere Gelder zur Verfügung gestellt worden; parallel werden die Tonbänder im Archiv sukzessive inhaltlich erschlossen.
  • Die Fakultäts- und Fachbereichsratsprotokolle werden bis auf die Beschlussebene verzeichnet.
  • Der Bestand des APO-Archivs Sozialistischer Deutscher Studentenbund (SDS) wird derzeit erschlossen und zugleich digitalisiert.
  • Der Bestand des APO-Archivs Kommunistischer Bund Westdeutschland (KBW) wird geordnet und in Teilen erschlossen.

Der ständige Zuwachs an Archivalien macht eine Erweiterung der Magazinkapazitäten notwendig: 2015 werden zwei weitere Räume dem Archiv zugesprochen und als Magazine ausgestattet.

2011 - 2013 Sanierung der Archivräumlichkeiten

Dem Universitätsarchiv gelingt es, seine Bestände und sein Personal an einem Standort auf dem GeoCampus Lankwitz auf einer Gesamtfläche von rund 2.500 qm zu konzentrieren. Den Archivbesucherinnen und -besuchern stehen im Erdgeschoss von Haus L zwei Lesesäle mit insgesamt 30 Arbeitsplätzen zur Verfügung. Die 15 Magazine befinden sich in den an die Lesesäle und Büros unmittelbar anschließenden Gebäuden. 

Von 2011 bis 2013 werden die Magazine, Lesesäle, Büros sowie Lager- und Sortierräume am neuen Standort auf dem Campus sukzessive den archivischen Anforderungen angepasst: Aufgrund der mangelhaften Klimawerte in den Magazinen erhält das Haus I eine neue Fassade sowie eine Dachsanierung. Das Archiv wird zudem Hauptnutzer von Haus M auf dem Campus: Hier entstehen sieben Magazine, die baulich hergerichtet und mit neuen Regalanlagen ausgestattet werden. Dies alles geschieht bei laufendem Betrieb.

2012 wird der bisherige Hauptstandort des Universitätsarchivs in der Boltzmannstraße in Berlin-Dahlem aufgegeben. Nach Abschluss der Baumaßnahmen in den Magazinen siedeln die rund 2.700 laufende Regalmeter umfassenden Bestände nach Lankwitz um. Damit müssen die Archivbesucherinnen und -besucher nur noch einen Standort aufsuchen. Zugleich kann das an einem Standort zusammengezogene Archiv-Team bei Recherche und Betreuung deutlich effektiver arbeiten.

Den Abschluss des Umzugskarussels bildet 2013 das ehemalige Magazin des APO-Archivs: Die Bestände waren bereits auf dem Campus Lankwitz archiviert, nun erhalten sie in einem der Magazine in Haus M eine neue Heimat. Damit ist Platz für Zuwachs gewonnen, der für die stetig eingehenden Neuzugänge von APO-Materialien aus Händen von ehemaligen Aktivisten notwendig geworden ist. Vor allem aber können aufgrund der kurzen Wege die Archivalien rasch und sicher in den Lesesaal transportiert werden.

2009 - 2010 Umzug auf den Campus Lankwitz

Zum Ende des Jahres 2009 wird der Standort Reinickendorf aufgegeben. In den sieben Jahren seiner Existenz haben sich an diesem Standort rund 4.000 laufenden Regalmetern Archivalien angesammelt. Das Archiv zieht in die ehemaligen Räumlichkeiten der Bibliothek für Publizistik auf den GeoCampus der Freien Universität in Lankwitz ein. Aufgrund des engen Zeitgerüsts können die Gebäude nur teilweise für die archivische Nutzung vorbereitet werden.

