Claude Lanzmann zu Gast an der Freien Universität

Mit einem internationalen Kolloquium am 27. und 28. November anlässlich seines 90. Geburtstags wird das Lebenswerk des französischen Dokumentarfilmers gewürdigt

Nr. 363/2015 vom 18.11.2015

Der französische Dokumentarfilmer Claude Lanzmann ist aus Anlass eines Kolloquiums zu dessen 90. Geburtstag am 27. November zu Gast an der Freien Universität. Die zweitätige Veranstaltung „Le regard du siècle“ („Der Blick des Jahrhunderts“) am 27. und 28. November ist dem Schaffen Lanzmanns in allen Facetten gewidmet – von seinen Texten für Les Temps Modernes in den 1950er und 1960er Jahren über den Film Shoah (1985) bis zu seinem jüngsten Werk Der letzte der Ungerechten (2013). Auch Lanzmanns politisches Engagement sowie sein Beitrag zur Wahrnehmung des Holocaust und zur Kunstform des Dokumentarfilms sind Thema der interdisziplinären Tagung. Lanzmann hatte von 1949 an zwei Semester an der neugegründeten Freien Universität in Dahlem gelehrt. Der damals 24-Jährige unterrichtete französische Literatur und bot auf Wunsch der Studierenden ein Seminar zur Geschichte des Antisemitismus an. Die Tagung ist öffentlich, eine Anmeldung unter admin@dhc.fu-berlin.de jedoch erforderlich.

Claude Lanzmann wird am Freitag, um 18.15 Uhr, auf der Tagung im Gespräch mit Prof. Dr. Joachim Küpper, Professor für Romanische Philologie und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin, über sein Leben und Werk Auskunft geben. Seine Zeit an der Freien Universität Berlin schildert er auch in seiner Autobiographie „Der patagonische Hase“, die 2010 erschien.

Zur Eröffnung der internationalen Tagung wird der französische Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland, H. E. Philippe Etienne erwartet. Weitere Grußworte halten Prof. Dr. Peter-André Alt, Präsident der Freien Universität Berlin, und Prof. Dr. Jürgen Brokoff, Dekan des Fachbereichs Philosophie und Geisteswissenschaften.

Die von der Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Susanne Zepp von der Freien Universität organisierte Tagung ist mit Politik-, Literatur- und Filmwissenschaftlern sowie Historikern interdisziplinär besetzt: Zu den Vortragenden zählen unter anderem Prof. Dr. Claus Leggewie, Politikwissenschaftler und Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts (KWI) in Essen, Prof. Dr. Omar Kamil, Professor für Politik und Zeitgeschichte an der Universität Erlangen-Nürnberg und Prof. Dr. Gertrud Koch, Filmwissenschaftlerin an der Freien Universität Berlin. Für einen Vortrag über die „Kunst der Dokumentation konnte der japanische Regisseur Osamu Waktasuki gewonnen werden, der selbst einen Dokumentarfilm über Claude Lanzmann und den japanischen Filmemacher Tsuchimoto Noriaki gedreht hat. Tagungssprachen sind Deutsch, Englisch und Französisch. Die Tagung ist eine Kooperationsveranstaltung des Dahlem Humanities Center der Freien Universität Berlin, des Zentrums Jüdische Studien Berlin-Brandenburg und der Französischen Botschaft in Berlin.

Ein Interview mit Susanne Zepp über die Tagung und Lanzmanns Zeit als Lektor an der Freien Universität 1949 wurde in der Beilage der Freien Universität Berlin zum Tagesspiegel veröffentlicht.

Weitere Informationen

Zeit

  • Freitag, 27. November 2015, 11 Uhr bis 19:30 Uhr und Samstag, 28. November, 11 Uhr bis 16.30 Uhr
  • Gespräch mit Claude Lanzmann am Freitag, 18.15-19.30 Uhr

Veranstaltungsorte

  • Freitag 11-15:45 Uhr und Samstag, 11-16.30 Uhr:
    Freie Universität Berlin, "Rostlaube", Seminarzentrum, Raum L 116, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin
  • Freitag 16:15-19:30 Uhr:
    Freie Universität Berlin, "Rostlaube", Hörsaal 1b, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin

Anmeldung

Um Anmeldung bis zum 23.November 2015 an admin@dhc.fu-berlin.de wird gebeten. Bitte geben Sie bei der Anmeldung an, ob Sie an dem Kolloquium und/oder dem Gespräch mit Claude Lanzmann teilnehmen möchten.

Pressekontakt für alle Interviewanfragen

Dr. Nina Diezemann, Presse und Kommunikation, Freie Universität Berlin, Telefon 030 / 838-73190, E-Mail: nina.diezemann@fu-berlin.de

Im Internet

Das detaillierte Programm kann im Internet abgerufen werden unter: www.fu-berlin.de/dhc/lanzmann