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ZIM-Projekt „BoarZin“: Ebersperma ohne Antibiotika haltbar machen

News vom 23.06.2017

Künstliche Besamung ist weltweit ein wichtiger Bestandteil der Schweinezucht. Ebersperma ist jedoch nur bedingt transport- und lagerfähig. Um einer bakteriellen Kontamination vorzubeugen, wird es mit Antibiotika konserviert. Der Einsatz von Antibiotika führt allerdings zu einer vermehrten Ausbildung und Verbreitung von Antibiotika-Resistenzen unter den Bakterien. In einem ZIM-Projekt wollen Dr. Stefanie Orquera und Prof. Dr. Thomas Alter vom Institut für Lebensmittelsicherheit und -hygiene der Freien Universität Berlin herausfinden, ob anstelle der Antibiotika auch antimikrobielle Peptide gegen Erreger im Ebersperma helfen. Projektpartner sind die Minitüb GmbH und das Institut für Fortpflanzung landwirtschaftlicher Nutztiere Schönow e.V.

Das Projekt wird über rund zwei Jahre mit 170.000 Euro im Rahmen von „ZIM – Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert. Profund Innovation betreute den gemeinsamen Antrag des mittelständischen Unternehmens mit Sitz in Bayern und der beiden Forschungseinrichtungen. In der Projektlaufzeit soll ein Verdünner zur Konservierung von Ebersperma entwickelt werden, der die Keimzahl der häufig vorkommenden Erreger der Familie der Enterobacteriaceae mithilfe von antimikrobiellen Peptiden reduziert.

Eine effektive Keimhemmung im konservierten Sperma ist unerlässlich und gesetzlich geregelt. Durch die derzeitige Anwendung von Antibiotika im Verdünner entsteht jedoch ein einseitiger Selektionsdruck, der multiresistenten Bakterien einen Vorteil verschafft. Alternative Wirkstoffe zu den bisher verwendeten Antibiotika werden dringend benötigt. Aktuelle Studien belegen eine effektive antibakterielle Wirkung von antimikrobiellen Peptiden, die ein gewisses Spektrum an Bakterien schnell und gezielt abtöten. Gemeinsam wollen die Projektpartner herausfinden, ob sie eine Alternative zu den bisher eingesetzten Antibiotika bieten. Bei dem Projekt werden alle gesetzlichen und an der Freien Universität Berlin vorgeschriebenen Verfahren zum Tierschutz eingehalten.

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