2006 - 2008 Professionalisierung

Mit Dr. Birgit Rehse und Frank Lehmann erhält das Archiv eine neue Leitung. Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Universitätsverwaltung stärken die dünne Personaldecke an den drei Standorten. Erschließungsprojekte werden mit Hilfe von befristet eingestelltem Fachpersonal umgesetzt. Für den zentralen Bestand Rektorat liegt bereits ein Findbuch vor. Verzeichnet sind ebenfalls die Bestände Osteuropa-Institut, Ernst-Reuter-Gesellschaft und Dahlemer Konferenzen. Auch die Plakatsammlung ist mit über 2.300 Plakaten digitalisiert und mit Hilfe der in die Datenbank eingefügten digitalen Objekten bequem recherchierbar. Im APO-Archiv ist die primär aus Flugschriften bestehende Sachthematische APO-Sammlung zugänglich gemacht worden. Der Kontakt zu den FU-Stellen wird intensiviert. Der Bekanntheitsgrad des Archivs innerhalb der Universität steigt stetig, entsprechend werden dem Archiv vermehrt Unterlagen angeboten. Daneben werden Nachlässe von bekannten Wissenschaftlern, die an der FU tätig waren, eingeworben. Bewertungsmodelle etwa für Personalakten, Prüfungsakten sowie für Habilitations- und Promotionsakten werden erarbeitet. In Kooperation mit der Universitätsbibliothek bietet das Universitätsarchiv einen Ausbildungsplatz zum/r Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste der Fachrichtung Archiv an. Zahlreiche Praktikanten erhalten einen Einblick in die Aufgaben und Arbeitsweise eines Archivs.

2004 Übernahme des APO-Archivs

Das Archiv Außerparlamentarische Opposition und soziale Bewegungen, kurz APO-Archiv, wird mit rund 800 laufenden Regalmetern auf dem Campus Lankwitz übernommen. Der Bestand des APO-Archivs dokumentiert auf einzigartige Weise die Geschichte der Außerparlamentarischen Opposition bzw. der Studentenbewegung der 1960er und 70er Jahre in Deutschland. Die Aktenüberlieferung (z. B. Bestand SDS), die umfangreiche Zeitschriftensammlung und die Nachlässe von Aktivisten stellen einen bedeutenden Quellenfundus der Zeitgeschichte dar. Nach der Übernahme werden grundlegende Ordnungsarbeiten im Magazin vorgenommen, Maßnahmen zur Bestandserhaltung ergriffen und eine erste Beständerevision angegangen. Eine Archivmitarbeiterin übernimmt die Betreuung der Benutzer am Standort Lankwitz.

2003 Beginn der Erschließung

Mit der Einführung einer Archivsoftware beginnt die Erfassung und Erschließung der Bestände. Zunächst wird mit der Archivsoftware Dachs-A der DISOS GmbH gearbeitet. 2006 wird auf STAR der Schweizer CM Informatik AG umgestellt.

2002 Aufbau des Standorts Reinickendorf

Das Archiv bezieht einen zweiten Standort am Eichborndamm 113 im Gebäudekomplex des Landesarchivs Berlin. Dort stehen dem Archiv 600 qm Magazinfläche in bester technischer Ausstattung sowie Büroräume zur Verfügung. Der Lesesaal wird zusammen mit dem ebenfalls dort ansässigen Universitätsarchiv der Humboldt-Universität zu Berlin genutzt. Nachdem die Registraturen Jahre zuvor ihre Altakten wegen mangelnder Kapazität in den Archivmagazinen zurückhalten mussten, gehen nun im großen Stil Aktenneuzugänge aus allen Teilen der Universität ein.

2000 Neuanfang

Im Juni 2000 übernimmt Dr. Michael Engel die Leitung des Archivs bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2006. Die Räumlichkeiten in der Boltzmannstraße werden saniert und für die Benutzer wird ein Lesesaal eingerichtet. Das bislang gesicherte Registratur- und Archivgut im Umfang von 1.800 laufenden Regalmetern wird gesichtet und gemäß den Regeln der Bestandserhaltung magaziniert und grob erfasst. Die Lagerkapazitäten im Magazin sind jedoch bald erschöpft.

1970 Gründung

Am 1. August 1970 wird das Archiv unter der Bezeichnung "Zentraleinrichtung für Information und Dokumentation" (ZID) eingerichtet; später wird es in "Hochschuldokumentation und Archiv" umbenannt. Die Herausforderung besteht darin, 22 Jahre nach Gründung der Freien Universität ein Archiv aufzubauen, d.h. die nur noch teilweise vorhandenen Altakten aufzuspüren und zu sichern. Den politischen Ereignissen der Zeit geschuldet, gehört auch die umfassende Dokumentation hochschulpolitischer Ereignisse zum Aufgabenspektrum. Dr. Armin Spiller leitet das Ein-Mann-Archiv mit Sitz in der Habelschwerdter Allee 37; 1984 erfolgt der Umzug in der Boltzmannstraße 20.